Kochen mit System

Wer hier schon länger mitliest, der weiß, wie sehr ich es liebe, bestimmte Bereiche des Lebens vorzuplanen. Dazu gehört ganz oben auf die Liste meine Essensplanung. Für mich beinhaltet eine gute Organisation beim Essen so tolle Dinge wie Zeitersparnis, Stressreduktion, Erhöhung der Lust am Kochen selbst, entspannteres Einkaufen und effektiveres Aufbrauchen der vorhandenen Lebensmittel.

Tofubolognese geht hier immer! Ich „schummle“ immer mindestens ein zusätzliches Gemüse neben der Tomate hinein 😉

Vor unserer großen Reise hatte ich das schon einigermaßen gut hingekriegt. Und es ist ja kein Wettbewerb und auch keine Frage der Perfektion. Sondern ein Handwerkszeug für einen flüssigen Alltag, das mal besser passt und mal schlechter, mal fest im Griff gehalten und mal locker auf die Seite gelegt werden kann.

Im September habe ich es endlich wieder geschafft, nahezu alle Hauptgerichte (mit ein oder zwei kleinen Ausnahmen) vegan zuzubereiten. Ein bisschen zu viel Fast Food aus dem Convenience-Regal war für meinen Geschmack noch dabei. Da möchte ich in Zukunft dran arbeiten, dieses auch noch mehr zu reduzieren. Aber dafür muss ich mir für Mann und Sohn noch die richtigen schmackhaften Alternativen ausdenken. Deshalb gehe ich das lieber nicht zu zackig an.

Hier ist übrigens meine aktuelle Vorlage für die Essensplanung.

Normalerweise drucke ich die gefüllte Liste aus und ergänze dann handschriftlich die fehlenden Zutaten, die ich noch besorgen muss. Aber man könnte auch immer die ganze Planung manuell in die Vorlage eintragen, wenn das besser passt. In einer Gemeinschaft gab es so einen schönen Glasrahmen, der wurde jede Woche neu mit abwischbarem Boardmarker beschrieben.

Ob der Stiftverbrauch oder der Papierdruck jetzt besser für die Umwelt ist, weiß ich allerdings nicht zu beantworten.

„Veschper“-Box im Einsatz

Unser Alltag mit seinem Rhythmus und dementsprechend seinen Mahlzeiten hat sich im September schon etwas verändert. Das kam mit dem Beginn des Kindergartens. Da hab ich für den Lütten morgens ein kleines Frühstück zubereitet, hatte aber selber noch gar keinen Appetit. Da aber im Kinderladen erst gegen 9:45 Uhr gevespert wird (Veschper ist übrigens die erste schwäbische Vokabel, die G mit nach Hause gebracht hat!), wollte ich ihn nicht mit leerem Magen losziehen lassen.

In Ruhe alleine zu frühstücken, das kenn ich gar nicht mehr. Ich habe mir vorgenommen, es angemessen zu zelebrieren.

Mein eigenes Frühstück veranstalte ich dann auch so spät wie möglich, also eher gegen 10 Uhr, damit ich mit G zusammen satt bin und wir gemeinsam gegen 14 Uhr die leichte Mittagsmahlzeit einnehmen können. Für diese plane ich in nicht allzu ferner Zukunft ein, mit ihm gemeinsam etwas Kleines zuzubereiten und ihn mehr in die Küche einzubinden. Allerdings muss ich vorher unbedingt die Küche nochmal kinderfreundlicher einrichten und die passende vorbereitete Umgebung dafür schaffen.
Ab Oktober wollte ich zusätzlich auch noch die Verpflegung für meinen Liebsten mit bedenken. Doch da das gemeinsame Essen in der Kantine ein wichtiger Bestandteil der Sozialisation im neuen Team darstellte, fiel diese Aufgabe erstmal wieder weg.

Freitag ist Puffertag!

Ich habe mir zuallererst eine Tabelle angelegt mit meinen bewährten Rezepten. Die habe ich bereits ein wenig sortiert nach ihren Sättigungsbeilagen (Pasta, Getreide, Kartoffeln) oder Zubereitungsformen (Ofen, Pfanne, Topf) bzw. nach Frühstück / Zwischenmahlzeit/ Abendessen. So kann ich bei leerem Ideenspeicher jederzeit hinein spicken und dort die passenden Rezepte zusammen stellen. Darüber hinaus probiere ich natürlich auch gerne neue Sachen aus. Aber das mache ich nur, wenn ich wirklich Lust, Zeit und die richtige Inspiration dazu habe. Sonst artet es zu schnell in Stress aus.

