Geburtstag in Bildern

Um viertel vor sechs hält es den Lütten nicht mehr im Bett. „Graut der Morgen schon?“ fragt er leise. An jedem anderen Tag hätte ich noch ein bisschen Zeit heraus geschunden, aber heute geht das natürlich nicht. Statt dessen singen wir ihm zwei Geburtstagslieder und gehen ins umzugsrumpelige Wohnzimmer.

Wer hätte es gedacht? Mama und Papa waren ja WIRKLICH noch im Mitternachts-Geburtstags-Geschäft und haben die Geschenke mitgebracht!!! Die Aufregung liegt in der Luft. Eifrig wird unter der selbst genähten Wimpelgirlande ausgepackt.

Als Verpackungen dienten aufgehobene Papiere von alten (extern eingebrachten) Geschenken und Spieltücher. Neues Geschenkpapier kaufen wir ja schon lange nicht mehr. Manches Löchlein musste aber dadurch noch etwas kaschiert werden.

Die zwei Hauptgeschenke von uns sind das laaaange gewünschte Laserschwert (neu) und ein freudig in Empfang genommener Zauberkasten (Second Hand). Dazu gibt es zwei DVDs (Second Hand) mit Geschichten im Interessengebiet Wale, eine Herbstjacke (Sale vom Ökoversand) und eine Rakete zum Abschießen (neu).

Nach ausgiebiger Inspektion bzw. Inbetriebnahme der Hauptgeschenke gönnen wir uns das traditionelle Pfannkuchenfrühstück am festlich gedeckten Tisch. Kaum zu fassen, dass der Kerzenzug schon fünf Waggons zieht!

Dann kommen die extra angereisten Großeltern aus ihrer Pension, bringen natürlich weitere Geschenke mit und wir verbringen den Vormittag auf dem Spielplatz um die Ecke. Zwischendurch bringt der Paketbote noch ein Päckchen von der anderen Verwandtschaftsseite.

Mittags gibt es Spaghetti mit Tofubolognese, die ich schon vorgekocht hatte. Dafür bin ich jetzt dankbar. Auch der Nachtisch, die dreischichtigen „Geburtstagstörtchen“, warteten in ihren Silikonformen bereits im Tiefkühler. (Ein Segen!)

G probiert zwar ein Törtchen, sagt ganz diplomatisch, es wäre das Leckerste, was er je gegessen hat, aber er würde es lieber später weiter essen…. Tja, gegen Oma’s Schokoriegel hat die naturgesüßte Cashewcreme leider keine Chance. Vor zwei Jahren kam die eigentlich noch super an. Ich fürchte, der Gaumen des Sohnes braucht wieder ein bisschen Umkonditionierung in der nächsten Zeit.
Naja – mehr für mich, yumm!

Die Mittagsruhe hält nur kurz, es ist aber auch alles zu aufregend. Danach machen wir uns fertig und fahren in die nächste Stadt zum Kindertheater. Es gibt ein Puppenspiel mit dem vielversprechenden Titel Kasper und der Räuberbraten.

Der Theaterbesuch ist dann auch ein absoluter Knaller! So ein charmanter, witziger Puppenspieler mit einer ordentlichen Portion Talent und ebenso viel Herz! Wir sind alle total begeistert und fahren beseelt heim. (Allerdings nicht ohne noch einen kleinen Abstecher zum Baumarkt zu machen, denn ohne die richtigen Bohrer geht Zuhause nichts voran.)

Das Abendessen wird ein knappes Resteessen vom Mittag – das Geburtstagskind selbst ist währenddessen viel zu beschäftigt mit seinen zahlreichen Gaben, um sich mit so profanen Dingen wie dem Essen zu beschäftigen. So kommen wir gar nicht mehr zum Verzehr des selbstgemachten Eises, sondern gehen direkt zum letzten Programmpunkt des Abends über: Gemeinsames Schauen eines seiner neuen Filme (und zwar einen Klassiker aus meinen Kindheitstagen namens Daffy und der Wal).

Puuuh, nach diesem langen Tag fällt die Einschlafbegleitung dann auch entsprechend kurz aus, obwohl der Kleine doch merklich überreizt ist. Nun bin ich also Mama von einem Fünfjährigen, daran muss ich mich erst einmal gewöhnen, glaube ich.
Und ich hoffe, dies war der letzte Geburtstag für unseren Jungen ohne eine wilde Schar Gleichaltriger!

In Sachen Nachhaltigkeit war der Tag vielleicht nicht perfekt, aber vieles habe ich doch so umgesetzt,  wie ich es mit gutem Gewissen verantworten kann. Mehr Tipps zum müllfreieren Feiern findet ihr ansonsten auch bei Alex!

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