Verschnupfte Ostern (Halbwegs nachhaltig, immerhin vegan)

Um uns herum steigt das äußere Chaos: Umzugskisten in verschiedensten Füllungszuständen, Flohmarktkram in großen und kleinen Haufen, ein Sack Kleiderspenden, Kinderspielzeug, heimatlose Kleinteile nach Verkauf von Schränken und Kommoden – Aber der Jahreslauf macht davor nicht Halt! Nein, Ostern lauerte auf uns in einer dunklen Ecke dieses Jahr und kroch mir langsam und ungemütlich den Rücken herauf…

Das ist etwas, was ich aus der Kinderladenzeit wirklich vermisse: Das Vorbereiten und Einstimmen auf die Jahresfeste. Basteln und Backen je nach Jahreszeit. Und als Mutter konnte ich mitschwingen, so viel selbst dazu geben, wie es meine Zeit, Motivation und Energie gerade her gab.
Das war nun mit dem Osterfest etwas anders. Ausgerechnet Ostern! Dazu fiel mir außer Schoko-Eier-verpackt-in-quietschbunte-Alufolie-Verstecken nichts ein. Versteht mich nicht falsch: Als Kind habe ich dieses Ritual wirklich geliebt! Meine Eltern mussten jedes Jahr mehrmals hintereinander die Eier für mich verstecken. Das Suchen und Finden war für mich das Größte!

Das Problem ist nun natürlich, dass dieses Ritual (wie so manches aus meiner Vergangenheit) nicht mehr mit meinen heutigen Werten zu vereinen ist. Eine Alternative musste also her zu den gekauften Ostereiern und natürlich auch zum Hühnereier-Anmalen des letzten Jahres.

Also schob ich die Kisten für einen Augenblick zur Seite (NEIN! Ich TRUG sie natürlich weg, denn mein Mann hyperventiliert bestimmt heftigst, wenn ich noch einen Kratzer ins Laminat haue. Und Sand und kleine Kiesel sind zur Zeit allgegenwärtig in dieser Wohnung.)

Improvisiertes Ostereier-Basteln mitten im Aussteiger-Chaos sieht dann ungefähr so aus:

Pappreste zum Ausschneiden der Eier zusammensuchen.

Kind mit Engelszungen beschwatzen, dass es doch bitte etwas mehr als 1,5 Eier ausschneidet (Alleine macht das Muddi keinen Spaß!)
Hat auch ganz gut geklappt. *hihi*

Fingerfarben Flatrate mit anschließendem Wasserplanschen
(versöhnt das Kind für die vorherige Zwangsarbeit an der Schere).

Nach ausreichendem Trocknen überlegen, was man denn jetzt mit den Eiern anstellt: Geburtstagskarte für den Papa basteln. Ein Ei verbraucht. 15 Übrig. Mist.

Girlande auffädeln? Sieht irgendwie nicht aus!

Gedankenblitz: Da war doch noch so ein Kranz übrig vom letzten Geburtstag? Suchen. Fluchen. Finden: In der Flohmarktkiste Jipiii!

DIY – Osterkranz Marke Eigenbau zaubern und mit dem Kinde wie Bolle über die Kreation freuen.

Und nun am Ostersonntagmorgen? Kein Schoko-Ei, kein Hühner-Ei. Würde vorschlagen, wir lassen das mit den Eiern. Ich bereite dem Göttergatten am Abend einen Bausatz vor, dafür übernimmt er das Aufstehen um 4 Uhr und bäckt die kleinen Osterhasen aus (sehen am Ende zwar eher aus wie dicke Ostermäuse, aber das macht nichts!)

Das Grundrezept für einen süßen veganen Hefeteig ist denkbar einfach:

In einer Schüssel 300g Mehl nach Wahl + 60g braunen Zucker + 1 Päckchen Trockenhefe + 1 Prise Salz (+ 1/4 TL Vanille + 1 TL geriebene Zitronenschale) vermischen.

In einem kleinen Topf 180ml Sojamilch (oder eine andere Pflanzenmilch) mit 50g Margarine erwärmen.

Das ganze zu einem geschmeidigen Teig verkneten und nach ca 40 Min. Ruhezeit im vorgeheizten Backofen die Hasen bei 180°C Umluftwärme ausbacken. Mmmmmmmhhhhhh. Das duftet!
Unsere Hasenmäuse haben übrigens mangels Rosinen einfach kleine Leinsamenäuglein erhalten.

Unser Kindelein ist aufgeregt und sehr begeistert von der kleinen Schatzsuche am morgen. Süßigkeiten hatte ich noch aus der Adventszeit übrig. Also zwar nicht 100% nachhaltig, aber wenigstens wurde somit aufgebraucht, was noch da war. Hmmm, in dem Sinne also doch nachhaltig :o)

Geschmeckt haben die Osterhasen-Mäuse ganz wunderbar! Und ich habe das Gefühl, trotz Erkältung und Orga-Stress, gemeinsam mit meinem Mann ein halbwegs passables Ritual für unseren Zwerg gestaltet zu haben.

Seufz. (Schnupf)

Und wie sieht Euer Osterkörbchen dieses Jahr aus? Ich würde mich über Ideen rund um ein nachhaltiges, veganes Osterfest sehr freuen. Das nächste Frühjahr kommt bestimmt!

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