Momentaufnahme: unser Lebensrhythmus

Mittlerweile neigt sich unsere dritte Woche in der Casa dem Ende. Und auch wenn jeder Tag sich auf seine ganz eigene Art entfaltet, gibt es doch einige Orientierungspunkte, die mir und vor allem G Sicherheit spenden.

Der Morgen beginnt immer sehr ähnlich für uns. Ohne gestellten Wecker wachen wir hier zwischen sieben und acht Uhr auf. Ich stehe als erste auf und husche unten kurz unter die Dusche, während meine Männer noch ein bisschen länger liegen bleiben. G würde zwar lieber mit mir kuscheln (und T wahrscheinlich auch), aber ich ziehe das Frischmachen in aller Ruhe einem ausgedehnten Rumgammeln im Bett vor.

Kurz darauf geht’s rüber in die Gemeinschaftsküche, dort trifft sich die Frühaufsteherbande zum ersten Heißgetränk. Gegen neun stoßen weitere Gesichter dazu und das eigentliche Frühstück nimmt seinen Lauf im Stockwerk darüber.

Ab da beginnt der individuelle Teil des Tages. Es wird kurz besprochen und abgestimmt, wer was vorhat und welche Aufgaben ggf. anstehen, für die es noch Freiwillige braucht. Dann verteilt sich die Gruppe an den unterschiedlichen Wirkungs -Orten, im Haus, im Garten oder zur Erledigungstour.

Ich selbst bleibe um diese Zeit oft gerne noch im Haus und helfe regelmäßig beim Mittagessen mit, welches wir,solange das Wetter noch so gut mitmacht, an den meisten Tagen im Garten einnehmen.

Nach dem Essen, das um ca. 13 Uhr stattfindet, bringe ich den Kleinen zur Mittagsruhe (Seit vier Tagen fällt der Schlaf mal wieder aus. Mal sehen, ob es diesmal von Dauer ist. )

Nach der Siestazeit werkeln die meisten wieder an ihren jeweiligen Projekten herum und gegen 17 Uhr zieht es einen großen Teil der Gruppe wieder zurück ins Haus, wo die Vorbereitungen für das Abendessen beginnen.

Seit vorgestern schläft G dann tatsächlich schon vor dem Essen ein, heute habe ich wirklich damit gerechnet und ihm vorher noch schnell ein paar Nudeln gekocht. Ich bin gespannt, ob er mit der Zeit abends noch etwas länger durchhält oder ob 19 Uhr erstmal seine Sperrstunde bleibt.

Ich fühle mich momentan wirklich sehr wohl in dieser Lebenssituation, in der wir hier gelandet sind. Aufgaben gibt es immer genug. Ich genieße die Arbeiten in der Küche ganz besonders, das Kochen und Backen für die ganze Mannschaft.

Aber auch im Garten finde ich nach und nach so manche Tätigkeit, mit der ich mich nützlich fühlen kann. Der Garten selbst ist für mich aber noch kein Ort, an dem ich mich so richtig entspannen kann. Zu viele Fliegen und Mücken für meinen Geschmack, zu wenig Komfort (z.B. Kein Strom, kein Wasseranschluss und keine Toilette, die wird ja gerade erst von T und einem anderen Mann gebaut ) und zu viel unaufgeräumter, ungepflegter Kram, der in der Gegend rumsteht.

Dafür mag ich das Gästehaus tatsächlich sehr, allem voran die gemütliche Wohnküche und auch unser Schlafzimmer. Der Maisonette-Stil ist zwar gewöhnungsbedürftig und sicher keine Dauerlösung (Privatsphäre und Paarzeit gibt es derzeit leider nicht, was mir ganz besonders für unsere OMing-Praxis leid tut), aber so isses halt erstmal.

Aktuell besteht unsere Gruppe aus 12 Erwachsenen und den 2 Kindern. Bis auf einen Waliser und eine Mexikanerin sprechen alle deutsch hier. Die Hälfte der Leute sucht aktiv nach einem Ort zum Leben, der Rest sind Durchreisende ohne konkretes Interesse hierher zu ziehen.

Bei mir hat es bisher zwar noch nicht so richtig „Klick“ gemacht, ich weiß aber auch nicht, ob das überhaupt passieren wird. Egal ob hier oder woanders. Nur will ich den Wunsch, eine etwas größere Gruppe mit mehr Kindern zu finden, noch nicht so schnell aufgeben, glaube ich.

Ich warte erst mal weiter ab und bin dankbar dafür, hier willkommen zu sein und nichts überstürzen zu müssen. Zumal die Reparatur vom WoMo auch noch aussteht.

Und was gibt’s bei Euch Neues?!

Schreibe einen Kommentar

*