Wir bauen ein Kompost-Trennklo: Teil 1

Als wir uns als Gasthelfer (m/w/*) in der Casa anmeldeten, dachten wir noch ganz naiv, dass uns schon gesagt und gezeigt werden würde, wo wir mit Hand anlegen und uns nützlich machen können. Tatsächlich lief es dann aber doch ganz anders ab.

Schon in den ersten Tagen wurde klar: Regeln gibt es erstaunlich wenige hier und Vorgaben, was wir tun sollen ebenso wenig. Der Bewohner des Ortes lässt zwar hier und da mal verlauten, wenn er Hilfe bei etwas braucht oder was aus seiner Sicht ansteht. Aber im Großen und Ganzen sind wir doch sehr auf uns selbst zurück geworfen, das zu tun, was wir tun möchten.

T fand im Gartenbereich auch sofort ein Projekt, dass ihn ansprach: Da die einzige „Toilette“ ein furchtbar garstiges, provisorisches Plumpsklo in einem der Camper war, welches diesem Wagen den Beinamen „Stinkewagen“ einbrachte, fand T, es müsse ein gescheites Kompost-Klo gebaut werden. Am besten gleich ein Trennklo, dass man dann bei Bedarf für die Herstellung von Terra preta nutzen könnte.

Der andere anwesende Papa vor Ort stieg mit ein und so wurde immer wieder mal mehr und mal weniger an der Umsetzung geplant und gearbeitet. Als erstes wurde der Platz freigelegt und ein Fundament aus Fluss-Steinen und Lehm gelegt.

Das Häuschen selbst soll aus einer Konstruktion aus Bambusstangen errichtet werden. Dafür schnitten T und J dann auch ordentlich Bambus ab und ich half zwischendurch mit beim Schälen und Ausmessen der Stangen.

Die Kinder wuselten meist um die Arbeitsstelle herum und staunten mit uns über die Mengen an Bambusschalen.

Die Hölzer wurden dann von T akkurat zurecht gesägt und zum Trocknen in die Sonne gestellt.

Eigentlich müsste das Material noch viel länger trocknen, aber dazu fehlt uns bei dem Projekt leider die Zeit, also werden sie wohl einfach so grün verwendet werden, wie sie sind.

Weiter geht es allerdings mit dem Gerüst erst dann, wenn der Kasten für das Klo samt Trennvorrichtung gezimmert und die Rinne für den Pipi-Ablauf fertig gestellt ist.

Alles in allem schon eine recht aufwendige Angelgenheit. Und da hier dann eben doch nur hilft und mitmacht, wer sich gerade danach fühlt, kann sich so ein Projekt dann auch mal ´ne Weile hinziehen.


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Da wünschten T und ich uns manchmal doch etwas mehr Struktur und Teamgeist, so dass ein solches Werk gemeinsam mit geballter Kraft in einer Woche gewuppt werden kann.

Aber so lernen wir eben, uns zu gedulden und auch nur das zu tun, worauf wir wirklich Lust haben. Mal sehen, ob mit dieser Einstellung das Projekt noch abgeschlossen werden kann, während wir hier vor Ort sind.

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