Bereit, den gaaaaanz großen Traum zu träumen?!

Vielleicht habt ihr euch gefragt, warum es in der letzten Zeit wieder etwas ruhiger hier auf dem Blog gewesen ist? Die Antwort liegt wohl irgendwo verbuddelt zwischen „Der-Sohnemann-hat-Fieber“, „Mein-Sozialleben-nimmt-Form-an“ und „Mein-Kopf-ist-kurz-vorm-Platzen-aber-ich-hab-eine-mittelstarke-Schreibblockade“. Aber nun ist der Lütte wieder im Wald und meine Blockade scheint sich langsam zu verabschieden. Und so starte ich heute meine neue Rubrik „Das Projekt – Wir gründen eine Gemeinschaft“ hier auf bluebottles.net

Was hat es damit auf sich? Man könnte es unter dem Satz „Wege ändern dich“ zusammen fassen. Denn als ich Anfang letzten Jahres mit dem Liebsten unsere Gemeinschaftssuche plante, hätte ich es kaum für möglich gehalten, dass ich nun, anderthalb Jahre später, an diesem Punkt stehen würde. Nämlich, unser Schicksal in einer Form selbst in die Hand zu nehmen, die ich auf den ersten Blick nur als größenwahnsinnig bezeichnen kann.

Nein, es war uns nicht bestimmt, einfach so eine Gemeinschaft am Wegesrand zu finden, die unseren Bedürfnissen wirklich gerecht wird. Und so haben wir uns nach einem guten Jahr letztlich dazu durchgerungen, die Reiserei endgültig aufzugeben. Das Ankommen am neuen Heimatort gelang erfreulich gut. Doch nun, wo wir uns sicher sind, dass wir am richtigen Fleck gelandet sind, möchten wir unseren ursprünglichen Wunsch auch weiter verfolgen. Aber diesmal vom Ort unseres Lebensmittelpunktes aus, mit sicherer Basis unter den Füßen. Mit einem festen Arbeitsplatz für T, einem tollen Kindergarten- und später auch Schulplatz für G und genug Kapazität bei mir, mich in das Aufgabengebiet Gemeinschaftsgründung reinzuarbeiten.

Dies wird also in der kommenden Zeit mein „Job“ sein: Ich werde meine Energie und Zeit in die notwendigen Vorbereitungen für ein richtiges Gemeinschaftsprojekt stecken und hoffe, dass dieses sich dann auch im Laufe der Zeit immer mehr manifestieren wird. Ich fühle mich bereit, motiviert und bin begeistert davon, mich nun Pionier nennen zu dürfen.

Um die Privatsphäre aller potentiellen Mitstreiter*innen zu wahren, werde ich keine intimen Details über die Prozesse enthüllen. Aber die sachlichen Infos und mögliche erreichte Meilensteine möchte ich dennoch gerne hier in meinem Cyber-Wohnzimmer mit euch teilen. Nicht zuletzt, um auch andere zu ermutigen, diesen Weg selbst zu beschreiten oder schlicht und ergreifend Interessierten die Möglichkeit zu geben, auf uns aufmerksam zu werden.

Pablo Picasso´s Zitat „Ich beginne mit einer Idee. Und dann wird daraus etwas ganz anderes.“ trifft auf ein Vorhaben, an dem viele Menschen beteiligt sind, bestimmt noch tausendmal mehr zu als auf einen alleine. Darüber bin ich mir absolut im Klaren: Dass meine Vorstellungen nur ein Ausschnitt dessen sein werden, was am Ende als Ergebnis wirklich daraus wird. Doch braucht es einfach viele mutige Leute, die sich trauen, ihre Ideen einzubringen, damit sie alle sich miteinander zu einem großen Gesamtkunstwerk zusammen fügen können.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass ich eines Tages tatsächlich in Gemeinschaft leben und wirken darf, dass ich die Verbundenheit und die Wertschätzung innerhalb dieser bewusst gewählten „Großfamilie“ erleben und meinen Alltag mit einer Gruppe von Menschen teilen darf, die gemeinsame Ziele haben und die Welt ein kleines bisschen besser machen wollen.

Es liegt unglaublich viel Arbeit vor uns. Möge jede*r von uns die eigenen Fähigkeiten und Stärken für alle einbringen, seine/ihre/* wahre Bestimmung finden, sich trauen zu scheinen und zu leuchten. Ich bin definitiv jemand, der gerne organisiert, strukturiert und plant, aber dennoch die Flexibilität besitzt, alles über den Haufen zu werfen, wenn ein anderer eine bessere Idee hat.

