DIY: Wir bauen eine Outdoorküche

Nach den zwei unglaublich lang andauernden Krankheitswochen ging es irgendwann sowohl mit unserem Energielevel als auch mit dem Wetter vor unserer WoMo-Tür endlich wieder bergauf. Und da wir einen festen Termin für unsere Ankunft in Deutschland auf dem Schirm haben, machten wir uns mit Rückkehr der körperlichen Belastbarkeit so zügig wie möglich daran, unser begonnenes WWOOFer-Projekt im Garten zum Abschluss zu bringen.

Die Sitzgelegenheiten und eine Überdachung als Schattenspender waren schon vorhanden. Was allerdings in diesem Bereich noch fehlte, das war eine steinerne Konstruktion für den Grill und den Ofen, an der man auch draußen so allerlei leckeres Essen zubereiten kann. Kurz gesagt eine praktische Outdoor-Küche.

Da unsere Gastgeber selber kein übermäßiges Fachwissen in Sachen Bauen mitbringen, ließen sie uns relativ freie Hand bei der Umsetzung ihrer (groben) Vorstellungen. T hatte in seinen letzten Volunteer-Einsätzen zum Glück schon einige Erfahrungswerte im Umgang mit Steinen, Zement und Mörtel gesammelt, so dass er nach vergleichsweise kurzer Recherche schnell zu Werke schreiten konnte.

Die Mauern selbst wurden aus Backsteinen aufgebaut und mit einer Gußfüllung aus Zement nach oben hin abgeschlossen. Dafür hatte T extra eine Art Lattenkorsett gezimmert, um den flüssigen Zement in Form zu halten.

Diese Verschalung konnte nach dem Durchtrocknen dann einfach wieder abmontiert werden und die Arbeitsfläche hatte dadurch das gewünschte Aussehen erhalten.

Zur Verstärkung und optischen Aufwertung der blanken Mauern haben wir dann die bereits vorhandenen Natursteine klein gekloppt und eine Art grobes Mosaik als Wandabschluss innen und außen angebracht.

Nur der obere Innenbereich bekam bloß einen Mörtelputz ohne Steine, damit das Einsetzen eines Brettes oder dergleichen unproblematisch möglich wird.

Ich kam mir zwischenzeitlich echt vor wie im Steinbruch. Klopp, klopp, klopp. Pling, pling. Also Steinmetzin werde ich in diesem Leben eher nicht mehr, das sag ich euch.

Mir tun immer noch die Beinahe-Blasen an meinen Händen weh, wenn ich an das Wort Meißel nur denke.

Die meiste Arbeit hat allerdings wie immer mein Göttergatte gewuppt, samt echten Blasen an den Handballen. Ein bisschen Hilfe war ich aber schon, glaube ich. Immerhin ist mir beim Materialkauf schneller wieder eingefallen, dass das spanische Wort für Sand Arena ist. Sonst hätten wir möglicherweise ein Problem bei der korrekten Säckewahl gekriegt. Und so gute vibrations wie ich muss man auch erst mal verbreiten. *sichselbstaufdieschulterklopft*

Das Wetter klarte dann, wie gesagt, auch rechtzeitig zu unserer Genesung wieder ganz gut auf. Da konnten wir die Arbeiten bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel voran bringen. Sogar am Geburtstag meines Liebsten hieß es für uns Mörtel anrühren und Mosaik zusammen setzen auf der Baustelle.

Während T vor allem die großen Brocken puzzelte, widmete ich mich mehr den feineren Abschnitten. Gute Arbeitsteilung, wie ich fand.

Die obere Arbeitsfläche gossen wir am Ende noch mit sehr dünnflüssiger Niveliermasse aus, um die Unebenheiten etwas zu glätten.

Aus Brettern zimmerte T eine simple Einlegefläche als Ablage.

Und hinter den Grill hat er dann noch einen Kamin gemauert; das war der letzte Arbeitsschritt, den wir hierbei noch vollendet haben.

Den Abschluss mit Endausstattung wie Grill und fertigem Ofenaufbau werden wir zwar leider nicht mehr miterleben, aber es ist defintiv ein gutes Gefühl, unsere Arbeit an dieser Baustelle abgeschlossen zu haben, bevor wir von hier aufbrechen.

Zwischendurch während der heftigen Grippe hatte ich schon ein schlechtes Gewissen bei der Vorstellung, hier nur durchzuhängen und die verabredete Aufgabe liegen lassen zu müssen. Aber nun haben wir es ja doch noch hingekriegt.

Von diesem Ort fahren wir übrigens mit einem lachenden und einem weinenden Auge fort. Die Menschen hier waren zu uns so liebevoll und herzlich. Sie haben uns in einer wirklich schlimmen Phase unseres Lebens unterstützt und uns geholfen, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten.

Versorgung am Krankenbett: Pancakes und Zitronen-Thymian-Tee

Sie haben uns ihre Herzen geöffnet und sogar angeboten, mit ihnen zusammen eine Gemeinschaft zu gründen.

Und dennoch ist auch dieser Ort nicht das, was wir uns für unser zukünftiges Leben wünschen. Und so geht es nun auf die Rückreise nach Deutschland. Voller Neugier und gespannter Erwartung darauf, was uns dort wohl begegnen wird.

Wir können jetzt also Natursteintreppen, Trennklo und Outdoor-Kitchen. Das ist fast so gut wie ein Jodeldiplom, oder was meint ihr?!

2 Kommentare bei „DIY: Wir bauen eine Outdoorküche“

  1. RESPEKT!!!! ECHT DER HAMMER, WAS IHR DA GEBASTELT HABT!!! Ich bin beeindruckt und gespannt, wie eure Reise weitergeht. Vielleicht sehen wir uns ja doch irgendwann mal wieder… Drücker von Milla, Oli und Henri

    1. Danke dir! Wir sind jetzt unterwegs nach Deutschland und freuen uns total aufs „Heimkommen“ 😄
      Ich drück dich und deine Männer aus der Ferne und ja, gerne auch eines Tages mal wieder in echt!

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