Das letzte viertel Jahr

Tja, so ganz hat das mit dem weiteren Bloggen irgendwie nicht geklappt in den letzten Monaten. Das lag zum Teil natürlich an der Herausforderung, unseren Alltag mit zwei Kindelein erstmal richtig in den Griff zu kriegen. Und die meiste Zeit, die ich am Computer verbracht habe, war schlicht und ergreifend im Kontext unserer Gemeinschaft und da blieb dann wenig bis keine Zeit und Energie mehr für mein Blogbaby.

Ob sich das ändern wird in absehbarer Zeit, weiß ich noch nicht zu sagen. Das Schreiben hier fehlt mir und deshalb sollte ich dem auch wieder mehr Priorität geben. Aber ihr kennt das ja, wie schnell die Tage, Wochen und Monate nur so dahin fliegen…

Unsere beiden Geschwisterchen sind inzwischen richtig toll zusammen gewachsen. Nachdem Klein-M in den ersten drei Monaten doch eher eine Prinzessin auf der Erdbeere war, sehr empfindsam auf allerlei äußere Reize reagierte und auch leicht aus dem Schlaf, der Fassung und ihrer Mitte gebracht wurde, hat sich das in den letzten 3 Wochen zunehmend extrem gewandelt.

Nun ist sie ein richtiges, kleines, zufriedenes Sonnenscheinchen und weint nur noch sehr selten, im Gegensatz zum Anfang. Und der große Bruder kommt mit seinen Kontaktversuchen auch immer mehr zum Punkten. Er ist der einzige, dem Klein-M ihr lautes Lachen und Quietschen schenkt, wenn er seine Späße mit ihr treibt. Die Mama und der Papa kriegen zwar auch oft ein strahlendes Lächeln zu sehen, aber wie gesagt: Lauthals gelacht wird nur mit G.

Der Alltag hat sich gut eingespielt. Klein-M schläft zwar tagsüber noch nicht zu festen Uhrzeiten, aber insgesamt doch noch sehr viel. Dadurch werde ich dem Haushalt und dem Großen wieder besser gerecht und habe sogar immer mehr Momente für mich, besonders natürlich vormittags. Und die Nächte sind von Anfang an zum Glück echt super entspannt, was mir die Kraft gibt, einigermaßen erholt durch den Tag zu kommen.

Wir haben im Wohnzimmer kürzlich eine schöne Ecke für Klein-M eingerichtet. Ich möchte sie daran gewöhnen, diesen Platz als sicheren, freudvollen Ort des Spielens und Entdeckens kennen zu lernen – lange bevor sie mobil wird. Ich fände es ungeschickt, sie zum Zeitpunkt des Mobilwerdens ganz plötzlich einzuschränken. So liegt sie nun schon mehrmals täglich eine Weile in ihrem Nestchenbereich und ich kann mich sorgenfrei um meine eigenen Dinge kümmern.

Wenn sie nach einer gewissen Zeit dann nicht mehr allein dort bleiben mag, setze ich mich entweder noch eine Weile dazu oder ich nehme sie zu mir. Es klappt fast immer, dass sie im Kinderwagen bei mir liegen kann, während ich meinen Erledigungen nachgehe und immer wieder mit ihr rede oder ihr etwas zeige. Und für den „Notfall“ habe ich ja immer auch die Trage griffbereit. Bald, bald werde ich versuchen, sie auf dem Rücken zu tragen, darauf freue ich mich schon sehr.

In vielen Kleinigkeiten ist es zwar vertraut, wieder ein Baby zu haben, in vielen Dingen ist Klein-M aber so ganz anders als ihr Bruder es damals war. Zum Beispiel wollte ich – ganz wie bei G damals auch – unsere kleine Dame von Anfang an daran gewöhnen, aus der Flasche zu trinken. Damit gerade der Liebste, aber auch der große Bruder sie ab und zu füttern könnten. In den allerersten Wochen klappte das noch so halbwegs, aber nach zwei Monaten war es aus und vorbei. Seitdem hat sie ihren ganz eigenen Kopf, was dieses Thema anbetrifft.

Und wenn ich demnächst mal so richtig Ruhe habe, möchte ich gerne ausführlich davon berichten, wie es uns diesmal mit dem vergleichsweise vielen Schreien in den ersten Monaten ergangen ist. Wie ich Tag für Tag dazu gelernt habe, Klein-M dabei gut zu begleiten und wie ich daran innerlich sehr gewachsen bin.

Der Große wird immer größer, hat schon einen Zahn verloren (und diesen leider im Schlaf verschluckt), einen weiteren Wackelzahn und den ersten bleibenden Beißer im Mund. Wackeln die Zähne, wackelt die Seele – so heißt es, und an manchen Tagen muss ich an diesen Satz denken. Nicht wirklich oft, aber immer mal wieder kommt es doch durch, dass gerade viel Veränderung passiert ist und auch bald ansteht. Im Kindergarten nimmt G nun am Vorschulprogramm teil, es wird oft von der Schule gesprochen. Dazu kommen die vielen Gemeinschaftsaktivitäten und der darunter mitschwingende Inhalt, dass wir ja einen Hof für uns alle suchen und dann auch nochmal umziehen werden, wenn es soweit ist.

Ich denke, das ist sicherlich viel zu verarbeiten für einen Sechsjährigen. Und da wundert es mich nicht, wenn er hin und wieder etwas wackelig mit seinen Emotionen ist.

Was neben dem Bloggen auch irgendwie zu kurz kommt, das ist die Paarzeit mit dem Liebsten. Wir haben abends schon ein paar Versuche unternommen, uns zu verabreden. Jedoch sind wir beide, ich meist noch mehr, einfach ziemlich erledigt, wenn endlich beide Kinder schlafen. Und nicht selten penne ich dann auch um halb acht / acht Uhr mit ein und verpasse die Chance auf ein Gespräch und Nähe unter Erwachsenen. Nunja, es war zu erwarten und es wird sich bestimmt auch wieder verändern mit der Zeit. Da darf ich einfach nicht zu viel von mir verlangen oder zu ungeduldig werden, glaube ich.

Alles in allem bin ich zur Zeit sehr glücklich mit unserem Leben, unserem Alltag, unseren Plänen für das kommende Jahr. Und nun freue ich mich auf weitere gemütliche Adventstage, eine entspannte Woche bei den Großeltern und fröhlichen Sylvesterbesuch in unserer Butze.

Und wie klingt euer Jahr so aus?

Ein Kommentar bei „Das letzte viertel Jahr“

  1. Ich hab mir schon gedacht, dass grade sicher einiges bei euch los ist – aber ich freue mich trotzdem, von dir zu lesen 🙂

    Hihi, meine Motte verweigert die Flasche leider auch komplett. Die ersten 2 Monate ging es noch und jetzt – keine Chance. Meine schöne, eingefrorene MuMi. Aber was will man machen 😀

    Schön, dass es sich bei euch eingespielt hat 🙂 ich fiebere auch schon Weihnachten entgegen, denn wir haben aktuell noch viel zu tun und mein Mann arbeitet extrem viel (mein Papa wird 70, SchwiMu hat noch Geburtstag und mein SchwiPa zieht um 😅). Zwischen den Jahren hat mein Mann Urlaub und dann gibt es hoffentlich schöne Familienzeit 🙂 und Ende Januar hat er noch mal Elternzeit, allerdings geht er trotzdem 30 Wochenstunden arbeiten. Aber besser als nix 😁

    Schöne Adventszeit!

    EsistJuli

Schreibe einen Kommentar

*