Das erste Trimenon

Nanu, ist es wirklich schon soweit? Das erste Trimenon meiner Schwangerschaft ist so gut wie zu Ende und ich frage mich, wo die Zeit nur so schnell hinfliegt. Die erste Vorsorge liegt hinter mir und mittlerweile sind auch schon alle Familienangehörigen und näheren Bekannte eingeweiht.

Auch dem Sohn haben wir vom Geschwisterchen in Mamas Bauch erzählt, was zu Anfang auf höchste Gegenwehr stieß.

Inzwischen haben sich aber auch diese Wogen bereits wieder etwas geglättet und nach der ersten Ablehnung kommen jetzt immer wieder auch mal ein paar niedliche, positiv gestimmte Fragen und Kommentare von Seiten des großen Bruders in spe. Ich bin froh, dass wir ihn früh eingeweiht haben, denn so hat er wirklich laaaange Zeit, sich an den neuen Gedanken zu gewöhnen. Ein Fünfeinhalbjähriger kann die Tragweite einer solchen Veränderung wahrscheinlich schon deutlich besser spüren, als es vielleicht ein Kind unter 3 tun würde.

Mir selbst ging es unterm Strich sehr gut in diesen vergangenen 12 Wochen, von der zu erwartenden Flauigkeit mal abgesehen. Im 1. Trimester (1-.-12. Woche), welches auch Zeit der Anpassung genannt wird, läuft der mütterliche Körper auf Hochtouren und fast alle Organsysteme stellen sich mithilfe der hormonellen Steuerung auf den neuen Zustand um. Wirklich eine enorme Kraftanstrengung, und das, obwohl das Kindchen zunächst nur wenige Milimeter groß ist und in diesem Abschnitt insgesamt eine Größe von ca. 5 cm erreicht.

Ich wünschte, jede Frau hätte die Möglichkeit, in dieser frühen Phase der energiezehrenden Umstellung gut mit ihren Kräften zu haushalten. Wer berufstätig ist oder bereits ein Kleinkind Zuhause hat, dem fällt das sicher schwerer. Wenn beides zusammentrifft, stelle ich es mir fast unmöglich vor, sich genug Ruhe und Erholungspausen zu gönnen. Vielleicht sollte man mal über einen zusätzlichen Mutterschutz für die ersten frühen Schwangerschaftswochen diskutieren… Wie dankbar bin ich jedenfalls von Herzen dafür, dass ich genau das tun konnte: Meinen veränderten Bedürfnissen in weiten Teilen gerecht werden.

Denn mein Junge ist nun doch so groß und verständig genug, dass er mich mittags auch schon mal eine halbe Stunde auf dem Sofa dösen lässt, wenn die Müdigkeit mich übermannt. Und die Vormittage konnte ich mir fast durchgängig so einteilen, wie es sich gut anfühlte. Meine To-Do-Listen sind kürzer geworden für den jeweiligen Tag und das Mittagessen bestand häufig aus aufgetautem Essen oder eben aus Nudeln mit Tomatensoße. Ich glaube, diesen Qualitätseinbruch auf dem Tisch verkraften wir schon für ein paar Wochen. Ich merke, wie der Frühling mir bereits wieder neue Energie einflößt und mit Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels verblasst auch die latente Übelkeit zu großen Teilen.

Neben der Übelkeit zeigt mein Körper mir auch in anderen Bereichen, dass mein Hormonsystem scheinbar fleißig seinen Dienst aufgenommen hat. Gespannte Brüste, nächtliches Wasserlassen und gelegentliche emotionale Empfindlichkeiten sprechen dafür, dass alles so verläuft, wie es das sollte. Demnach erwarte ich im weiteren Verlauf auch keine besonderen Schwierigkeiten im Bereich meines Hormonsystems und auch mein Herz-Kreislauf-System zeigt anhand der gemessenen Werte gute Leistungsfähigkeit. Das ist ja schon mal die halbe Miete, um von einem rundum physiologischen Verlauf auszugehen und die Frauenärztin vorläufig noch nicht zu kontaktieren.

Meine Hebamme war letzte Woche zur ersten Vorsorge da, Blut und Abstrich werden gerade noch im Labor bearbeitet und ich genieße einfach das Gefühl, selber mal ein wenig umsorgt zu werden, anstatt ständig für andere da zu sein.

Bei der nächsten Vorsorge werden wir sicher versuchen, mit dem Dopton die ersten Herztöne des Winzlings zu hören. Darauf freue ich mich nun tatsächlich doch schon ein wenig. Aber ich bin sehr froh darüber, dass der Bauchzwerg in diesem hoch sensiblen ersten Drittel, in dem sich alle Anlagen für sämtliche Organe sowie die Plazenta bilden, frei von irgendwelchen potentiell störenden Strahlen bleiben durfte.

