Lektüre für das Geschwisterkind

Vielleicht erinnert ihr euch: Unser Sohn war zu Anfang ganz und gar nicht erfreut über die Nachricht, dass wir noch ein Baby erwarten. Rückblickend bin ich der Meinung, dass es absolut richtig war, ihn früh einzuweihen. Denn so hatte er viel Zeit, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen.

Es folgte eine längere Phase, in der ich das Thema weitestgehend ruhen ließ und nur auf Impulse von G selbst reagierte. Wenn er von Dritten auf das Baby angesprochen wurde, zeigte er sich eher teilnahmslos oder äußerte seine ambivalenten Gefühle („Ich weiß noch nicht so genau…“)

Doch so ab dem 5./6. Schwangerschaftsmonat spürte ich dann doch endlich, dass der Knoten langsam geplatzt war und Neugier die Zukunftsängste zu überwiegen begann. Und so besorgte ich dann irgendwann auch ein paar Bilderbücher mit Geschichten über Geschwisternachwuchs. Sowohl bei Leo Lausemaus als auch bei Pauli, dem Häschen läuft am Anfang nämlich nicht alles so rund. Und die Freude und das Glück über ihr Geschwisterchen finden bei beiden erst nach der Geburt so richtig Platz in den Herzen der großen Brüder.

Es sind schöne Momente, in denen wir zusammen gekuschelt mit den Nasen in den Büchern stecken und zusammen überlegen, was G und der Protagonist denn alles gemeinsam haben. Oder wenn wir uns ausmalen, wie es wohl sein wird, nach der Geburt. Und was G alles mit dem Baby machen kann und was noch nicht. Da in seiner Kindergruppe gerade jemand ein Geschwisterchen bekommen hat, nimmt für ihn das alles mittlerweile auch konkretere Formen an, glaube ich.

Seit wir nun eine Hausgeburtshebamme gefunden haben (unbelievable!) und das Szenario Klinik nur noch unseren Plan B betrifft, habe ich damit begonnen, G etwas mehr auf die Geburt selbst vorzubereiten. Er liebt beide Büchlein sehr und möchte sie immer wieder vorgelesen bekommen.

Da wir nur eine Person hier vor Ort haben, die tatsächlich als Begleitung für unseren Großen während der Geburt in Frage kommt, hoffen wir jetzt einfach mal, dass Kindlein Nr. 2 sich zu einer günstigen Zeit auf den Weg machen wird. Aber komischerweise bin ich da bislang echt tiefenentspannt und habe ein gutes Vertrauen, dass alles sich fügen wird.

Ich habe den Eindruck, dass es gut für G ist, mithilfe der Lektüre ein wenig in Richtung Geburt und Neugeborenenzeit zu spüren. Und bei mir bewirken die Bücher über die Hausgeburten, dass ich mich gleich völlig in diese Stimmung begeben kann, dass Geburt etwas wundervoll Schönes und Freudiges ist, das zu erleben ein absoluter Segen für uns alle sein wird.

Jetzt müssen wir wohl nur noch die Malerfolien besorgen und dann natürlich entscheiden, ob wir mit Malzbier oder Limonade anstoßen wollen, wenn das Baby da ist! Ich glaube, das darf G sich aussuchen, unser schon so großer Sohn, der ganz sicher ein wundervoller großer Bruder sein wird.

Habt ihr vielleicht noch Tipps, wie man seine großen Kleinen am besten auf dieses besondere Ereignis einstimmen kann?

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