Fridolin: Ein Make-Over der besonderen Art

Wie bereits erwähnt, fühle ich mich in der Gemeinschaft, in der wir uns zur Zeit aufhalten, sehr gut aufgehoben. Doch im Gartenbereich zu sein, ist und bleibt für mich weiterhin eine gewisse Kraftanstrengung. T baut ja gerade fleißig eine Toilette, aber erstens ist die noch lange nicht fertig und zweitens machte mir der Zustand des „Küchenwagens“ auch arg zu schaffen.


Die drei Wohnwagen auf dem Gelände haben jeder einen Namen und eine Aufgabe. Da gibt es Max, den Werkzeugwagen mit eingebautem Plumpsklo, deshalb nennt G ihn auch fortlaufend den Stinkewagen.

Dann gibt es die Christa, die eine Schlafmöglichkeit für Hartgesottene bietet (ich selbst zähle mich trotz wachsender Outdoortauglichkeit nicht dazu).

Und schließlich den Fridolin, um dessen Make-Over es heute gehen soll.

Bisher sah Fridolin von außen wie von innen wie das reinste Messi-Paradies aus. Ich bereue, dass ich vor der Ausmist-Aktion kein Foto mehr gemacht habe. Aber hier seht ihr ein Bild vom Vorzelt von Max, da könnt ihr ungefähr einen Eindruck davon bekommen, wie es im Küchenwagen / Werkzeuglager / Sammelstelle für Einmachgläser und Gartenkram ausgesehen hat, bevor wir die Ärmel hochgekrempelt und in meinem Falle die Gummihandschuhe angezogen haben.

Wir: Das sind in erster Linie die andere Mama und ich. Denn ihr ging es da doch sehr ähnlich, was die Überwindung in Bezug auf die Begehbarkeit des Wagens anbelangte.
Von ihr kam auch die Wahnsinns-Idee, das Projekt Ausmisten anzugehen. Und da ich alleine mir niemals diese Aufgabe ausgesucht hätte, war es ganz gut, dass sie den Startschuss gegeben hat.

Bereits nach dem ersten Tag, an dem sie einmal den ganzen Wagen leer geräumt hatte, konnte ich mir langsam vorstellen, dass Fridolin tatsächlich in einen Zustand gebracht werden könnte, der zumindest akzeptabel wäre. Am nächsten Tag rückte ich dann auch bis an die Zähne bewaffnet mit Handschuhen, Staubwedel und Putzzeug an, um den Elan der ersten Stunde auszunutzen.

Denn wenn ich ehrlich bin, kostete mich die Aktion viel Kraft und Durchhaltevermögen. Zig Spinnweben mit diversen Bewohnerinnen derselben, ein Gekko und raschelnde Kleinstnager (letztere hörten wir nur und sahen sie nicht) bewirkten so manchen Adrenalinstoß und Schweißausbruch.

Am Ende war ich fix und fertig, die andere Mama ebenso, aber der Küchenwagen ein vergleichbar himmlischer Ort. Fast schon wohnlich mit den frischen Bettlaken über den gammeligen Sitzpolstern.

Zur Einweihung saßen wir drinnen, tranken einen frisch gekochten Kräutertee und naschten Obst und Reiswaffeln.

Ich bin jedenfalls mega stolz auf mich, dass ich mich dieser Herausforderung gestellt habe und die Kraft gefunden habe, meinen Ekel und meinen Widerstand zu überwinden. Ich hoffe, davon kann ich eine Weile zehren. Der nächste „Fridolin“ wartet bestimmt.

Schreibe einen Kommentar

*