So ist dieser erste Entwurf eines Masterplans entstanden, der die strukturellen Schritte aufgreift, die es abzuarbeiten gilt. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und auch die Reihenfolge ist an mancher Stelle sicherlich im Laufe des Arbeitens anzupassen. Auch fehlt völlig die „Arbeit der Gemeinschaftsbildung“, die ab Tag 1 und immerzu fortlaufend stattfinden muss, um eine solide Basis im Miteinander zu schaffen.

Ich bin einfach gerade so voller Schwung und Elan und dies drücke ich dann gerne auch aus, zum Beispiel wie in diesem Diagramm eines möglichen Weges hin zu unserem Traum:

1) Am Anfang steht sicherlich die Ausarbeitung einer mehr oder weniger detaillierten Vision, welche wir nicht nur für uns selbst, sondern inbesondere im Verlauf auch für unsere Arbeit mit möglichen Förderern benötigen werden.

2) Hat sich die „Kerngruppe“ wirklich formiert und füreinander entschieden, kann die Gründung eines Vereins in Angriff genommen werden. Von vornherein sollte der Vereinszweck und die Struktur darauf ausgelegt sein, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu erhalten. Dies sollte bei unseren Idealen durchaus zu schaffen sein (Ich meine, hey, immerhin wollen wir die Welt retten, das wird sich doch auch auf etwas kleinere Teilbereiche runterbrechen lassen, oder?) und kann uns im weiteren Verlauf nur nützen.

3) Besonders gründlich möchte ich die Finanzplanung angehen. Bereits lange, bevor irgendetwas konkret los geht, brauchen wir eine realistische Betrachtung des Bedarfs und der Möglichkeiten. Auch wenn wir auf Unterstützung von außen hoffen, dürfen wir uns nicht darauf verlassen und sollten im Zweifelsfall auch ohne Förderung starten können.

4) Ist diese Arbeit gründlich getan, kann das eigentliche „Marketing“ unseres Projektes beginnen. Die Gruppe sollte auf die notwendige Größe anwachsen und dazu braucht es klare Wegweiser in Bezug auf Eintritt und Austritt und vor allem die Grundsätze unserer gemeinsamen Ökonomie.

5) Nun wird es langsam ernst, zum Verein kommt die Genossenschaft hinzu, deren Planung und Gründung ebenfalls viel Zeit und Arbeit kostet. Die Finanzierung des Projektes wird konkreter, Verhandlungen mit Kreditinstituten können beginnen, es werden endgültige Entscheidungen über Besitzverhältnisse gefällt.

6) Wir können jetzt Fahrt aufnehmen und Kontakte in der Region knüpfen bzw. ausbauen. Gemeinden, Lokalpolitiker*innen und andere Ansprechpartner*innen werden nun hoffentlich zu einem Netzwerk verflochten, das unser Gemeinschaftsprojekt in der Region sicher verankert und möglicherweise hilft, die eine oder andere Türe für uns zu öffnen.

7) Die Gruppe hat sich gefestigt und unsere Vorstellungen für das Leben und Arbeiten in der Gemeinschaft sind schon recht konkret. Das sind gute Vorraussetzungen, nun gezielt nach Fördermöglichkeiten zu suchen und die entsprechenden Anträge zu stellen. Die Öffentlichkeitsarbeit wird durch Veranstaltungen ergänzt, die das Netzwerk stärken und erweitern sowie Aufmerksamkeit für unsere Sache generieren können.

8) Mehr oder weniger parallel dazu geht es auch endlich los mit der Suche nach dem passenden Objekt. Zu diesem Zeitpunkt sind wir uns über die Größe der Gruppe, die vorhandenen Qualifikationen und Tätigkeitsfelder, unsere finanziellen Möglichkeiten und die regionalen Bedingungen im Klaren und können professionell in Verhandlung treten.

9) Jetzt braucht es nochmal ganz andere Fähigkeiten und Talente. Geborene Verhandlungskünstler, Sachverständige, handwerklich Begabte, Architektur Beherrschende – ich hoffe, sie weilen zu diesem Zeitpunkt bereits unter uns oder im erweiterten Netzwerk.

10) Liebes Universum, mal sehen, ob die Erfüllung unseres großen Traumes wirklich Teil unseres Lebensplanes sein soll?

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