Ich hatte tatsächlich zu fast dem gleichen Zeitpunkt wie in meiner ersten Schwangerschaft eine Episode eines minimalen Spottings (= geringe Menge braunes Blut). Da ich das nun aber schon von meinem Körper kannte, beunruhigte es mich diesmal überhaupt nicht und ich brauchte auch keine Bestätigung von außen, dass alles in Ordnung ist. Eine interessante Erfahrung.

Am Montag komme ich also nun in die 13. Woche, die das 2. Trimester einläutet. Damit beende ich die Einnahme von Folsäure als Präparat und werde nur noch weiter Vitamin B12 ergänzen, da ich weiterhin zwar nicht strikt, aber überwiegend auf tierische Produkte zu verzichten versuche. Ich bin ein wenig ungeduldig darauf, meinen Bauch wachsen zu sehen und weiß zugleich doch, dass es schneller passieren wird, als ich gerade denke. Ich freue mich auf die Zeit, in der ich die ersten Kindsbewegungen spüren werde und hoffe, dass G mit wachsender Akzeptanz der Situation ebenfalls – durch die Bauchdecke hindurch – erste schöne Momente mit Pipoka (Bauchname, spanisch für Popcorn) erleben wird.

Außerdem geht nun die Zeit der Kinderkleiderbasare wieder los. Und auch wenn es mir eigentlich noch zu früh erscheint, werde ich doch schonmal ein paar Dinge anschaffen, da es kaum eine praktischere Möglichkeit gibt, nachhaltig und kostensparend an eine Erstausstattung zu kommen. Die nächste Basar-Runde ist dann nämlich erst wieder im Herbst und das ist natürlich zu spät für unseren Zeitplan!

Ich hoffe sehr, dass ich nur die allerwenigsten Dinge neu anschaffen muss, denn gerade Neugeborenenkleidung ist ja in aller Regel nur kurz in Gebrauch und sollte auf jeden Fall für mehrere Kinder nacheinander genutzt werden, finde ich. Wünscht mir also Glück bei meinem Streifzug über die Flohmärkte!


5 Kommentare bei „Das erste Trimenon“

  1. Schön von dir zu hören! Ich hab mir ja echt schon Sorgen gemacht!
    Und schön, dass es dir vergleichsweise so gut geht, das freut mich 🙂

    Dass euer Junior erstmal so ablehnend reagiert hat, tut mir Leid. Ich war ungefähr in seinem Alter, als meine Schwester sich angekündigt hat. Ich kann mich da echt noch dran erinnern und ich fand es super! Aber ich wollte auch schon länger Geschwister 😀
    Ich hoffe, dass sich das noch ändert, aber es sieht ja ganz gut aus.

    Alles Gute euch!

    Liebe Grüße!

  2. Schön, von DIR zu hören, meine treue Seele 😉
    Ja, ich habe das Bloggen vermisst in den letzten Wochen, aber meine Energie wurde wie beschrieben erstmal anderswo gebraucht. Außerdem kommt gerade Schwung in unsere Suche nach Mitstreiter*innen für unser Gemeinschaftsprojekt. Das nimmt auch ganz schön viel Zeit in Anspruch.
    Ich hoffe, ich komme jetzt bald wieder regelmäßiger zum Schreiben hier.
    Für dich geht’s bald in den Endspurt, was? Ich hoffe, dir geht es ebenfalls gut und eurem Mitbewohner auch. Alles Liebe, J.

    1. Ja mir geht es soweit ganz gut, nur dass grade alles etwas anstrengend wird 😀 ich also sofort schnaufe wie ein Walross, 100 Jahre zum aufstehen brauche und auch sonst beweglich wie ein Elefant bin 😀 dem Zwergi geht es aber gut 🙂 der ist auch noch fleißig mit seinen Bewegungen (von wegen das wird weniger…) und das tut inzwischen ganz schön weh 😀

      Das mit eurem Projekt habe ich natürlich gelesen und ich freue mich für euch, dass es da weiter geht. Ich drücke euch fest die Daumen, dass ihr ganz tolle und nette Menschen findet, mit denen ihr dann durchstarten könnt!

  3. Liebe Jittka-wenn Du Interesse an unserer Erstlingsausstattung hast darfst Du dich gerne melden. Mein drittes Kind ist bald vier Monate alt und hat unsere Familie definitiv komplett gemacht. Also dürfen alle Dinge die zu klein sind gerne weiter wandern. Liebe Grüße Elisabeth

    1. Liebe Innilisi,
      ich danke dir von Herzen für dein Angebot. Ein bisschen habe ich jetzt schon von zwei bekannten Müttern hier am Ort abgenommen. Und da morgen zwei Kinderbasare stattfinden, werde ich wahrscheinlich dann nur noch ein paar einzelne Sachen brauchen. Trotzdem danke dir nochmal! Und alles Gute wünsche ich dir und deiner Familie :o)

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