Varizlein, liebes Varizlein, mein!

Der schwangere Körper ist ja schon ein Wunderwerk der Natur. Was der weibliche Organismus in dieser Zeit an Anpassungsleistungen vollbringt, ist wirklich immer wieder beeindruckend. Leider kann es natürlich auch in einer gesunden Schwangerschaft zu der einen oder anderen unerwünschten Erscheingung kommen – bei mir macht sich die Umstellung jedenfalls an den Beinen bemerkbar.

Die Ursachen für Krampfadernbildung in der Schwangerschaft sind leicht zusammengefasst: Neben einer individuellen Anfälligkeit für Venenleiden durch schwaches Bindegewebe sind die Hormonveränderungen ein wesentlicher Faktor. Durch die Schwangerschaftshormone erweitern sich die Beinvenen, das Blut kann nicht so gut zurückfließen. Zusätzlich drückt das wachsende Kind mit der ebenso wachsenden Gebärmutter auf die Blutgefäße im Becken, was den Blutfluss von und zu den Beinen behindert. Und nicht zu unterschätzen ist außerdem eine gestörte Verdauung – was im Darm verstopft ist, schlägt sich quasi eins zu eins in den Beinen nieder.

Daraus ergeben sich eine ganze Reihe an allgemeinen Maßnahmen, die frau für eine bessere Venenlage ergreifen kann:

  • Das A und O bei der Behandlung von Varizen lautet: für eine gute Verdauung sorgen, also jegliche Verstopfung vermeiden bzw. beseitigen
  • Tägliche Wechselduschen: Das Wasser etwas kälter als die Wohlfühltemperatur stellen und von den Füßen in Richtung der Oberschenkel abduschen. Im Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser fortfahren und die Wechseldusche mit dem kälteren Wasser beenden.
  • Viel Bewegung: Langes Stehen und Sitzen vermeiden, wenn möglich regelmäßige Spaziergänge und gezielte Beingymnastik in den Alltag integrieren: Beinmuskulatur anspannen und locker lassen, Füße kreisen lassen, Zehen anziehen und ausstrecken.
  • Beine immer wieder mal hochlegen, um den Blutgefäßen Entlastung zu geben.

Wer stärker geplagt ist oder noch mehr für sein Venenwohl tun möchte, kann sich bei bestehenden Krampfadern ein paar gut sitzende Stützstrümpfe verschreiben lassen. Wichtig ist tatsächlich, dass diese sehr eng sitzen. Mit wachsendem Babybauch kann Unterstützung beim An- und Ausziehen hilfreich sein!

Rezeptfrei erhältlich sind außerdem diverse Beintonika, zum Beispiel mit Rosskastanien- und Weinlaubextrakt. Diese können – äußerlich aufgetragen – ebenfalls zur Venengesundheit beitragen.

Ich habe mich leider vertan und erst Zuhause festgestellt, dass in meinem Gel Kampfer und Menthol enthalten sind. Sowohl Kampfer also auch die Kombination dieser beiden Inhaltsstoffe ist nicht für Schwangerschaft und Stillzeit zugelassen, da eine mögliche negative Wirkung auf das Kind bisher nicht hinreichend erforscht wurde. Ich persönlich habe da zwar kaum Bedenken, trotzdem eine sporadische äußerliche Anwendung durchzuführen, zumal beide Inhaltsstoffe nur in sehr geringem Maße enthalten sind. Aber zu empfehlen wäre grundsätzlich ein Mittel ohne Kampfer, um auf der sicheren Seite zu bleiben!

Wie schon oben erwähnt ist eine gesunde Verdauung ein maßgeblicher Faktor für eine gute Venensituation, weshalb ich euch hier auch noch ein paar Tipps zur Anregung derselben mitgeben möchte.

Allgemeine Maßnahmen für eine leichtere Verdauung:

  • Ballaststoffreiche Ernährung z.B. mehr Obst und Gemüse, etwa Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Pflaumen (auch Dörrpflaumen, in Wasser eingelegt), Kiwi, Weintrauben, Sauerkraut. Vollkornprodukte priorisieren.
  • Regelmäßige Bewegung z.B. in Form von Spaziergängen und leichten Gymnastikübungen
  • Flüssigkeitszufuhr erhöhen, geeignet sind Wasser, Kräutertees und stark verdünnte Säfte
  • Gesunde Essroutine etablieren: Ruhe statt Stress bei den Mahlzeiten, gründlich kauen, keine Ablenkung durch z.B. elektronische Geräte, bewusster Verzehr
  • Stopfende Lebensmittel vermeiden: dazu gehören vor allem Bananen, Weißmehl, Schokolade, Käse. Man kann grundsätzlich sagen, je fettiger oder süßer das Essen ist, desto eher kann es zu einer Verstopfung kommen.

Bei Bedarf können folgende Hausmittel gegen Verstopfung zum Einsatz kommen:

  • Am Morgen ein großes Glas warmer Apfelsaft auf nüchternen Magen
  • Alternativ einfach nur warmes Wasser
  • Über Nacht 3 Dörrpflaumen in einem Glas Wasser einlegen, morgens das Wasser trinken und die Dörrpflaumen essen
  • Leinsamen einweichen und in Joghurt oder Müsli einrühren. Wichtig: dazu ausreichend trinken, sonst wirken die Ballaststoffe gegenteilig und verstopfen zusätzlich!
  • Bei hartnäckiger Verstopfung kann auch ein hoher Darmeinlauf die Wende bringen


Um die Körperfunktionen im Unterleib und in den Beinen zusätzlich zu unterstützen, kann in manchen Fällen außerdem ein Stützgurt für den Bauch hilfreich sein. Gerade bei sehr weichen Bändern und mangelndem Halt im Stützgewebe oder einem sehr großen Bauch macht eine externe Stabilisierung möglicherweise Sinn.

Einen solchen Beckengurt kann die Frauenärztin zwar verschreiben, aber in den Ebay-Kleinanzeigen bekommt man den auch unter 10 Euro. Das war mir im Sinne der Nachhaltigkeit das Geld dann doch Wert. Denn ein solcher Gegenstand ist ja nur sehr kurz in Gebrauch und dementsprechend schade wäre es, wenn er danach nicht mehr weiter verwendet werden würde, oder?

So, ich hoffe, meine und eure Venen profitieren von dieser kleinen Sammlung und werden uns auch in Zukunft noch gute Dienste erweisen! Habt ihr noch andere Tipps bei Krampfadern oder Verstopfung in der Schwangerschaft auf Lager?

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