Von Feindiagnostik und Nestbautrieb

Auch das zweite Schwangerschaftsdrittel neigt sich rasant seinem Ende und ich halte mal wieder ein paar Erinnerungen für euch und mich hier in meinem Tagebuch fest. In der Woche nach Ostern war es extrem unruhig in meiner Gebärmutter: Sowohl das Kind hatte begonnen, sich viel kräftiger zu bewegen, als auch die Muskulatur selbst war ganz schön am Arbeiten!

Zunächst machte ich mir keine allzu großen Gedanken, sondern nutzte den Urlaub des Liebsten einfach, um mich viel auszuruhen und Kraft zu tanken. Als die Übungswehen jedoch immer häufiger wurden und auch von leichten Schmerzen (periodenartig) begleitet wurden, wusste ich es nicht mehr so als ganz harmlos einzustufen und verordnete mir selbst einige Tage Bettruhe, Bryophyllum, Wärme und im Verlauf sogar Magnesium.

Am Wochenende vor dem Urlaubsende wollte ich dann doch Gewissheit haben, ob das hier wirklich nur ein mächtiger Wachstumsschub war, oder ob ich mir doch Sorgen machen musste. Immerhin hatte meine Mutter bei ihrem 2. Kind (mir) eine Gebärmutterhalsschwäche und bekam eine Cerclage (Verschluss am Muttermund), damit ich nicht zu früh auf die Welt kam.

Also fuhren wir kurzerhand am Samstag Mittag in die Ambulanz meiner „Wunschklinik“ (Wunsch wäre ja eigentlich Hausgeburt gewesen, aber das soll wohl auch diesmal wieder nicht sein) und nach einer kurzen Wartezeit bekam ich den ersehnten Ultraschall. Ich war sehr erleichtert, dass Muttermund und Gebärmutterhals absolut in Ordnung waren und keinerlei Anzeichen auf vorzeitige Wehentätigkeit aufwiesen. So konnte ich beruhigt in die neue Woche starten und wie das ja manchmal so ist: Mit der mentalen Erleichterung waren auch meine Beschwerden wie weggeblasen.

Eine Woche später war dann auch schon der Termin zur Feindiagnostik. Ich kann berichten, dass auch dieser Termin ohne böse Überraschungen verlief. Das kleine Kerlchen ist offenbar prächtig entwickelt und ließ sich anstandslos von allen Seiten schallen und begutachten. Jetzt habe ich die Sicherheit – sollte es diesmal nicht so früh mit der Geburt losgehen wie beim 1. Kind- dass die nächstgelegene Klinik (10km) mit sehr gutem Hebammeruf angesteuert werden darf.

Ich mache mir aber keine Illusionen, was die Planung der Geburt und des Geburtsortes anbelangt. Dafür habe ich bei Nr. 1 ja wirklich zu viele Überraschungen erlebt. Aber davon erzähle ich besser etwas mehr, wenn ich meine Vorbereitungen für die anstehende Geburt mit euch teilen werde.

Was jetzt immer stärker durchkommt, das ist mein Nestbautrieb. Unordnung finde ich gerade ganz unerträglich und am liebsten hätte ich schon alle Vorbereitungen fürs Baby abgeschlossen. Das geht natürlich nicht so fix, aber einen großen Teil haben wir jetzt doch schon geschafft und das beruhigt mich hormongesteuertes Wesen sehr.

Ich wollte verständlicherweise in Sachen Ausstattung gerne möglichst nachhaltige Varianten wählen. Also startete ich schon beim positiven Schwangerschaftstest eine Suche bei den Kleinanzeigen für meinen Traum-Wickeltisch. Leider kam in der ganzen Zeit bis jetzt nichts dabei heraus, wo wir hätten hinfahren und ihn abholen können. Und versenden konnte man den leider nicht, weil er zu groß / sperrig war.

Also entschied ich schweren Herzens, dass wir ihn nun neu anschaffen würden. In der Hoffnung, dass wir ihn dann andersherum hinterher wieder verkaufen können werden.

Noch schlimmer wurde es bei dem Versuch, Wandregale zu finden, mit denen wir genug Stauraum für die Babysachen haben könnten. Die Kleinanzeigen waren hier für den Umkreis absolut unergiebig. Und die Idee, dann wenigstens eine örtliche Schreinerei zu beauftragen, um lokale Arbeit zu stärken, Wege zu sparen, gute Qualität einzukaufen etc. scheiterte an unseren finanziellen Möglichkeiten.

Dass ein maßgeschreinertes Möbelstück teurer ist als ein Serienmodell aus Fernost ist uns klar gewesen. Aber 3700 Euro für 3 simple, offene Wandregale aus MDF-Platten gab unser Budget beim besten Willen nicht her.