Isst euer Kind die Zutaten auch nur, wenn sie einzeln auf dem Teller liegen?

Neu Erprobtes und für gut Befundenes wandert dann wiederum in die Tabelle mit den möglichen Rezepten. Wenn es sich um etwas Aufwendigeres handelt, vermerke ich auch immer gerne die Website, auf der ich das Rezept gefunden habe, bis ich sicher genug bin, es allein nachzukochen. Schnell wird bei mir aus dem strikten Befolgen des Rezeptes auch schon meine eigene Improvisation und Kreation. Da geht es eigentlich recht leicht mit dem Adaptieren.

Meine absolute Leidenschaft ist ja inzwischen auch das Backen geworden. Darum gibt es fast jede Woche, nein das stimmt nicht: es gibt JEDE Woche mindestens einmal irgendeinen Kuchen oder Muffins oder Bananenbrot. Da fällt mir das Experimentieren und Ausprobieren von Unbekanntem noch viel leichter. Ja, es entspannt mich geradezu. Und der Verzehr von gekauften Süßigkeiten ist hier mittlerweile auch auf ein erfreulich niedriges Maß abgesunken.

Bananen-Schoko-Pudding ohne zusätzlichen Zucker – wird hier gern genascht!

In letzter Zeit habe ich auch vermehrt darauf geachtet, kleine Reste unauffällig in ein anderes Rezept mit einzukochen oder einzubacken. Das ging fast immer total gut. Ich glaube, Resteverwertung zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung schreibe ich mir mal oben auf meine To-Do-Liste für den Blog. Denn da kann man wirklich so einiges zaubern in der Küche. Und dank unserem kleinen Gemüsemarkt und dem Hofladen in der Nähe arbeite ich auch mehr noch an regional-saisonalen Rezepten. Aber da mache ich nicht so rasche und große Fortschritte, wie ich mir das wünschen würde. Da muss ich mit mir noch ein bisschen Geduld haben. Ich kann einfach nicht alles auf einmal und jetzt sofort gleich richtig machen…

Jede Woche grüne Bohnen, denn sie hatten gerade Saison – es gibt Schlimmeres, oder? (yumm)

Und zu guter Letzt sei noch erwähnt, wie sehr ich es schätze, größere Mengen vorzukochen. Diese werden dann hier portionsweise eingefroren und bei Bedarf habe ich jederzeit ein recht gesundes, nahrhaftes Fast Food zur Hand. Das eignet sich für alles Mögliche: Suppen, Eintöpfe, Pizza, Gemüsepuffer, Gemüse, Soßen… Nur Kartoffeln würde ich nicht mehr einfrieren, die werden so gummiartig-bröselig dadurch und das mag hier eigentlich keiner mehr so gerne essen.

Einfrieren ist mein Fast Food.

Meine persönlichen Küchenziele für die nächsten Wochen und Monate lauten:

  • Die Planung so beibehalten
  • Mehr regionale saisonale Rezepte einführen
  • Weniger bis gar kein Fast Food mehr
  • Kind öfter einbinden in die Zubereitung
  • Wieder eigenen Sauerteig ansetzen und regelmäßig Brot backen
  • Veganen Käse herstellen
  • Den Dörrautomaten wieder einsetzen und eigenes Nussmus und Fruchtleder machen

Und wie ist das bei euch so? Heißt es eher Spontankochen oder Menüplan? Greift ihr oft zu Convenience Produkten oder schafft ihr es, sie gut zu vermeiden? Und habt ihr leckere saisonale Rezepte für unsere vegane Küche zur Hand – dann immer her damit! (Bitte)

Anregungen:
Kochplan 27.08.-02.09.2018
Kochplan 03.09.-09.09.2018
Kochplan 10.09.-16.09.2018
Kochplan 17.09.-23.09.2018
Kochplan 24.09.-30.09.2018

Schreibe einen Kommentar

*