Heimatlos

Nun sind wir wirklich heimatlos. Und das fühlt sich momentan noch alles andere als gut oder sogar vertrauenserweckend an. Eher im Gegenteil. Zur Zeit habe ich richtig Schiet inne Büx. Das Wohnmobil – so unhandlich und Reparatur-bedürftig es auch war – hatte mir trotzdem immer ein gewisses Gefühl der Sicherheit gegeben.

Nun haben wir Glück gehabt und bei einem Händler mit solidem Ruf doch noch einen Kleinwagen gefunden, der gerade so in unser Budget rein passte. Darauf haben T und ich uns schließlich nach einigen Tagen Nervenzerren geeinigt.

Da war ich im ersten Moment sehr erleichtert und froh, denn ohne Fahrzeug waren wir überhaupt nicht in der Lage, unsere weiteren Schritte zu planen. Bevor wir wieder los auf Tour gehen, wollen wir zum Beispiel den großen Wagen verkaufsfertig kriegen.

Doch bereits beim Ausladen des Campers bekam ich echt Angst. Körperlich spürbare, Brust eng machende, Übelkeit erregende Existenzangst. Ich fühlte mich wie gelähmt bei dem Gedanken, ab sofort nicht mal mehr die vertraute Teetasse oder die eigene Bettwäsche auf Reisen mit dabei zu haben.

Heavy metal hardcore.

Nur eben so zu wissen, wo wir in den nächsten 10 Tagen unterkommen, fühlt sich mega kacke an. Ich bin natürlich am Kontakten mit verschiedenen Personen aus verschiedenen Projekten, aber was nach dem 13. Mai sein wird, ist jetzt gerade noch ziemlich unklar. Uaaaaah.

Wir versuchen jetzt jedenfalls erstmal halbwegs Ordnung ins Sachen-Chaos zu bekommen. Ich dachte ja eigentlich, wir hätten gut reduziert vorm Einzug ins WoMo. Nunja, scheinbar bin ich gut im Verdrängen, denn wir haben eindeutig viel mehr Kram dabei gehabt, als ich mich erinnern konnte und als wir tatsächlich brauchten. Was wiederum ein wenig Hoffnung darauf macht, dass wir jetzt mit nochmal extrem weniger Zeug klar kommen werden.

Minimalismus, ich sinke in deine Arme!

Ach ja, das Leben. Und seine Wege und so. Irgendwas war auch mit Gott in dem Zusammenhang, nur erinnere ich mich gerade nicht mehr. Mein Kopf gehört derzeit zu einem scheuen Reh, welches auf der nächtlichen Fahrbahn steht und in die grellen Scheinwerfer des heran nahenden Autos blickt.

Ist das jetzt eigentlich immer noch Jammern auf hohem Niveau? 

(Fühlt sich gerade nicht so an, aber wahrscheinlich bin ich zu allem Überfluss noch fett prämenstruell. Die Influenza hat mir nämlich dermaßen in meinen Zyklus gepfuscht, dass ich zwischenzeitlich sogar einen Schwangerschaftstest gemacht habe. Und jetzt habe ich wahrscheinlich die endzyklische Hormonachterbahn mal zwei. Braucht man ja bestimmt auch noch in so einer Situation, oder? *Seufzerchen*)

Ich wünsche mir eine Sternschnuppe, damit ich mir was wünschen kann. Und zwar wäre es das:

 

2 Kommentare bei „Heimatlos“

  1. Wow schön geschrieben. Bin gerade über Lifelivegreen auf deinen Blog aufmerksam geworden. Ich schreibe auf meinem Blog auch über ähnliche Themen. Ich werde deinen Blog ab jetzt weiterverfolgen und wünsche dir viel Glück beim Ankommen… 😉.

    Liebe Grüße
    Anja

  2. Liebe Anja, hab Dank für deine lieben Worte. Da schau ich doch direkt mal zu dir rüber 😉
    Herzliche Grüße, Jitka

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