Frühjahrstage daheim – homeschoolen und abstillen

Das Mädchen läuft, der Junge liest und den Jungpflanzen geht´s solala, jedenfalls dem Kohlrabi. Lest heute einen Querschrieb durch meine letzten zwei Wochen, in denen irgendwie alles und nichts passiert ist…

Fangen wir doch mal mit der kleinen Dame an. Klein-M, ein richtiges Mädchen, das alle Sorten Kleidung, Schuhe und Assecoires liebt. Egal ob es die eigenen oder fremde sind. An- und ausziehen steht hier immer auf der Tagesordnung und die Augen strahlen, wenn sie sich mit ihrem neuen Outfit im Spiegel bewundert.

Seit zwei Wochen hat sie das Krabbeln ad acta gelegt und ist nur noch zweibeinig unterwegs. Eine kleine, leicht angetrunkene Torkelprinzessin wackelt hier also um mich herum und auch ihr von Oma und Opa spendiertes Rutschauto wird heiß geliebt. Aber nur mit Helm, versteht sich!

Vor einem Monat habe ich den bis dahin noch etwas vagen Entschluss, auch dieses Kind nach dem zweiten Lebenswinter abzustillen, auf den Weg gebracht. Gerade beim Einschlafstillen hat die Maus doch leider recht oft kräftig zugebissen, das war der Schubs, den ich noch brauchte. Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich habe nichts dagegen, wenn andere Mütter ihre Kinder gerne länger stillen. Nur für mich passt das mit dem Langzeitstillen einfach nicht. Ich möchte meinen Körper wieder für mich haben und traue meinen Kindern mit damals 19 und jetzt mit knapp 20 Monaten zu, neue Wege der Nähe, des Geborgenseins und des Trostes zu finden.

Also habe ich vor vier Wochen ziemlich abrupt entschieden, als erstes das Einschlafstillen weg zu lassen und Klein-M schläft seither sowohl mittags als auch abends ohne Probleme ohne Brust ein. Klar, die ersten zwei Abende hat sie ein paar Minuten länger protestiert, aber inzwischen gibt es nur noch in Ausnahmen Tränen deswegen. Und auch die sind zuverlässig nach fünf bis maximal 10 Minuten weggekuschelt. Passt also.

Im zweiten Schritt strecke ich die Abstände tagsüber, so dass sie jetzt eigentlich nur noch zweimal am Tag, selten drei mal trinkt. Ihr Appetit bei Tisch hat seither auch spürbar zugenommen und die Milchflasche akzeptiert sie auch hin und wieder mit etwas mehr Sympathie. Für ein paar Schluck immerhin. Nachts stille ich sie zwar schon noch, wenn sie quengelt, aber ich docke sie nach wenigen Minuten ab und lasse sie nicht mehr daran einschlafen. Klappt super.

Heute Nacht hat sie sage und schreibe 8 Stunden am Stück durchgepennt und nur noch einmal trinken wollen. Ich bin gespannt, ob sie jetzt von alleine den letzten Schritt macht, oder ob dann in T ´s Osterurlaub in der Milchbar von mir das Licht ausgemacht und die Tür abgeschlossen wird. Der Prozess fühlt sich aber bisher sehr gut an, ich glaube, meine eigene Klarheit und liebevolle Konsequenz sind das allerwichtigste Mittel für den Erfolg.

Dem Großen geht es auch ziemlich prima. Der Wechselunterricht hat uns einen entspannten Schulstart beschert. Das Homeschooling selber haben wir ganz gelassen genommen und nur das gemacht, wozu wirklich Lust und Möge da war. Ich sehe gar nicht ein, die von außen aufgedrückten Zustände dazu führen zu lassen, dass ich am Ende als genervte Ersaztlehrerin meinem Kind im Nacken sitze und den Leistungsdruck erzeuge, vor dem ich ihn doch in Wirklichkeit bewahren möchte. Wie Lernen am besten funktioniert wissen wir seit Gerald Hüther und Arno Stern schließlich ganz genau: Mit Freude, Bindung, Spaß und intrinsicher Motivation.

Und dann gab es auch noch eine Woche mit Schnupfen daheim. Ich empfinde es als sehr wohltuend, nicht überlegen zu müssen, ob er fit genug für die Schule ist oder nicht. Das kleinste Erkältungssymptom und ich darf ihn mit bestem Gewissen zuhause lassen. Das tut uns allen gut, so eine ruhige Woche.

Die Waldorfschule ist in Bezug auf den Unterricht und G ´s Lehrerschaft immer noch das Beste, was uns unter Schulpflichtbedingungen passieren konnte. Ich bereue die Fahrerei und die Kosten absolut nicht. Auch das Pensum an Hausaufgaben ist einfach kein Vergleich mit der Regelschule hier bei uns am Ort.

Und dann gibt es ja auch noch mein Gemüseprojekt, natürlich! Die Salatpflanzen sehen super aus, auch die Paprika und der Lauch scheinen bisher die richtige Behandlung zu genießen.

Wer mir Sorgen macht, ist der Kohlrabi. Ich hatte ihn ja vielleicht etwas zu früh pikiert. Und dann in so selbst verrottenden Zellulosetöpfchen drin. Die sind mir aber nach zwei Wochen extrem angeschimmelt. Da habe ich die Pflanzen kurzerhand noch einmal in Plastik umgebettet. Danach haben es etwa die Hälfte der Jungpflanzen nicht mehr so wirklich gut überstanden.

Während einige noch schön stramm dastehen und grün und vital wirken, sind andere Exemplare total kraftlos in sich zusammen gesunken. Ich habe sie dann noch mal etwas stärker angedrückt und tüchtig angegossen. Ohje. Keine Ahnung, ob ich ihnen damit wirklich geholfen oder alles nur verschlimmbessert habe? Für alle Fälle habe ich dann vorgestern gleich die nächste Runde ausgesät. Allerdings ist der Platz in meiner Jungpflanzenstation jetzt restlos besetzt und erst, wenn der Salat eingepflanzt wird, habe ich da wieder etwas mehr Space frei.

Das Wetter hier im Allgäu sieht jedoch eher nach nochmaligem Wintereinbruch aus und so warte ich mit weiteren Aussaaten erstmal noch ab. Ein, zwei gemütliche Sofawochen stehen uns scheinbar bevor. Und das ist ja auch nicht verkehrt.

Gemütlich können wir. Sehr gut sogar.

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