Die Langlebigkeit von Heimtextilien steigern

Seit über zweieinhalb Jahren sind bei uns nun schon unsere selbst genähten Taschentücher im Einsatz. Und noch ein paar Monate länger meine Stoffbinden für die Monatshygiene. Dazu kommen die Lappen, die als „Küchenrollenersatz“ bzw. Geschirrlappen dienen: also beim Tisch-Abwischen, als Serviette für den Kleinen, beim Abwasch oder wenn was verkleckert. Die sind inzwischen schon an die dreieinhalb Jahre in Betrieb.

Viele dieser Heimtextilien begannen ihr Dasein in recht hellen Farben, da sie zu großen Teilen aus alten Mull- und Moltontüchern (weiß) oder vorhandenen Stoffresten gefertigt wurden. Da war ich bei der Farbe nicht gerade wählerisch.

Nach etwa einem Jahr bekamen die Küchenlappen zusammen mit den damals noch benötigten Wickelunterlagen aus Molton eine neue Farbe verpasst. Denn die Zeit hatte ihre Spuren in Form von immer mehr hartnäckigen Flecken daran hinterlassen.

Ein Jahr später kam der Zeitpunkt, als ich sämtliche weiße Kleidung, die ich mit auf unsere Aussteigertour zu nehmen gedachte, ebenfalls umfärben wollte. Ich dachte, es wäre viel praktischer, ohne Weißwäsche auf diese Fahrt zu starten und somit nur eine Sorte Wäsche trennen zu müssen (nämlich nur die Feinwäsche = Wolle-Seide-Unterwäsche vom Lütten). Damals kam auch die Hälfte der Stoffbinden mit in die Maschine, denn die helle Oberfläche hatte da auch schon etwas gelitten.

Der Plan mit der Eliminierung von Weißwäsche ging auch sehr gut auf. Und inzwischen bin ich wild entschlossen, nach und nach sämtliche weißen Stoffe, die jetzt nach dem Einzug wieder im Umlauf sind, in alltagstauglichere Farben zu überführen. Sobald ich etwas mehr Ruhe und Zeit dafür habe, werde ich mich auch noch nach natürlichen Alternativen umsehen, aber das muss erst noch ein wenig warten.

Als erstes „dran“ sind nun tatsächlich meine Binden (die ungefärbte Hälfte) und die Stofftaschentücher gewesen. Denn auch mit Kochwäsche ließen sich über die Monate immer mehr unansehnliche Flecken im Stoff nieder, die es mir immer unangenehmer machten, damit zu hantieren. Gerade jetzt, wo wir einen gemeinsamen Waschkeller mit unseren Nachbarn teilen, sind mir die schmuddeligen Lappen und Binden doch etwas peinlich… Jedenfalls wurde ich hier im Ort im kleinen Tante-Emma-Gemischtwarenladen auch gleich fündig: Terracotta heißt das Lösungswort für sämtliche alten, ausgeblichenen (Blut-)Flecken. Dieses angenehm warme rotbraun übertüncht sie alle einwandfrei!

So werden diese Stoffwaren auch noch eine ganze weitere Zeit bei uns in Gebrauch sein, bevor (zumindest die Taschentücher) zu Toiletten- oder Fahrrad-Putzlappen degradiert werden (Ich denke, dazu werde ich dann immer zwei zusammen nähen, da sie sonst für den Zweck zu dünn sind).

Bei der Gelegenheit habe ich einer kaputten Taschentuchtasche gleich noch etwas Liebe zukommen lassen. Das war längst überfällig, aber ich habe es immer vor mir her und auf später geschoben. Es tut so gut, meine ganzen Materialien wieder zur Hand und genug Platz zum Arbeiten zu haben. Und wenn erst mein Nähplatz eingerichtet ist….Seufz.

Jetzt hoffe ich mal sehr, dass meine liebe Nähmaschine bald (heile) aus der Werkstatt zurück kommt. Ob ihr die Feuchtigkeit im Möbellager, das lange Herumstehen oder die Fahrerei zugesetzt haben, weiß ich nicht so ganz genau. Jedenfalls war sie überhaupt nicht mehr funktionstüchtig, als ich letztens versuchte, neue kleine Kindertaschentücher für G anzufertigen. Ich drücke mal die Daumen, dass die Profis sie wieder gerichtet kriegen, da mein Liebster das Problem trotz intensiven Tüftelns nicht beheben konnte.

Denn Nähprojekte (alles Upcycling) habe ich in diesem Herbst noch einige im Sinn… Ihr werdet sehen!

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