Kinderladenpause, die Zweite

Nachdem die Betreuungssituation im Kinderladen letzte Woche für mein Empfinden absolut nicht mehr tragbar war (zuletzt betreute eine zwanzigjährige Praktikantin die elfköpfige Gruppe stundenweise alleine), entschied ich mich notgedrungen zum zweiten Mal, eine Kinderladenpause einzulegen.

Ich kann gerade einfach nur dankbar dafür sein, dass wir unser Familienleben zur Zeit so ausgerichtet haben, dass mein Job hauptsächlich darin besteht, Haushalt und Kind zu versorgen und meinem Mann für seine beruflichen Herausforderungen den Rücken frei zu halten. Dadurch habe ich glücklicherweise keine akute Not, wenn die Fremdbetreuung mal ausfällt. (Wenn ich auch die Zeiten ohne Kind sehr zum Auftanken nutze und Dinge in Ruhe erledigen kann, schaffe ich den Alltag notfalls auch als 24/7-Vollzeit-Mama).

Aber wie ich schon mehrfach betont habe, ist mir ein geregelter Tagesrhythmus sehr wichtig, um dem Sicherheitsbedürfnis meines Kindes gerecht zu werden. Ständig wechselnde Betreuungspersonen, schwankende Öffnungszeiten und tageweise Totalausfälle im Kinderladen haben in den letzten Wochen ihre Spuren bei uns hinterlassen.

Die Routine und Vorhersagbarkeit wechselte mit ungewohnten Abläufen und unklaren Zuständigkeiten (wenn ich zum Beispiel spontan als Erziehungskraft einsprang, um die Aushilfskraft – welche super nett und engagiert ist, aber mit den Kindern logischerweise noch nicht so gut vertraut wie die Hauptbezugserzieherinnen – nicht alleine mit der Gruppe stehen zu lassen. Oder als ich an einem anderen Morgen kurzfristig eine Stunde länger blieb, um der Praktikantin – eine wirklich großartige, liebevolle junge Frau, aber eben doch erst zwanzig Jahre alt und ohne jegliche Ausbildung – etwas von der ihr übergeholfenen Verantwortung von den Schultern zu nehmen).

Nun muss ich mir also langsam die ernsthafte Frage stellen, ob dieser Kinderladen mich in den nächsten Wochen tatsächlich noch entlasten und meinem Sohn die Sicherheit bieten kann, die ich mir für ihn wünsche. Oder ob die Unwägbarkeiten bei der Personalsituation und die Unruhe im Organisationsteam (der komplette Vorstand tritt nächste Woche geschlossen zurück) auch in den kommenden Wochen nicht auf zauberhafte Weise gelöst werden können.

Dann hieße das für mich tatsächlich für den Rest der Zeit, den wir noch in Deutschland verbringen, lieber auf die Fremdbetreuung zu verzichten und meine Woche mit Kind so durchzuplanen, dass ich wieder Struktur und Sicherheit einkehren lassen kann, wo jetzt gerade nur Unsicherheit und Unruhe herrschen.

Keine leichte Entscheidung, das sag´ ich Euch! Denn WENN es gut läuft, profitiert unsere gesamte Familie von G´s Vormittagen mit Kinderladen. Aber wenn es das eben nicht mehr tut, dann stresst es mich, stresst es mein Kind und mein armer Göttergatte muss uns dann auch noch mit aushalten, uaaaaah!

Alle Vorteile, die so ein kleiner Betrieb wie unser Kinderladen auch haben mag – momentan überwiegen gefühlt irgendwie die Nachteile :o(

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