Reisemüde – Optionen und Pläne

So langsam fängt es an, dass ich das Ende dieser Reisezeit wirklich herbei sehne. Ich gebe zu, die üble Krankheitsphase, die uns aktuell nochmal alle vorhandenen Kräfte raubt, hat dieses Gefühl ins Unermessliche verstärkt. Aber es ist auch so einfach die Luft raus aus der Mission Wohnmobil.

Dazu kommt, dass wir unsere Fühler ja nun schon etwas nach Deutschland ausgestreckt hatten, um die Rückkehr so allmählich in die Wege zu leiten. Nach unseren zähen Erfahrungen in Sachen Gemeinschaftssuche hatten wir uns entschieden, die Suche von einer anderen Seite her anzugehen. Und zwar wollten wir primär nach potentiellen Arbeitgebern für den Liebsten Ausschau halten und uns dann in annehmbarer Fahrentfernung um eine Wohnlösung kümmern.

Dafür haben wir vier, fünf Gemeinschaften bzw. Wohn-Projekte angeschrieben, unsere (recht herausfordernde) Situation geschildert und nach einer Unterkunft bzw. Übergangswohnung angefragt. Das Hauptkriterium war dabei nicht, dass möglichst viele unserer Ideen für eine ganzheitliche Gemeinschaft erfüllt werden, sondern vor allem die Nähe zu den möglichen Wunschkliniken für T. Alles andere würde sich im Verlauf und vor Ort ergeben, dachten wir uns.

Daraufhin sind dann zwei Dinge parallel passiert, die wir durch das ätzende Kranksein gar nicht zeitnah verarbeiten oder weiter denken konnten. Aber nun dann doch.

Erstens habe ich unerwartet von einer alten Bekannten per Mail von einer ganz neuen, sich in Gründung befindlichen Gemeinschaft erfahren, die mit ihren Visionen und Plänen so 100% unsere Vorstellungen trifft, dass es fast schon unheimlich (schicksalhaft?) auf mich wirkt. Sogar meine eigenen ganzen Ideen, die ich Anfang des Jahres für mich gesammelt hatte, als ich überlegte, womit ich Geld verdienen und was ich Sinnvolles in diesem Leben tun könnte, sind 1 zu 1 Teil der Vision.

Und das Beste ist: Sie haben noch Platz und das nächste Gründungstreffen findet Mitte Mai statt. Absolut perfekt für uns. In dem Ort, wo die Gemeinschaft sich ansiedeln will, gibt es außerdem eine herrliche freie Schule, auf die wir G geben könnten und zumindest ein Großelternpaar wäre von dort nicht allzu weit weg.

Bämm.

Zweitens hatten wir ja nun aber diese oben erwähnten Anfragen schon losgeschickt. Und wir erhielten von einer noch recht kleinen Gemeinschaft eine wirklich positive Rückantwort, die uns sehr berührt hat, und nach einigem sehr freundlichen Austausch kam dann tatsächlich die Einladung zum Probewohnen. Diese Gruppe wohnt keine 20 km von einer der absoluten Favoritenkliniken für T entfernt. Wenn er dort eine Stelle kriegen würde,  wäre sein berufliches Glück schon mal zum Greifen nah.

Zweimal Bämm.

Jetzt fühlen wir uns extrem hin und her gerissen, da beide Optionen uns auf ihre Weise sehr reizen würden. Wobei Option 1 auf den ersten Blick für den Lütten und mich perfekt erscheint, aber die Sache mit der (Traum)Arbeitsstelle für T leider sehr unklar ist. Außerdem braucht das Projekt durch die einzelnen Mitglieder noch eine tüchtige Anschubfinanzierung, wodurch wir uns bei einem ‚Ja‘ für das Projekt auch für eine ordentliche finanzielle Verpflichtung entscheiden.

Bei Option 2 besteht berechtigte Hoffnung auf genau solch eine Klinikstelle, wie T sie sucht. Allerdings kann ich aus der Ferne nicht wirklich reinfühlen, wie sich die recht kleine Gruppe zum Zusammenleben für uns eignen wird und auch an pädagogischen Angeboten in der Nähe konnte ich (online zumindest) noch nichts Passendes heraus filtern. Und worin meine Beschäftigung bestehen würde bzw. was aus meinem /unserem großen Traum vom Mehr-Generationen-Dorf wird, steht bei dieser Variante ebenfalls noch sehr in den Sternen.

Jetzt heißt es für uns:

– Gesund werden –

– Planen und überlegen, wie es weiter geht –

– Rückreise antreten –

Ich freu mich schon ehrlich auf Deutschland. Es fühlt sich nach dieser Reisezeit wirklich an wie nach Hause fahren – auch wenn wir noch gar kein anderes Zuhause haben außer unserem Camper. Die Zukunft bleibt natürlich noch eine Weile weiterhin ungewiss, aber wenigstens sind wir dann schon mal im richtigen Land und können Orte, Menschen und Möglichkeiten konkret erleben und erfahren. Wollen wir hoffen, dass uns das auf den richtigen Weg führen wird.

Und wo steht ihr im Leben? Habt ihr auch große Entscheidungen zu treffen oder seid ihr bereits fest verwurzelt?

 

 

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