Spieglein, Spieglein, an der Wand – Wer hat das schööönste Getriebe im ganzen Land?!

Ich bitte um einen Trommelwirbel, angehaltenen Atem und einen extra lauten Tusch: Das Getriebe ist da. Es ist fertig eingebaut. Das Wohnmobil fährt und soweit wir das nach einer kurzen Probefahrt beurteilen können, tut es dies auch ohne jegliche beunruhigende Geräusche oder unerwünschte Erscheinungen.

Der erneute Ausbau des Getriebes erfolgte ja schon Anfang Januar. Doch von der Entscheidung für ein Ersatzgetriebe aus Deutschland bis zum endgültigen Abschluss der Reparatur dauerte es noch mal geschlagene 4 Wochen. Das fahruntüchtige Wohnmobil musste zunächst mit vereinten (Mannes-)Kräften aus der Werkstatt befördert werden. Ein erster Abschleppversuch mit einem völlig untermotorisierten Peugeot den Berg hinauf zum Parkplatz scheiterte. Zum Glück ist hier in dem kleinen Dorf schnell Hilfe organisiert. Ein Nachbar zog unser WoMo auf den auserkorenen Stellplatz.

Die Rückführung lief dann wohl ohne uns ab, nachdem letzte Woche das Paket aus Deutschland endlich eingetroffen war. Da wir mittlerweile so abgestumpft sind, was das Vertrauen in unser WoMo angeht, fällt es uns unglaublich schwer, an ein wahrhaftiges Ende der Getriebe-Odyssee zu glauben.

Nichtsdestotrotz tun wir jetzt mal so, als wäre tatsächlich alles in Butter (bzw. Margarine) und fangen damit an, neue Pläne zu schmieden.

Auch wenn uns die Mandelblüte in leicht beschwingte Frühlingslaune versetzt, ist es in unserer Region doch gerade noch ziemlich frisch (zumindest für spanische Verhältnisse).
Tagsüber erreicht das Thermometer ca. 12 Grad, selten über 15 Grad. Dazu kommt häufig ein kräftiger Wind und bedeckter Himmel mit gelegentlichen Schauern ab und an.

Insofern ist ein sofortiger Einzug ins Wohnmobil als einzigen Lebensraum so mittel attraktiv. Jedenfalls dann, wenn wir nicht etwas milderes Klima ansteuern können oder direkt wieder eine Gemeinschaft finden, wo es Wohnraum oder zumindest Aufenthaltsräume für uns gäbe.

Allerdings haben mein Mann und ich beide das Gefühl, dass wir nach den intensiven zwischenmenschlichen Erfahrungen der letzten Monate wenigstens mal ein paar Tage, lieber sogar ein oder zwei Wochen als Familieneinheit durchschnaufen möchten. Vier Monate ungeplanter Aufenthalt an diesem sehr speziellen Ort haben uns doch etwas angestrengt. Ich glaube, es täte uns gut, mal ein Weilchen unabhängig von anderen zu sein und nur unser Ding machen zu können.

Für eine mögliche Rückkehr nach Deutschland werden unsere Vorstellungen übrigens zunehmend konkreter. Davon berichte ich aber lieber, wenn es so weit ist und unsere Ideen wirklich Gestalt annehmen.

Aus Wettergründen wollen wir aber wenigstens die Zeit bis Ende März noch im Süden verbringen, um dann hoffentlich mental und klimatisch um einiges entspannter in der alten (und neuen?) Heimat anzukommen.

Das nächste Kapitel unserer Reise kann also beginnen. Mal sehen, wohin es uns diesmal verschlagen wird!

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