Sonntagsausflug in die Welt der Permakultur

Am vergangenen Sonntag hat unsere Gastgeberfamilie uns mal wieder zu einem kleinen Ausflug mitgenommen. Das tut sie in der Tat desöfteren, was uns sehr erfreut und uns Zeit zum Plaudern und tieferen Kennenlernen beschert. Diesmal besuchten wir einen Bekannten aus der Region, der ein eigenes Hofprojekt zum Thema Permakultur betreibt.

Ein bisschen schade war bloß, dass es so ein verregneter Tag gewesen ist. Dadurch kam mir die ganze Anlage irgendwie recht trist und auch ein wenig heruntergekommen vor. Vielleicht hätte das bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein ein bisschen anders auf mich gewirkt?

G störte sich zum Glück überhaupt nicht an dem frösteligen Nass und vergnügte sich in den großen Pfützen. Blöd,  dass ihm seine Gummistiefel eigentlich schon zu klein geworden sind. Das Unterwegs-Sein bringt immer wieder seine Schwierigkeiten mit sich. Zum Beispiel das Beschaffen von Dingen, die über eine reine Grundversorgung hinaus gehen.

Der Besitzer des Grundstücks ist jedenfalls ein Vollblut-Aktivist mit hohen Zielen. Ein Bewusstsein zu schaffen für die Lebensmittel, die wir tagtäglich essen, und viele andere Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen liegen ihm sehr am Herzen. Das merkten wir schnell.

Mit seinem Permakulturprojekt bietet er gleich 15 Gasthelfer_*innen eine rustikale Unterkunft und entsprechend viel fröhliches Leben und arbeitendes Gewusel prägten die Stimmung dort.

Mir persönlich wäre die Wohnsituation hier wahrscheinlich etwas zu chaotisch und zu durcheinander gewesen. Ich bin ganz froh, dass wir damals nicht auf die Empfehlung unseres letzten Gastgebers eingegangen sind, uns hier anzumelden. Dieser Ort hätte eher nicht zu mir (samt meinen diversen Hygiene-Neuröschen) gepasst. Ich arbeite auf dieser Reise quasi tagtäglich mal mehr, mal weniger intensiv an meinen Berührungsängsten, aber manches ist und bleibt einfach too much für mich.

Baufälliges Toilettenhaus mit Mülltonne als Auffangbehältnis

Wer da doch etwas abgehärteter ist als ich zartbesaitete, putzzwängische, haarphobische Stadtpflanze, kann hier bestimmt eine tolle Zeit erleben und sich bei der Arbeit rund um Pflanzenanbau und Hühnerhaltung einbringen.

Jenseits des Hofes selbst starten aus dieser Weltverbesserungs-Keimzelle übrigens auch noch weitere Aktionen im Bereich Urban Gardening und zum (halb legalen) Nutzbarmachen von verwaisten Landflächen und Häusern in der Umgebung.
(Schon mal was von Incredible Edible gehört? Wir kennen die Bewegung ja aus dem Film tomorrow – aber schon lustig, hier plötzlich persönlich auf Vertreter_*innen davon zu stoßen.)

Unser Besuch ging aufgrund des Regenwetters leider recht schnell auch wieder zu Ende. Aber T konnte sich einige Inspirationen zum Umgang und zur Verwendung von Sumpfkalk (vgl. auch Branntkalk) holen und natürlich durften wir den ganzen Hof einmal besichtigen.

Es war auf jeden Fall echt toll, mal ein richtiges Nachhaltigkeits- und Permakultur-Projekt zu Gesicht zu bekommen. Und Menschen zu treffen, die voller Idealismus stecken, voller Lebensfreude und damit Gutes in die Welt tragen.

Be the change you want to see in the world!

Und von unseren vielen anderen Erlebnissen als WWOOFer berichte ich demnächst bestimmt auch nochmal in aller Ausführlichkeit.

Jetzt wünsche ich euch vor allem eins: ein entspanntes, frühlingshaftes Osterwochenende mit viel Sonnenschein, Vogelgezwitscher und natürlich liebevoll gefüllte Osternester für Groß und Klein!

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