Bewegungsraum für die Kleinsten

Sprudelnde Lebensfreude durchdringt meine Zellen, schwappt sanft aus meinen Poren nach außen, ummantelt mich in meinem wirbelnden Alltag wie eine gemütliche zweite Haut… Ich werde Kursleiterin!!!

Alles ging vor Weihnachten los. Da dachte ich: Wie schön es doch wäre, so eine anregende Pikler-Gruppe für Klein-M zu haben, wie ich sie damals mit G in Berlin besuchen durfte. Durch meine andauernde Beschäftigung mit der Lektüre über respektvolle Elternschaft, Bindung und Bedürfnisse, halte ich einen geschützten Bewegungs- und Spielraum mit Gleichaltrigen Kindern für eine phantastische Angelegenheit. So viele Lernmöglichkeiten – für die Eltern mindestens genau so wie für die Kleinen!

Nur leider gibt es so etwas hier in unserem Dorf noch nicht. Und eine halbe Stunde in einen entfernten Ort düsen, um dort eine gute Stunde zum Spielen zu gehen, erschien mir den Aufwand dann auch nicht wert. Zumal ich mit den hiesigen Busverbindungen wahrscheinlich einen kompletten Vormittag dafür opfern müsste, Zeitstress inklusive.

Und dann habe ich plötzlich diese Courage in mir gespürt, einen solchen Raum tatsächlich selbst schaffen zu können. Mit all meinem KnowHow und Hintergrundwissen, meinem Enthusiasmus, meiner Energie. Dann hätte ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen; 1. einen Treffpunkt zu kreieren, der in direkter Laufentfernung von uns liegt und 2. Einfluss darauf nehmen zu können, welches Setting und welche Ausrichtung das Ganze haben soll.

Also startete ich Mitte Dezember einen ersten privaten Aufruf am schwarzen Brett bei uns im Supermarkt. Ich wollte gleichgesinnte Eltern ansprechen und privat einen SpielRaum organisieren. Jedoch bekam ich darauf bis zum Jahresanfang keinerlei Resonanz und eine zweite Idee war mittlerweile in mir heran gereift: Ich wollte versuchen, über den örtlichen Sportverein eine Gruppe ins Leben zu rufen.

Natürlich hatte ich Sorge, dass meine Vorstellung vielleicht zu exotisch anmuten könnte oder einfach gar keine Möglichkeiten bestehen, mich in der Art und Weise einzubringen, wie ich es mir wünschte. Ich weiß ja, dass meine Ansichten, mit Kindern umzugehen und ihnen zurückhaltend als sicherer Hafen zu dienen, anstatt sie proaktiv in ihrer Bewegunsentwicklung zu „fördern“, eher nicht dem mainstream unserer Gesellschaft entsprechen…

All meine Zweifel entpuppten sich glücklicherweise als völlig unbegründet. Die Kurs-Idee und mein Engagement sind absolut willkommen und ich bekomme völlig freie Hand, wie ich die Gruppe aufziehen und gestalten will. Auch, dass ich nur 8 Kinder aufnehmen möchte, um die Qualität der Gruppe nicht zu gefährden, stellte kein Problem dar. Der Raum – ein turnhallenähnlicher Gymnastikraum – den ich dafür nutzen darf und auch die Ausstattung entsprechen zwar nicht zu 100% meinem Bild von einem heimeligen Pikler-Spielraum, jedoch hat alles das Potential, auf kreative Weise passend gemacht zu werden. Ein paar Sachen bringe ich dann einfach selber mit.

Ich schwebe nun also ganz sachte auf Wolke Sieben und bin gespannt, aufgeregt, neugierig, wie das alles nun anlaufen wird. Ab Februar geht´s los mit meinem „Bewegungsraum für die Kleinsten“. Ein neues Projekt, das ich mit Leben erfüllen will. Und da alles gerade so widerstandlos läuft, habe ich die Hoffnung, dass ich im Flow bin, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, das für mich Richtige in die Welt trage…

Ein Kommentar bei „Bewegungsraum für die Kleinsten“

  1. Oh dann ganz viel Erfolg, du machst das schon!

    Unser Pekip Kurs läuft bald aus, da meine Leiterin aufhört 😔 Pekip hat ja ähnliche „Absichten“, nach dem was ich jetzt so rauslesen konnte. Nämlich nicht fördern, sondern nur Angebote und Impulse geben.

    Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und unsere Runde war wirklich toll (vieles steht und fällt ja auch mit den anderen Mamis 😁).

    Ich drücke die Daumen für eine tolle und nette Runde! 🙂

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