Die Gruppe wächst

Kennt ihr das Gefühl, ganz plötzlich Angst vor der eigenen Courage zu bekommen? Wenn etwas, das man sich erhofft und gewünscht hat, plötzlich wirklich eintritt, und man weiß gar nicht richtig, wohin das eigentlich führt oder ob man dem überhaupt gewachsen ist? So geht es mir gerade ein wenig angesichts der Tatsache, dass wir quasi über Nacht einen Arbeitskreis von 18 (erwachsenen) Mitgliedern aus dem Boden gestampft haben! Ich meine: Wie krass ist das denn bitteschön?!

Eben waren wir doch noch so eine überschaubare vierköpfige Gesellschaft, die sich ganz langsam und genüsslich dem Kennenlernen und Finden von gemeinsamen Zielen und Ideen gewidmet hat und schwupps – ein paar kostenlose Online-Anzeigen später – gibt es tatsächlich mehr als ein Dutzend ernsthaft an unserem Projekt interessierte Menschen, die zu großen Teilen sogar hier aus der direkten oder näheren Gegend stammen. Das macht mich direkt erst mal sprachlos.

Ich merke seit langer Zeit zum ersten Mal wieder, wie dieses ganze Planen, Organisieren und Vorbereiten mir unglaublich viel Freude macht. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit liegen einfach viele meiner persönlichen Stärken und ich entfalte eine unglaublich große Leistungsfähigkeit, welche ich seit meinen Jahren in der Verbandsarbeit nicht mehr habe ausleben können. Ich wünsche mir sehr, diese Eigenschaften auch in Zukunft für die nun entstehende Gemeinschaft einsetzen zu dürfen, denn es erfüllt mich mit so viel Glück, in diese Art der Produktivität und des Austausches mit all den interessanten Persönlichkeiten einzutauchen und auch hier am Ort langsam Kontakte zu knüpfen.

Ursprünglich hatten wir geplant, unser erstes Kennenlerntreffen privat bei uns Zuhause auszurichten. Allerdings gingen wir da von höchstens einer Handvoll Interessent*innen aus, die wir locker in unser Wohnzimmer hätten quetschen können. Aber nun nimmt das Ganze doch etwas andere Dimensionen an, da ist mir der Plan mit unserm Wohnzimmer nicht mehr so ganz geheuer. Einen passenden Raum habe ich ganz kurzfristig noch aufgetan, der befindet sich passenderweise in einer Wohnanlage für Jung und Alt, direkt bei uns um die Ecke.

Und somit geht das Projekt jetzt unaufhaltsam auf die nächste Stufe. Ich bin gespannt, wieviele Leute wir bei dem Event in 2 Wochen tatsächlich in Fleisch und Blut kennen lernen dürfen.

Es ist auf jeden Fall super aufregend, wo doch jeder dieser Menschen das Potenzial in sich trägt, bald Mitglied einer gegenseitig gewählten Großfamilie zu werden. Blind dating extreme würde ich sagen.

Die größte Herausforderung dieser Phase ist wahrscheinlich, sich nicht von all den vielen neuen Eindrücken überrollen zu lassen und eine gewisse Klarheit mitzubringen, was unsere eigenen Ideale und Werte bei der ganzen Sache sind. Natürlich wird die gemeinsame Vision am Ende nicht ganz dieselbe sein, wie die, die ich alleine oder mit meinem Liebsten oder mit unseren bisherigen Mitstreiter*innen ausgeformt habe. Und dennoch dürfen wir uns sicherlich nicht ganz verlieren angesichts des bevorstehenden Inputs von so vielen faszinierenden Personen.

Ich erwarte jedenfalls, dass sich die Dynamik in der Gruppe extrem verändern wird und freue mich ehrlich gesagt schon darauf. Das ist für mich Leben, ist Begegnung, ist Entwicklung.

Das einzige, was sich niemals wandelt, ist der Wandel selbst.

Ich schicke meine kleine Wunschliste hinaus ans Universum. Es wäre schon extrem genial, wenn wirklich ein paar passende Pioniere dabei sind, die sich unserer Gruppe ernsthaft anschließen wollen.

Da man das aber ja nun vorher natürlich nicht wissen kann, wie ernst es den Interessierten am Ende wirklich ist und ob wir überhaupt zusammen passen, habe ich letzte Woche zusätzlich noch unsere Flyer rausgeschickt. An einige Seminarzentren, Bioläden, Yogaschulen und Begegnungsstätten usw. in der Umgebung. Mal schauen, ob da auch noch ein wenig Rücklauf kommt und auf welchen Wegen wir schlussendlich zu der kraftvollen Gründungsgruppe zusammen wachsen werden, welche all die großen Träume dann auch umsetzen wird.

Ich fühle mich lebendig, eingebunden, sinnstiftend, produktiv und mutig. Genau, mutig vor allem. Na, hoffen wir mal, dass mich diese positiven Gefühle auf den rechten Pfad leiten werden und ich am Ende nur nicht übermütig werde! Es liegt viel Arbeit vor uns, auf so vielen verschiedenen Ebenen. Aber wisst ihr was? Ich glaube, das ist es echt wert!

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