Können Kompostwürmer draußen überwintern?

Die Wurmkiste: Freud und Leid hat sie uns beschert im letzten Jahr. Freude durch ihre Effektivität bei der Umwandlung von Bioabfällen in feine Humuserde. Leid durch das enorme Ausmaß der Fliegenfortpflanzung in unserer Wohnung. Was macht das Wurmleben denn aber in 2019 bei uns und vielleicht die wichtigste Frage: Ist den Tieren der strenge Winter auf unserem Balkon zum Verhängnis geworden?

Nachdem mehrere Anläufe im November/Dezember, die Fliegen tot zu frieren, gescheitert waren, stellten wir kurz vor Weihnachten die Wurmbox für dieses Jahr endgültig nach draußen. Natürlich machten wir uns Sorgen, wie die dauerhafte Kälte den Würmern bekommen würde. Doch sie in der Küche zu behalten, war einfach keine Option mehr. Zu unbeherrschbar war die Fliegenplage.

Das bedeutet, die Würmer waren nun insgesamt fast 4 Monate draußen, während hier Schnee und Eis das Wetter bestimmten. Gefüttert haben wir sie in dieser Zeit auch gar nicht mehr. Lediglich einen Überwurf aus Stoff drüber gestülpt und einen Windschutz aus Pappe hatten wir dem Winterquartier verpasst.

Ich muss zugeben, ich hatte echt befürchtet, mit diesem Vorgehen ein ganzes Volk Kompostwürmer ausgelöscht zu haben. Aber im Gegenteil! Die Winterruhe samt „Fastenzeit“ ist dem Haufen mehr als gut bekommen! Sie haben die noch vorhandenen Speisereste gut durchgearbeitet, wenn auch noch immer nicht komplett verbraucht. Und sie haben sich darüber hinaus mithilfe ihrer eigenen Körperwärme bei der Stange gehalten und dabei auch noch extrem gut vermehrt.

Es ist leider schwer zu schätzen, aber ich würde sagen, die Zahl unserer Helferlein hat sich locker verzehnfacht in dieser Zeit. Wo man auch hinein greift, man hat sofort einen dicken Batzen Wurmknäuelerde in der Hand.

Also geben wir der Wurmkiste noch mal eine zweite Chance. Diesmal aber definitiv als Outdoor-Version auf unserem Balkon. Dank der neuen Fliegengitter an allen Fenstern, werden entstehende Fruchtfliegenschwärme auch nicht so leicht zu uns rein kommen können. Und wer weiß? Vielleicht hält sich die Fliegenpopulation in diesem Jahr doch mehr in Grenzen, jetzt, wo wir ein so starkes Wurmvolk haben, welches unseren Biomüll hoffentlich ratzfatz verstoffwechselt?

Interessiert euch das bei der Einab?

4 Kommentare bei „Können Kompostwürmer draußen überwintern?“

  1. Ja!
    Also – mich jedenfalls! 🙂 Das ist doch eine schöne Art, Müll als Rohstoff zu begreifen und umzunutzen. Und ein Erfahrungsbericht samt Mißgeschicken ist hochinteressant zu lesen.
    Ich finde, das ist definitiv ein Beitrag zu EInfachNAchhaltigBesser leben, EiNab
    (Ich äußere mich jetzt hier so freimütig, da ich – leider hinter den Kulissen, weil ich bei Blogspot nicht kommentieren kann – an der kritischen Diskussion darüber, was überhaupt dorthin gehört, beteiligt war)

    1. Liebe Fjonka, danke für dein Feedback! Freut mich, dass du es als passend für die Einab einstufst. Irgendwie wurschteln wir ja alle so vor uns hin beim Weltretten, da ist die Linkparty schon eine super Sache, um sich auszutauschen und nicht ganz so allein zu fühlen!
      VLG Jitka

  2. Liebe Jitka,
    ich finde auch das passt sehr gut zu Einab! Und ist auch sonst sehr interessant. Ist es denn so dass man Wurmkisten normalerweise drinnen hat weil es praktischer ist (zB weil man keinen Garten hat) oder geht man davon aus dass sie eigentlich draußen nicht überleben und hat sie deshalb drinnen?
    danke und LG
    Birte

    1. Liebe Birte,
      also die ideale Temperatur für die Kompostwürmer liegt wohl so zwischen 15-25 Grad Celsius. Unter 5 Grad wird es angeblich kritisch für sie. Deshalb habe ich die Wurmkiste als solche tatsächlich als Indoor-Alternative zum Kompost für Stadtbewohner*innen aufgefasst. Ohne Balkon würden wir sie ja auch drinnen behalten, nutzen so aber nach den guten Erfahrungen diesen Winter erstmal den Draußen-Standort weiter. VLG Jitka

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