Keimzeit

Wie passend, dass zu den herrlichen Sonnenstrahlen da draußen auch hier drinnen ein wenig der Frühling ausgebrochen ist. Am Morgen ist es jetzt so ähnlich wie an seinen Adventskalender zu schleichen und nachzusehen, was darin versteckt ist. Nur dass es statt Säckchen diesmal Töpfchen und andere Gefäße sind, die mich mit ihrer Magie herbei rufen.

Meine Keimprobe dümpelt so vor sich hin. Allerdings hat der Bio-Hokkaido tatsächlich losgelegt und schöne Keimlinge ausgebildet. Eigentlich ist der ja noch viel zu früh dran (die Hauptkürbisse werde ich im April auf den Weg bringen), aber nun muss ich diese hübschen Kleinen natürlich doch auch weiter aufziehen. Sie werden dann etwas für den Experimentiergarten werden, schätze ich.

Die zwei Salatsorten haben innerhalb von 24 Stunden gekeimt und kurz darauf ihre Spitzen in die Erde gebohrt. Nun richten sie sich langsam auf und recken ihre Köpfchen schon nach oben, dem Licht entgegen. Wenn ich denen so zuschaue, merke ich, dass ich auch gerne mit samt meinem Potenzial meine Wurzel an einem sicheren Ort reinbohren und dort zu voller Pracht heran wachsen möchte. Bis dahin übe ich mich in Dankbarkeit für den Ist-Zustand und meinen Entschluss, nicht mehr auf den Tag X zu warten, bevor ich tue, was ich wirklich will.

Die ersten Paprikasamen haben es auch schon geschafft, das dauerte ca. 72 Stunden. Im Netz fand ich als Tipps für ein schnelleres Auskeimen der Paprika den Hinweis, sie an der Keimtülle ganz vorsichtig anzuschneiden und ihnen vor dem warmen Keimbettchen noch ein kaltes Bad zu verpassen. Sollte der Rest nicht bald nachziehen, versuche ich damit sicher noch mein Glück.

Die erste Fuhre Basilikum haben wir pikiert und in ihrem endgültigen Topf eingepflanzt. Das wird unser Wohnungsbasilikum, für den Garten habe ich jetzt nochmal neu ausgesät.

G ist zwar offiziell mein Gartenhelfer, aber so richtig viel habe ich für ihn noch nicht zu tun. Schön, wenn er sich dann um die Deko kümmert. Das Auge gärtnert mit.

Und jetzt am Wochenende habe ich vom Liebsten endlich meine Jungpflanzenstation im Keller eingerichtet bekommen. Da wir keine Südfenster haben und die Fensterbretter der Westseiten alle schon mit unseren normalen Zimmerpflanzen besetzt sind, werde ich die Anzucht unter Kunstlicht testen. Im Keller ist der Vorteil, dass die Pflanzen es dort nicht zu warm haben. Zimmertemperatur soll ja einer der vielen Anfängerfehler bei der Aufzucht vor allem von Fruchtgemüsen wie Tomate, Paprika, Kürbis usw. sein. Ich bin gespannt, ob diese Tipps mir wirklich ein paar Umwege ersparen und ich schon im ersten Jahr kräftige Jungpflanzen heran ziehen werde. Ich hoffe das Beste.

Die Zeitschaltuhr darf das Licht dann von 6 Uhr bis 22 Uhr am Laufen halten, allerdings dauert es nun noch ein paar Tage, bis die ersten Pflänzchen in den Keller wandern. Zu früh ist ja auch nicht gut, ich denke in einer Woche ist es für Salat und Kohlrabi dann so weit.

Mein Gartenfieber ist voll entfacht, ich kann es kaum abwarten, die Beete für die Saison vorzubereiten geschweige denn zu bepflanzen!

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