Notizen einer Schwangeren: 7. Woche

Wer hier schon länger mitliest, der weiß wohl, dass wir kurz vor Weihnachten einen kleinen Fehlstart in Sachen Schwangerschaft erlebt haben. Ins neue Jahr sind wir nun allerdings mit neuer guter Hoffnung gestartet und diesmal habe ich irgendwie gleich ein ganz anderes Gefühl zu dem positiven Schwangerschaftstest gehabt. Vielleicht lag es daran, dass es nicht mal konzentrierter Morgenurin war und trotzdem war der besagte zweite Strich auf dem Test so was von sofort und eindeutig sichtbar – da gab es überhaupt keinen Interpretationsspielraum. Und auch das Wissen, dass mein Liebster jetzt voll und ganz dahinter steht und jegliche Ambivalenz abgelegt hat, erfüllte mich von Anfang an mit so einem wohligen Kribbeln.

Es heißt zwar “Es ist nie der richtige Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen”, aber auf mich trifft das jetzt bereits zum zweiten Mal in meinem Leben einfach nicht zu. Die erste Schwangerschaft erlebte ich damals während meines schon länger voraus geplanten und gut vorbereiteten Sabbatjahres (aus welchem ich nie wirklich zurück gekehrt bin), hatte also in der Zeit gar keine Rufbereitschaft mehr und insgesamt wirklich nur sehr wenig als Hebamme zu tun. Dadurch konnte ich die Zeit der Schwangerschaft besonders genießen und mich auf den neuen Abschnitt in unserem Leben einstimmen.

Und auch jetzt befinde ich mich wieder an einem Punkt, an dem eine Schwangerschaft und ein erneutes Mutterwerden sich genau richtig anfühlen. Da ich nämlich bisher noch keine Entscheidung getroffen habe, wann und wohin ich mich beruflich neu orientieren möchte, habe ich jetzt gerade noch ganz viel Zeit und Luft für dieses neue Abenteuer. Mit dem im letzten Jahr aufkeimenden Gemeinschaftsprojekt ließe sich das ganze wohl auch gut vereinbaren, ohne zu sehr unter Druck zu geraten. Demnach bin ich mehr als glücklich, dass es mit dem schwanger werden jetzt doch so bald geklappt hat. (Und natürlich hoffe ich sehr, dass das auch so bleibt für die nächsten 8-9 Monate!)

Die ersten “Beschwerden” haben bereits eingesetzt und ich heiße sie fröhlich willkommen. Übelkeit (yay!), Brustspannen (jipiii!), Unterleibsziehen (jucheißa!), Nah-am-Wasser-Fühlen (wohooo!) – all diese Erscheinungen werte ich mal als gute Zeichen für eine gelingende Anpassung meines Körpers an seinen neuen Zustand. Wenn es nur nach mir ginge, würde ich wohl noch gar keine professionelle Unterstützung benötigen. Aber ich weiß ja um den immer schlimmer werdenden Hebammenmangel weit und breit und habe deswegen nun schon in der 6. Woche – einen Tag nach dem positiven Test – ein paar Hebammen kontaktiert.

Ich weiß ja noch gar nicht, wie hier so das Angebot aussieht und wohin ich zur Vorsorge fahren müsste. Ohne Auto habe ich da ja nur eingeschränkte Möglichkeiten. Obwohl – eine Freundin hier am Ort hat mir bereits angeboten, dass ich mir ihr Auto auch mal leihen dürfte. Ich hoffe jedenfalls, dass ich noch früh genug dran bin, eine Hebamme zu finden. So auf Standby im Wochenbett und für die Laboruntersuchungen, die ich nicht selber durchführen kann, macht es sicherlich Sinn. Ich mag mir ja gar nicht zu genau ausmalen, wieviele Familien inzwischen leider komplett ohne die Begleitung einer Hebamme auskommen müssen. Vielleicht sollte ich da lieber einer anderen Frau den Vortritt geben? Ohje, verzwickt.

Aber um die politische Komponente soll es in meinen “Notizen einer Schwangeren” nicht primär gehen. Vielmehr möchte ich davon berichten, was es für mich heißt, eine selbstbestimmte Schwangerschaft zu erleben, welche Untersuchungen ich durchführen lasse und welche eben nicht (und warum) und welche Anschaffungen und Anpassungen wir hier im Laufe der Zeit treffen werden, um das Nest für den neuen kleinen Menschen in unserer Mitte herzurichten.

Achja, außerdem beschäftige ich mich sicherlich mit der Frage, wann und wie wir es dem werdenden großen Bruder mitteilen und wie wir auch ihn auf die großen Veränderungen vorbereiten können. Ich hoffe, ihr seid dabei und begleitet uns auf diesem aufregenden Wege!



Loading

Schreibe einen Kommentar

*