Gemeinschaft, Geburtstag, Geburtsvorbereitung

Wieder heim gekehrt in unsere eigenen vier Wände schaue ich mit einem wohlig-warmen Gefühl auf die gemeinsame Zeit mit unserer wachsenden Gemeinschaft zurück. Die Tage kurz vor dem Treffen waren sehr angefüllt mit allerlei letzten organisatorischen Absprachen, denn ich war im Team Verpflegung und im Team Inhaltliches Arbeiten sehr involviert. Außerdem wollte ich den Tag, den wir der gemeinsamen Ökonomie widmen wollten, gut vorbereiten. Dabei kam natürlich erschwerend hinzu, dass der Kindergarten schon geschlossen war. Also musste ich meine Energieressourcen wohl bedacht auf PC-Arbeit, großes Kind und meinen dicken Bauch verteilen. Das klappte eigentlich ganz gut soweit, aber abends war ich meistens richtig platt.

Was für ein Glück, dass mein Liebster inzwischen das Ins-Bett-Bringen von G hauptamtlich übernommen hat und ich somit um 19 Uhr Feierabend machen kann.

Unsere Gemeinschaftswoche war dann auch ein voller Erfolg. Zwar hatten wir irgendwie alle den Arbeitsaufwand unterschätzt, den eine solch intensive Zeit samt 3 zusammen eingenommener Mahlzeiten am Tag so mit sich bringt. Aber nach den ersten 2 extrem anstrengenden Tagen, wurde es eigentlich immer besser mit den Abläufen.

Ich war so dankbar und gerührt, dass ich meinen Neunmonatsbauch viel ausruhen durfte und alle Verständnis dafür hatten, dass ich keine Dienste mehr übernehmen konnte. Gerade mit meiner Frühgeburtsvorgeschichte waren alle besonders bemüht, mich zu entlasten und mir unter die Arme zu greifen.

G war die meiste Zeit des Tages unterwegs mit den vielen anderen Kindern. Wir hatten ihm versprochen, dass er ausnahmsweise mal so lange aufbleiben darf, wie er will. Aber das war keine gute Idee und endete mit einem völlig fertigen, überreizten Kind. Also gab es ab dem folgenden Tag wieder Mittagsruhe und pünktliches Einschlafritual. An Sylvester darf er dann wieder versuchen, wie lange er durchhält, aber bis dahin ist das definitiv noch nix.

Die Verbundenheit in unserer Gruppe wächst stetig weiter und wir haben außerdem eine Menge inhaltlich bearbeiten können. Das wäre bei einem kurzen Tagestreffen so niemals möglich gewesen. Ich bin so glücklich, nun endlich nach der langen Reiserei und Suche „meine eigene Gemeinschaft“ gefunden zu haben. Wenn man bedenkt, dass wir erst im Februar die Annonce geschaltet haben, ist in enorm kurzer Zeit wahnsinnig viel passiert. Ich glaube, diese Gruppe hat wirklich das Potential, all ihre Träume auf den Boden der Tatsachen zu befördern. Jedenfalls wünsche ich mir das ganz arg.

Nun sind wir also wieder Zuhause angekommen und direkt stand der eigentliche Geburtstag von unserem Lütten an. Nun ist er wirklich, wahrhaftig schon 6 Jahre alt. Das kann ich manchmal kaum fassen. Den Tag verbrachten wir mit einem ausgiebigen Pfannkuchenfrühstück und anschließendem Ausflug zu einem nahe gelegenen Erlebnisbauernhof.

Bei allerbestem Sommerwetter genossen wir im kleinen Kreis diese Abwechslung und ich konnte auch ausreichend Pausen einlegen. Denn ohne diese geht bei mir jetzt so langsam nichts mehr.

Ich bin so, so froh, dass ich das Vorgeburtstagsfest, die Gemeinschaftswoche und G’s richtigen Geburtstag noch so fit und schwanger erleben durfte. Mein entspanntes Gefühl hat mich zum Glück nicht getrogen. Und in etwas mehr als einer Woche ist es dann so weit: am 19. August beginnt der normale, gesunde Geburtszeitraum für unser Kindelein. Das heißt, die Hausgeburt rückt jetzt täglich immer mehr in greifbare Nähe.

Mit meiner Hebamme bin ich auch total glücklich. Besondere Wünsche habe ich eigentlich keine für die Geburt selbst. Ich bin weder der Typ Gebärpool, noch habe ich besondere Pläne für die Plazenta oder dergleichen. Ich wünsche mir einfach nur eine entspannte, störungsfreie Geburt in unserem Schlafzimmer mit anschließendem Kuscheln zu viert im 2-Meter-50-Familienbett.

Drei Frauen aus unserer derzeitigen Gründungsgruppe, mit denen ich mich schon besonders verbunden fühle, kommen als Gäste zum Hausgeburtsfest bzw. nüchterner ausgedrückt als Betreuungspersonen für G in Frage. Der Zeitpunkt, wann Nr. 2 sich auf den Weg macht, entscheidet dann wohl, wer am Ende wirklich dabei sein wird.

Am Montag werde ich 36 Wochen und somit das dritte Trimester hinter mir haben. Ab dann beginnt der vierte und letzte Abschnitt meiner Schwangerschaft: In dieser Zeit werden sich mein Körper und das darin wohnende Kind stetig auf das große, bevorstehende Ereignis einstellen. Ich bin guten Mutes, dass nach dem Bilderbuchverlauf meiner Tragzeit bis hierher auch diese Prozesse ihren natürlichen Gang gehen werden.

Und selbstverständlich übe ich mich in den kommenden Tagen und Wochen weiterhin in Gelassenheit und Geduld, in der liebevollen Annahme meiner verringerten Leistungsfähigkeit, der Nicht-Erfüllung mancher Ansprüche an mich selbst und natürlich im Loslassen jeglicher Erwartungen und Pläne bzgl. der Geburt und der Zeit danach.

2 Kommentare bei „Gemeinschaft, Geburtstag, Geburtsvorbereitung“

  1. Das klingt ja alles richtig gut 🙂 freut mich!
    Ich wünsche dir eine schöne Geburt 🙂
    Liebe Grüße,
    EsistJuli

  2. ❤ ja, ich bin gerade voll im Flow 😄

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