So kam es, wie es kommen musste. Der Liebste fuhr eines Tages zum Mainstream-Möbelhaus und besorgte in einem Schwung und für unter 1000 Euro alles, was wir noch an Stauraum für die neue Lebenslage brauchten. Sogar ein neues Regal für G´s Kinderzimmer war noch mit dabei. Denn der braucht die Gewissheit, dass das Baby nicht an seine wichtigen Spielzeuge dran kommen kann – also bekam er das Wangregal hoch genug montiert, um ihn in dieser Hinsicht zu beruhigen.

Insgesamt bin ich mit der Nachhaltigkeitsbilanz natürlich alles andere als glücklich, die die Neueinrichtung unserer Wohnung nun mit sich gebracht hat. Ich bin ja durchaus bereit, Abstriche zu machen, auf Neuware zu verzichten, wenn das geht – aber so leicht ist es leider doch nicht, im bestehenden System neue Wege zu gehen, wenn man einen gewissen Grundkomfort nicht aufgeben möchte.

Jetzt fehlt noch der Anbau fürs Familienbett und die Montage der neuen Schlafzimmerregale. Dann kann ich mich in Ruhe dem Durchwaschen der ganzen Kleidung und Stoffwindeln etc. widmen. Unsere Babyausstattung ist glücklicherweise zu großen Teilen Second Hand, da bin ich wirklich richtig froh drum. Wenigstens etwas… die kleinen Schritte… ich sag´s euch!

Ach und fast hätt´ich es vergessen: der Liebste und ich haben uns inzwischen auch auf die Namen geeinigt. Diesmal bin ich im Gegensatz zum letzten Mal (als ich nur mit dem Jungennamen wirklich glücklich war) mit beiden Varianten zufrieden. Einen No-gender-Namen haben wir jetzt erstmal nicht gesucht. Falls das nötig werden sollte, machen wir uns dann spontan die entsprechenden Gedanken, glaube ich.

3 Kommentare bei „Von Feindiagnostik und Nestbautrieb“

  1. Schön, dass alles gut ist bei dir. 🙂
    Und ja, die lieben Hormone. Ich war immer entspannt und plötzlich wollte ich von heute auf morgen alles fertig haben. Mein armer Mann war ganz schön überrumpelt 😀

    Wir haben übrigens auch nicht alles Second-Hand bekommen. Mein Mann wollte einen ganz speziellen Kinderwagen, den gab es nur ein einziges Mal online (bei eBay). Dazu sehr weit weg, über die Hälfte vom Neupreis und dazu noch ganz schön abgerockt 😅 also gab es den neu. Ebenso das Babybett und den Wickelaufsatz, damit ich meine alte Kommode nutzen konnte 😂

    Klamotten und den Rest haben wir auch gebraucht oder geliehen. Ich finde, bei Kindersachen macht das auch einfach Sinn 🙂 und spart jede Menge Geld!! 🙂

    Also mach dich nicht zu verrückt – ab und zu muss es auch mal neu sein, dann ist es eben so 🤷‍♀️

  2. Hallo meine Liebe,
    Danke für die Aufmunterung 😀
    Ich wollte schon längst mal wieder nachgefragt haben, wie ihr euch so eingelebt habt mit eurem Nachwuchs?
    Ich finde es erstaunlich, wie schnell die Zeit gerade so dahin fliegt und deshalb bin ich auch froh, dass es mit dem Nestbau voran kommt.
    Beim ersten Kind haben wir drei schrottige Second Hand Kinderwagen durchprobiert und dann nach einem Jahr doch noch einen echt guten Buggy neu gekauft. Jetzt haben wir von dieser guten Marke aber günstig einen Kinderwagen aus zweiter Hand ergattert (40km von hier, das ging) und hoffen, dass der die zweite Runde mit uns auch noch übersteht. 😃
    Sei lieb gegrüßt,
    J.

    1. Ja uns geht es soweit ganz gut. Natürlich ist es anstrengend und grade haben wir für unsere Verhältnisse nicht so erholsame Nächte 😅 aber so ist es nunmal.

      Ansonsten wächst und gedeiht das Mäuschen und man merkt jetzt schon so einen Unterschied im Vergleich zu vor paar Wochen. Sie ist viel aufmerksamer, kann auch mal 5-10 Minuten alleine unterm Spielebogen liegen und so gaaaanz langsam entdeckt sie ihre Stimme und brabbelt. Ab und zu dreht sie sich (seit sie ca 6 Wochen ist 🙈) alleine auf den Bauch 😀

      Also alles sehr spanend, anstrengend und doch auch schön 😉

      Ach klar macht der Kinderwagen noch ne 2. Runde mit. Grade, wenn ihr ja schon gute Erfahrungen mit der Marke gemacht habt 😊

      Liebe Grüße,
      EsistJuli

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