Reuse!!! (Re-Use!!!)

Was macht sie denn da in der Badewanne?! Na, ist doch klar: Ich bin eine Waschmaschine und setze auf Stampfgang statt Schleudergang. Aber wie kam es dazu und wo führte es hin? Das lest ihr heute in meiner Notiz zur Nachhaltigkeit!

Das Ganze fing damit an, dass wir vor anderthalb Jahren überlegten, wohin wir unseren Restbestand an Möbeln und Haushalt bringen sollten, um ihn für die Zeit unserer Gemeinschaftssuche einzulagern. Erst wollten wir günstig, günstig eine Garage irgendwo auf dem platten Lande mieten. Aber da hatten wir dann doch irgendwie unsere leichten Bedenken wegen Feuchtigkeit und Sicherheit und überhaupt.
Naja, wir beschlossen, statt 40 Euro doch lieber 70 Euro im Monat einzuplanen und mieteten uns einen offiziellen Lagerraum in Dessau. Die Firma warb auf ihrer gesamten Homepage mit Sauberkeit, Trockenheit und optimalem Raumklima. Auch unsere telefonische Vorabinfo lautete, dass das Einlagern von Möbeln und Elektrogeräten (Hausstand eben) kein Problem sei.

Leider sind wir da wohl einem Betrüger aufgesessen.

Denn der Raum wies bei der Abholung nach einem Jahr ordentliche Feuchtigkeitsspuren auf und auch auf einigen unserer Möbel hatte sich der Schimmel breit gemacht. Da wäre es im Tropical Island wahrscheinlich trockener für unsere Habseligkeiten gewesen!

Autsch. Aber echt.

Wir waren ganz schön down. So hatten wir uns die Sache nicht vorgestellt! Wir haderten mal wieder mit dem kackmistigen kapitalistischen System im Allgemeinen, welches kranken Egoismus, gegenseitige Entfremdung, Gewalt, Ausbeutung, Verantwortungslosigkeit oder Unehrlichkeit überhaupt erst richtig schürt….

Aber gut, es war nichts mehr dran zu rütteln, passiert war passiert und wir machten uns daran, mit Essig und Reinigern Schadensbegrenzung zu betreiben.

Unter anderem brauchten die Matratzenbezüge eine gründliche Reinigung. In unsere eigene Waschmaschine passten die Monster nicht hinein. Die Reinigungsfirma lehnte es ab, sie zu waschen, aus Angst vor Maschinenschäden (die Schurwolle ist leider nicht für die Waschmaschine geeignet) und eine chemische Reinigung mit Perchlorethylen (PER) wollten wir auch auf keinen Fall haben. Das ist so giftig, wie es klingt, glaube ich.

Der Besitzer des Waschsalons empfahl uns ganz klar: Wegschmeißen. Neu kaufen. Häh?!?! Bitte?! Geht´s noch???

Blieb also nur noch der hauseigene Schonwaschgang. Zum Glück haben wir in unserer neuen Wohnung eine Badewanne! Ich bin dann ordentlich ins Schwitzen geraten, als ich in mehreren Trampelsessions die beiden Riesendinger gereinigt habe.

Trocknen dauerte je Bezughälfte gute drei Tage auf dem Balkon. Da hatte die deutsche Hitzewelle ja mal was Gutes. Nicht nur Tropenzecken in der Nähe meiner Schwiegerfamilie oder Zerkarien in unserem Badeweiher -nein! auch phänomenale Trocknungserfolge für geschundene Betten waren in diesem August möglich.

Wie ihr seht, können wir nun ohne eklige Chemikalien wieder auf unseren Matratzen schlafen. Ein absoluter Segen nach diesem Jahr des Tingelns von (unbequemem) Bett zu (mäßig bequemem) Bett. Und das ist nur eine der vielen Sachen, über die ich mich gerade mega freuen kann.

So, nun überlasse ich den fiesen Abzocker-Lageristen aus Dessau mal getrost seinem eigenen Karma und bin ihm und dem Universum dankbar für die Erfahrung, wieviel Waschkraft in meinen Beinen steckt.

Ein Kommentar bei „Reuse!!! (Re-Use!!!)“

  1. Voll super!! Wir hatten hier ähnliche Trocknungserfolge bei einem dicken Teppich, den J in stundenlanger Schrubbarbeit von Staub und Milben befreit hat. Nebenwirkung Blasen und Muskelkater, aber jetzt haben wir einen schön sauberen Teppich. 💪🏼

Schreibe einen Kommentar

*