Detektive auf geheimer Mission

Auch in diesem Jahr hat unser kleiner Augustlöwe wieder strahlendes Sommerwetter an seinem Geburtstag bekommen. Klarer Fall, dass der Detektivgeburtstag dann auch hauptsächlich draußen statt gefunden hat. Coronawahn sei wohl Dank, waren fast alle eingeladenen Gäste diesmal nicht verreist, sondern bleiben den Großteil ihrer Sommerferien daheim.

Ich liebe es ja, mir ein abwechslungsreiches Spielprogramm für die Bande auszudenken, und darum nehme ich euch heute mit durch alle Prüfungen für die angehenden Geheimagenten und die gefährliche Mission.

Als Einladung gab es eine TopSecret-Akte, die folgenden Inhalt transportieren sollte:

Mission: Kuchen vermisst!

Agent G braucht Deine Hilfe. Der Geburtstagskuchen wurde gestohlen und du wurdest als Detektiv ausgewählt, um bei dieser wichtigen Mission zu helfen.

Entziffere nun den geheimen Code und komme zum angegebenen Zeitpunkt in die Detektivzentrale.

Glücklicherweise haben alle Gäste den Code korrekt entschlüsselt und schlugen demnach am richtigen Tag, zur richtigen Uhrzeit bei uns auf.

Unser Tag hatte sehr früh begonnen, denn der kleine Geburtstagsheld konnte ab 3:00 Uhr nachts vor Aufregung nicht mehr schlafen. Um 6:00 Uhr haben wir ihn erlöst und sind zum Geschenke auspacken aufgestanden. Gähn.

Eine Stunde vor Ankunft der Gäste habe ich den Kuchen „entführt“ und in sein Versteck gebracht. Der Käfig war eigentlich mal als Abdeckung für den Wurmkomposter gedacht, aber da der inzwischen geleert ist, stand auch der Käfig zur Verfügung. Die Vorhängeschlösser habe ich vorher mit Zahlenkombinationen eingestellt und diese als Hinweise für die Spürnasen bereit gelegt.

Auf dem Spielplatz habe ich das „Lasernetz“ vorbereitet, welches dazu diente, den Geschicklichkeitssinn der Agenten zu testen. Jeder Faden führte am Ende zu einer kleinen Minilupe, diese kam dann bei einer weiteren Aufgabe zum Einsatz.

Nach Ankunft der Gäste haben wir als erstes die mitgebrachten Geschenke ausgepackt. Das läuft bei uns so ab, dass reihum gewürfelt wird und das Kind, das eine 6 wirft, darf ein Geschenk für G auspacken. Es herrschte von Anfang an gute Stimmung.

Als nächstes rief ich die Detektive zu einer Einsatzbesprechung und wir stellten fest, dass noch keiner einen Detektivausweis besitzt. Das mussten wir natürlich umgehend ändern. Die Kinder beschrifteten ihren Ausweis mit Name, Alter, Lieblingsfarbe und einem Fingerabdruck. Außerdem bekam jedes Kind ein Stoffsäckchen, um dort alle Hinweise auf den Verbleib des verschwundenen Kuchens zu sammeln.

Auf dem Spielplatz angekommen, mussten die kleinen Agenten 6 Prüfungen ablegen, um Hinweise und Werkzeuge für ihre Mission zu erhalten.

Erste Prüfung: HÖREN

Wir setzten uns im Kreis hin und die Kinder bekamen die Augen nacheinander verbunden. Folgende Geräusche mussten erraten werden:

Wasser eingießen, Streichholz anzünden, Reißverschluss, Klatschen, Glöckchen, Mundharmonika und Blockflöte

Zweite Prüfung: Tasten

Immer ein Gegenstand war im Beutel und musste mit den Händen ertastet werden. Unten seht ihr die Auswahl, die ich dafür dabei hatte.

Dritte Prüfung: Geschicklichkeit

Nun kamen die Laser-Fäden zum Einsatz. Nacheinander musste je ein Kind seiner Schnur folgen, um an deren Ende schließlich eine Mini-Lupe vorzufinden. G nutzte diese in der Wartezeit dann als Brennglas, um trockenes Laub anzuschmoren. Michel lässt grüßen!

Vierte Prüfung: Schmecken

Die Augenbinde kam wieder zum Einsatz. Die Geschmacksrichtungen, die erraten werden mussten, hießen Apfel, Tomate, Salzstange, Schokolade, Walnuss, Lakritze, Pflaume, Rosine

Fünfte Prüfung: Gedächtnis

Auf dem Detektivprogramm stand dann noch die Gedächtnisprüfung. Ein Tablett mit mehreren Gegenständen musste sich eingeprägt werden, der Reihe nach wurde ein Kind kurz hinter den Baum geschickt, ein Teil weg genommen und dieses musste dann erraten werden. Ich habe versucht, dem Thema etwas treu zu bleiben und suchte Sachen aus wie Revolver, Brille, Kamera, Stempel, Fernrohr oder Kerze.

Sechste Prüfung: Spürsinn aka Topfschlagen

Dieses Spiel darf doch nun wirklich auf keinem Kindergeburtstag fehlen, oder? Unter dem Topf befand sich übrigens ein Zettel mit einem winzig klein aufgedruckten Wort. Dieses musste mit der Lupe vergrößert werden und der Satz, der sich ergab, lautete: „DER KUCHEN WIRD IM … GEFANGEN GEHALTEN“

Ein Zettel war scheinbar leer, aber der Hinweiszettel mit der Kerze brachte die Kinder auf die richtige Fährte. Mit Feuer machten wir auf dem leeren Papier die Botschaft sichtbar. Ich hatte vorher mit Zitronensaft KELLER darauf geschrieben,

Dann ging es also ins Haus zurück. Jedes Kind hatte einen Zettel mit einer dreistelligen Zahl bei den Spielen erhalten und damit mussten sie nun „ihr“ Schloss öffnen und den Kuchen „befreien“. Beim letzten Schloss fiel einem Jungen auf, dass man den Käfig auch einfach hochheben könnte…Nun gut, vielleicht sind die Kids doch schon ein wenig zu alt, um sie noch derartig an der Nase herum zu führen.

Nach dem Kuchenessen ging es dann noch auf den Hof und wir ließen mit Straßenkreiden und Bällen die letzte halbe Stunde ausklingen.

Ich fand die Vorbreitung diesmal gar nicht so aufwendig. Und mit Kindern im Alter zwischen 5 und 9 Jahren war der Ablauf auch super easy. Es gab keine Tränen und keinen Streit, besser als im Vorjahr. Achja, sie werden eben doch immer älter und verständiger, unsere großen Kleinen.
Baby-M fand alles natürlich auch total aufregend und hat mit Begeisterung ihr Obst an der Geburtstagstafel mitgefuttert.

Das erste Jahrsiebt ist nun offiziell beendet für G. Ich hoffe, ich habe ihn gut hindurch begleitet und den Samen gesetzt für ein gesundes rhythmisches System, gesunde Stoffwechselprozesse und ein gutes Körpergefühl für sich, seine eigenen Bedürfnisse und die Fähigkeit, dieses Gute auch an andere Lebewesen weiter zu geben. Wenn ich ihn so beobachte und höre, was die Erzieherinnen im Abschlussgespräch berichtet haben, bin ich da absolut zuversichtlich, dass uns dies ziemlich gut gelungen ist.

Auf ins 2. Jahrsiebt! Auf ins Schulabenteuer!

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