Selbstexperiment Woche 2 und 3

Die zweite Woche meines Experimentes verlief ähnlich wie die erste Woche: für ein stures Zählen der Gegenstände konnte ich mich nicht mehr motivieren. Wenn ich an einem Regal oder mit einer Kiste loslegte, sortierte ich aus, so viel ich konnte und machte erst Schluss, wenn ich selbst zufrieden mit dem Ergebnis war.

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In der dritten Woche schwächelte meine Motivation etwas: Ich hatte auf unserem Dachboden gleich eine ganze Reihe von Kisten im Blick, die es auszumisten galt. Wozu ich auch Lust gehabt hätte. Aber durch meine geplante Fortbildungsreise und den anstehenden Familienbesuch, fand ich einfach nicht die Zeit und die Ruhe, mich dieser Aufgabe zu widmen.

Außerdem merkte ich, dass mich das Format des Monatsexperiments innerlich mehr unter Druck setzt, als ich dachte. Und genau darum geht es für mich auf der Suche nach einem beschaulicheren Leben eben auch: Verlangsamen, Entschleunigen, Freimachen von unnötigen Stressfaktoren. Zur Ruhe finden. Materiellen und mentalen Ballast loswerden.

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Ich beende also mit gutem Gewissen das Experiment vor seiner Zeit mit der Erkenntnis, dass ich es grundsätzlich ganz gut schaffe, mich von unnötigem Besitz zu trennen, dies aber dann lieber in einer größeren Aktion mit Schwung und Elan anpacke. Das habe ich für die Rumpelecken auf unserem Dachboden und im Keller definitiv vor, suche mir dann aber einen passenden Zeitpunkt dafür.

Mein Konsumverzicht fiel mir bis hierher leichter als erwartet. Bis auf den ersten Tag des Scheiterns konnte ich diese Einstellung problemlos in meinen Alltag integrieren und werde auch nach den 30 Tagen Komplettverzicht mit Sicherheit deutlich weniger Dinge anschaffen, als noch in den Wochen und Monaten zuvor.

Meine innere Reise geht also weiter, der Kurs ist klar und ich fühle mich erleichtert, da ich mich nun wieder von dem künstlichen Zwang befreit habe, der meiner Persönlichkeit und meiner Art, Dinge anzupacken einfach nicht entsprach.

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