Die Vision – Gemeinschaftsbildende Maßnahmen

In einer bewusst gewählten Gruppe zu leben und den Lebensraum und die tragenden Strukturen gemeinsam zu gestalten, geht über oberflächliche Nachbarschaftsverhältnisse deutlich hinaus. Je enger die Beziehung der einzelnen Personen untereinander wird, desto deutlicher treten neben den vielen Gemeinsamkeiten und der wachsenden Verbundenheit auch unsere Unterschiede, nicht selten in Form von Konflikten, zu Tage.

Um diesen großen und kleinen Differenzen angemessen als Gemeinschaft begegnen zu können, auf dass die Gruppe an Krisen wächst und nicht zerbricht, braucht es die Bereitschaft aller, gewaltfrei und konstruktiv miteinander streiten (lernen) zu wollen und sich in die Perspektive des Gegenübers hinein versetzen zu können.

Da dies leichter gesagt als getan ist,  braucht wohl jede Gemeinschaft die für sie passenden Werkzeuge und Hilfen, um wahre, authentische Begegnung und eine lösungsorientierte Konfliktbewältigung zu etablieren.

Ein Idealzustand wäre es für mich,  wenn wir es schafften, jederzeit offen anzusprechen, was uns stört. Daraus folgt im Umkehrschluss, dass man sich darauf verlassen kann, dass alles in Ordnung ist, was wir selbst tun und wie wir es tun, solange uns niemand sagt, dass er nicht einverstanden ist.

Das Gemeinschaftsgefühl kann durch viele verschiedene Maßnahmen gestärkt werden

Je nach Persönlichkeit und Vorgeschichte gibt es da natürlich bestimmte Vorlieben. Im besten Falle findet Gemeinschaftsbildung im Prinzip ständig, ohne künstliches Setting, einfach beim gemeinsamen Erledigen der Alltagsaufgaben und durch das enge Zusammensein statt.

Für mich persönlich ist es ein großes Anliegen, dass der Zugang zu der tiefen Verbundenheit und dem Gefühl von Offenheit und Vertrautheit allen Mitgliedern am Ort gleichermaßen möglich ist, unabhängig von ihrem Alter und ihrer Rolle in der Gruppe.

Ich stelle mir vor, dass folgende Dinge es unterstützen könnten, ein starkes Band der Zugehörigkeit und Verantwortung füreinander zu knüpfen:

  • Enge Zusammenarbeit bei der Planung und Durchführung aller die Gemeinschaft betreffenden Aufgaben
  • Alle möglichen Aspekte des Alltags gemeinsam bestreiten; sich gegenseitig absprechen und Unterstützung anbieten und annehmen
  • Als Gruppe zusammen kochen, essen, feiern und andere entspannte Dinge teilen; regelmäßig Ausflüge bzw. freudvolle Gemeinschaftsaktivitäten einplanen
  • Aufwändigere Gruppenaktivitäten wie Bau- und Wirktage, Feierlichkeiten und Veranstaltungen gemeinsam organisieren

Darüber hinaus gibt es auch noch den Bereich der moderierten Gemeinschaftsbildung

Gerade für schwerwiegende Grundsatzentscheidungen und wichtige, evtl. konfliktträchtige Prozesse kann eine Begleitung von außen bestimmt sehr sinnvoll sein. Ebenso kann ein bewusst gesteckter Rahmen als Raum zur Prophylaxe von fortdauernden Spannungen und somit zur Pflege der Gemeinschaft dienen.

Es gibt allerlei Tools aus verschiedensten Richtungen, wie z.B. Das Forum, Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck, die radikale Therapie, Redestabrunden und vieles mehr.

Welche Methodik der bestehenden Konstellation von Menschen am meisten liegt und was sich für welchen Zweck am besten eignet, muss wahrscheinlich gemeinsam erprobt werden. Auch kann ein Methodenwechsel immer mal wieder etwas frischen Wind herein bringen und festgefahrene Verhaltensmuster lösen helfen.

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