Schwanger – für einen Tag :o(

Ich sage euch: Eine aufreibende Woche liegt gerade hinter mir. Als wäre der Beginn der Adventszeit nicht schon trubelig genug (im positiven Sinne), war ich in den letzten Tagen mental und emotional sehr mit meinem bestehenden Kinderwunsch beschäftigt…

Schon seit etwa einem halben Jahr ist es da – dieses Gefühl, dass doch noch jemand fehlt hier in unserer kleinen Familie. Und dass ich inzwischen, im Gegensatz zu den Jahren davor, wirklich wieder bereit bin, mich nochmal auf das Abenteuer Mutterwerden einzulassen.

Und da der Liebste im Grunde auch nichts dagegen hätte, haben wir es drauf ankommen lassen und seit dem Sommer nicht mehr vorgebeugt. Einige Zyklen lang passierte nichts Spektakuläres, aber diesmal war es doch anders. In der zweiten Zyklushälfte war ich furchtbar müde, schob es aber erstmal auf Wetterumschwung und Erkältungszeit. Dazu kam aber auch so eine fortdauernde, latente Übelkeit, die ich sonst absolut nicht von mir kenne und ein ansteigendes Spannungsgefühl in der Brust. Naja, soweit konnte das alles auch andere Gründe haben. Gesteigerte Prämenstrualität, glatte Einbildung, das Übliche halt…

Am 30. Zyklustag (normal sind für mich fast immer 25 oder 26 Tage, sehr selten mehr) weihte ich eine Freundin hier am Ort ein und die brachte mir 2 Tage später überraschender- und lieberweise spontan einen Schwangerschaftstest vorbei, den sie noch im Schrank liegen hatte. Damit stand fest: Am Sonntag mache ich den Test (33. Zyklustag). Ich war abends schon extrem aufgeregt und diese Aufregung ließ mich dann auch entsprechend schlecht schlafen, ich träumte sogar davon, wie ich den Test machte. Im Traum war er positiv.

Als ich dann um 3 Uhr in der Nacht erneut erwachte und beim besten Willen nicht mehr einschlafen konnte, hielt ich es im Bett nicht mehr aus. Ich wollte den Test sowieso machen, ohne dass Mann und Kind es mitkriegen, also verkrümelte ich mich ins hintere unserer beiden Badezimmer.

Der Test war dann auch tatsächlich positiv! Ich war danach noch aufgeregter als vorher und irgendwie auch ruhiger zugleich. Macht das irgendwie Sinn? Für jede, die sich schon mal gefragt habt, ob sie vielleicht schwanger ist, und dann die Gewissheit in Händen hielt, wahrscheinlich schon, oder?

Jedenfalls war die Nacht damit für mich komplett vorbei. Ich lag ungeduldig im Bett neben meinen zwei Lieben und das Gedankenkarussell drehte unaufhörlich seine Runden. Da ich es meinem Göttergatten schon so bald wie möglich mitteilen, den Sohnemann aber erstmal außen vor lassen wollte, legte ich in den frühen Morgenstunden in der Küche neben der Kaffeemaschine ein kleines Klammerrätsel für T aus.

Dieses war aber wohl leider doch zu klein / zu unauffällig / zu abstrakt. T lief nämlich am Morgen dann mehrmals daran vorbei, ohne den Clou zu schnallen und so musste ich ihm dann ein paar Stunden später – als G schön in sein Spiel vertieft war – einen eindeutigeren Hinweis geben. Es folgte ein Tag der Elektrizität und unterdrückten Freude zwischen uns beiden (wie gesagt, das Kindelein sollte ja nichts mitbekommen) und auch den Nachmittag mit Freunden bei Kuchen und Waffeln genossen wir sehr.

Doch leider sollte unsere „gute Hoffnung“ nur genau einen Tag halten. Denn am nächsten Vormittag löste sich der Traum vom zweiten Kind vorläufig in Luft auf. Meine Periode setzte ein. Deutlich stärker als sonst und auch nicht gerade schmerzfrei, mein erster Mini-Abort sozusagen.

Tja, und nun sitze ich hier, schreibe über dieses Erlebnis und bin noch etwas von gemischten Gefühlen gebeutelt. Ja, es ist natürlich schade, dass es wohl (noch?) nicht sein sollte mit dem zweiten Kind. Der Zeitpunkt wäre nahezu perfekt gewesen, oder was gibt es Schöneres, als so eine frohe Botschaft an Weihnachten zu verkünden? Aber es bringt auch nichts, darüber nachzusinnen, was hätte sein können und gewesen wäre. Es ist, wie es ist.

Und ein Gutes hatte die Erfahrung allemal: Als ich den positiven Test in der Hand hielt, habe ich  gespürt, durch und duch gespürt: Ich bin wirklich bereit. Das Nest ist fertig, die Sicherheit ist da, die Beziehung stimmt – für mich ist alles total rund im Moment.

Und mein Mann sagte mir dann abends im Bett, dass seine Freude und hinterher die gefühlte Enttäuschung ihm klar gemacht haben, dass sein Kinderwunsch anscheinend auch deutlich größer ist, als er bisher so dachte. Tja, vielleicht fehlte dieses kleine Details ja noch für eine erfolgreiche Familienplanung? Wer weiß. Wir werden sicher fleißig weiter „üben“!

 

4 Kommentare bei „Schwanger – für einen Tag :o(“

  1. Das ist wirklich schade. Tut mir Leid! Es ist wirklich hart, wenn die Freude so schnell zu Nichte gemacht wird…
    Aber ihr scheint ja für die Zukunft ganz optimistisch! Ich wünsche euch alles Gute und das fehlende Puzzleteil findet sicher noch zu euch!
    Liebe Grüße,
    EsistJuli

  2. Danke, meine Liebe! Ich denke, wenn es sein soll, wird es geschehen und wenn nicht, werde ich mich auch damit arrangieren. Ich bin gerade froh, dass sich jetzt direkt gezeigt hat, dass es nichts wird, anstatt erst in einer deutlich späteren Woche. Liebe Grüße!

  3. Liebe Jitka. Es tut mir sehr leid! Ich habe selber drei Sternenkinder und sie haben immer einen Platz in meinem Herzen. Ich wünsche dir alles Guten! Liebe vorweihnachtliche Grüße Anne

  4. Liebe Anne, danke für deinen Zuspruch. Sternenkind ist ein schöner Begriff, vielleicht kommt dieser kleine Stern ja doch noch zu uns 😉 euch auch eine schöne Zeit!

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