Schwangerschaftshalbzeit

20. Woche. In Worten: Zwanzigste Woche. Es ist so schön, dieses Wunder des heran wachsenden Lebens erneut in mir spüren zu dürfen. Und der erste Termin bei meiner Frauenärztin verlief auch wie im Bilderbuch!

Das zweite Trimemon (13.-24. Schwangerschaftswoche) nimmt unaufhaltsam seinen Lauf. Und der Begriff „Phase des Wohlbefindens“ trifft auf mich ganz eindeutig zu. Übelkeit und Müdigkeit gehören schon länger der Vergangenheit an und die nun auftretenden körperlichen Veränderungen sind allesamt erwartet wie auch harmlos.

Klar, meine Mutterbänder machen sich inzwischen schon immer mal bemerkbar, meine (eine) Krampfader hat sich wieder etwas gefüllt und ab und zu wird auch der Bauch ein wenig hart. Und Luft brauche ich mittlerweile mehr, das merke ich auch. Aber diese Zipperlein lassen sich alle gut aushalten und zur Entschädigung spüre ich unseren kleinen Strampelzwerg jetzt auch viel öfter und nochmal deutlicher als noch vor einem Monat.

Diese Woche war es dann so weit: der erste Frauenarzttermin stand an. Ich war zugegebenermaßen doch etwas nervös, wie sie reagieren würde, wenn ich da so halbzeitrund mit einem Mutterpass voller Hebammenvorsorgen in ihre Praxis spaziert käme.

Erfreulicherweise hat sie sich nichts anmerken lassen, falls sie damit irgendwie ihre Probleme gehabt hätte. Vielleicht ist sie einfach wirklich eine gute Ärztin oder lag es an meiner Unterstützung in Form von Mann und Kind, dass der Termin so wohlwollend verlief? Ich weiß es nicht. Jedenfalls hat sie sich viel Zeit für uns genommen, mir die gewünschten Stützstrümpfe und die Feindiagnostik verschrieben und einen Ultraschall vom Kind gemacht.

Beruhigend schon mal, dass auf den ersten Blick alles dran zu sein scheint und auch die wichtigsten Organe darstellbar und unauffällig waren. Den ausführlichen Schall möchte ich aber dennoch in Anspruch nehmen. Ich brauche ja wirklich wenig Technik, um mich in der Schwangerschaft wohl und entspannt zu fühlen, aber in Hinblick auf die Wahl der Geburtsklinik brauche ich diese Untersuchung einfach noch für meine Sicherheit.

Die Angst vor einer erneuten Frühgeburt ist zwar nicht omnipräsent oder sonderlich einschränkend. Aber ganz bekomme ich sie doch nicht aus meinem Kopf. Während meiner Fortbildung in der traditionellen Hebammenkunst 2015 wuchs meine Überzeugung, dass der Grund für den zu frühen Blasensprung damals wahrscheinlich in meinem Skelettsystem zu finden ist. Nach einem schweren Unfall in meiner Kindheit hat mein Körper sich doch sehr schief organisiert (Beinverkürzung, Beckenschiefstand, Skoliose). Und als Folge davon trug ich meine Gebärmutter in der ersten Schwangerschaft fast komplett rechts meiner Körpermitte. Es war echt ein extrem schiefer Bauch! Ich weiß es natürlich nicht hundertprozentig sicher, aber mein Hebammengefühl sagt mir, dass diese abnormale Belastung und die dadurch ungünstig wirkenden Druckverhältnisse einen Anteil daran hatten, dass G sechs Wochen zu früh in diese Welt gerauscht kam.

Um diesen Faktor, falls er denn einer ist, etwas abzumildern, liege ich jetzt nachts immer konsequent auf der linken Seite und trage regelmäßig einen Bauchgurt, um die Gebärmutter zu fixieren und ruhig zu halten. Meine Hebamme hat mir zwar auch noch empfohlen, mich osteopathisch behandeln zu lassen, aber da ich schon viel in osteopathischer Behandlung war -auch während meiner ersten Schwangerschaft – habe ich da wenig Hoffnung, dass mir das irgendwas bringen wird.

Nun starte ich an Ostern also rechnerisch in meine zweite Schwangerschaftshälfte. Für uns genau der rechte Zeitpunkt, den Urlaub des Liebsten zu nutzen und den Nestbau etwas voran zu treiben. Das Familienbett braucht nämlich einen Anbau, für die Wände planen wir Regale für die Babysachen, ein Klapp-Wickeltisch soll bald hier einziehen und ich beschäftige mich gerade ausführlich mit den verschiedenen Systemen von Stoffwindeln und der Windelfreimethode.

Ein herrlicher Frühling, durch und durch!

Ein Kommentar bei „Schwangerschaftshalbzeit“

  1. Schön, dass es dir so gut geht. Da habt ihr ja jetzt einiges vor, viel Spaß dabei 🙂
    Liebe Grüße,
    EsistJuli

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