Auf unserem Jahreszeitentisch

Um ein wenig Rhythmus in den Jahresablauf zu bringen und die naturgegebenen Veränderungen unserer Umwelt auch in unserer Wohnung sichtbar zu machen, habe ich Ende letzten Jahres begonnen, einen Jahreszeitentisch zu pflegen. Es war gar nicht so einfach, den richtigen Ort dafür zu finden. Er sollte in der Nähe unseres zentralen Familienlebens sein und G sollte ihn auch damals schon, mit etwas über einem Jahr, sehen und erleben können.

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Ich wollte etwa einen halben Quadratmeter Platz (geht sicher auch kleiner), um mich nicht zu sehr einschränken zu müssen und die Dachschrägen musste ich auch mit einkalkulieren. Jetzt befindet sich der „Tisch“ direkt bei unserem Essplatz und ist so freundlicher Blickfang bei allen Mahlzeiten und beim Arbeiten in der Küche.

Da unser Kleiner zu dieser Zeit noch alles in den Mund nahm und ich mit einem Krabbelkind im Herbst-Matsch-Wetter nicht ständig im Wald spazieren war, mussten zunächst Kürbisse, Nüsse und Orangen die kalte Jahreszeit ankündigen. Ich bin außerdem ganz vernarrt in die kleinen Naturgeister, die ich mir für diesen Zweck gegönnt habe. Sie werden uns ganz bestimmt viele Jahre lang begleiten und uns ein wenig Magie und Zauber in unser Heim bringen.

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Zur Weihnachtszeit besorgten wir den ersten echten Adventskranz unseres gemeinsamen Erwachsenenlebens und G fand ihn auch sehr interessant. Zu dieser Zeit begann er auch langsam die Bilderbücher über die Jahreszeiten genauer zu betrachten. Ich liebe die Bücher von Eva-Maria Ott-Heidmann. Die Bilder sind unglaublich liebevoll gezeichnet und laden zum schauen und spüren ein.

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Mit beginnendem Vorfrühling zogen dann unsere Narzissenzwiebeln auf dem Tisch ein und durften dort einige Tage verweilen, bis wir ihnen die Umsiedlung nach draußen auf unseren Balkon zumuten konnten.
Begleitet wurde diese Zeit von allerlei Arbeiten für den und auf dem Balkon.

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Und nun hat endlich der Sommer Einzug gehalten. Wir genießen draußen die warmen, sonnigen Tage und arbeiten fleißig auf unserem Acker. Die Kirschbäume tragen erste Früchte und G ist ganz verrückt danach, die süßen Früchte zu naschen. Im Buch vom Sommer liebt er das Bild, auf dem ein Mädchen ebenfalls Kirschen vom Baum pflückt.

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Außerdem ist gerade Holunderzeit! Wir schnuppern den süßen Duft der Blüten, essen leckere Hollerküchlein und kochen gemeinsam Blütensirup ein. Als Mutter kann ich diese Momente noch intensiver genießen. Mithilfe der Erinnerungen auf dem Jahreszeitentisch lassen wir Erlebtes noch einmal Revue passieren und vertiefen die Erfahrungen in der Natur auch noch einmal zuhause.

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