Sieben Tage Regenwetter

Wie schon vor längerem prophezeit, bringt uns der Februar das ungemütlichste Wetter, das wir hier in Castellon bisher erlebt haben. Irgendwie passt das gerade sehr gut zu meiner allgemeinen Stimmung, aber zum Glück gibt es auch im Haus genug zu tun, um nicht in eine echte Winterdepression zu fallen.

Die Gruppe wächst und schrumpft und wächst und schrumpft so vor sich hin.

Was gleich bleibt, ist meine Freude am Essenzubereiten für die ganze Truppe.
G ist viel mit mir in der Küche. Meistens beschäftigt er sich mit irgendeiner kreativen Arbeit und hört öfter ein Hörspiel dabei.

So kommen die leeren Gläser zum Einsatz fürs Farbenmischen und Gießen. Interessant ist seit einiger Zeit wieder das Bis-an-den-Rand-Voll-Gießen geworden.
Manchmal höre ich dann ein kleines „Oh!“, gefolgt von einem „Ich wisch das sofort wieder auf, Mama!“.

Auch die vielen unterschiedlichen Holzarten, die wir hier in den Öfen verfeuern, reizen zum Spielen, Bauen und Experimentieren.

So entstehen hier wahre Kunstwerke, häufig mit gezieltem Inhalt, wie etwa Flugzeug, Haus oder Burg.

Manchmal auch eher frei ohne festes Motiv. Hauptsache hoch, hauptsache viele Steine verbauen.

Wenn es was mit Teig zu kochen oder backen gibt, habe ich eigentlich immer einen kleinen Helfer an meiner Seite. Pfannkuchen kann er jetzt mit Begleitung schon selbst ausbacken.

Da war der Lütte aber stolz! Ich habe den Eindruck, er hat wieder einen tüchtigen Schub gemacht.

Verkleiden und Rollenspiele werden auch immer interessanter. Mir tut es so leid, dass keine Kinder da sind, mit denen er da noch mehr eintauchen könnte.
Die Fantasie explodiert jedenfalls total.

Ein Highlight ist nach wie vor der Freitag Abend, da gibt es erst ein ausgiebiges Bad und anschließend schauen wir uns ein paar Kurzfilme bei Youtube an. Zur Zeit wünscht G sich Filme mit Wettkämpfen rund um den Schießsport. Das ist eigentlich ja so gar nicht meins! Schlag den Raab ist aber eine nette Abwechslung, die auch ich mir ganz gerne anschaue.

Fast jeden Tag wird hier mittlerweile mit Papier gebastelt, geklebt oder gefaltet. Flieger, Boote, Raketen, Ballons, Vögel. Da hat G eine enorme Ausdauer.

Außerdem versucht er nun öfter auch mal, etwas aufzuschreiben. Ich scheue mich ja davor, diese sehr kognitive Arbeit schon so früh zu fördern. Allerdings denke ich, wenn es von ihm selbst kommt und so spielerisch abläuft wie jetzt, darf es ruhig eine Beschäftigung unter vielen sein.

Achja, Brettspiele haben auch langsam Einzug in unser Leben gehalten. Wir spielten diese Woche fast täglich Scotland Yard. Allerdings in der 4-Jährigen-tauglichen Version. Das bedeutet, dass es keinen unsichtbaren Spieler gibt, sondern wir uns einfach nur abwechselnd mit Bus, Taxi und U-Bahn durch London jagen. Das macht sogar mir Spaß, obwohl ich echt nicht soooo der Gesellschaftsspiel-Fan bin.

Ich bin froh und erleichtert, dass unser Junge auch mit der vielen Drinnenzeit klar kommt. Mir fällt allerdings ein klein wenig die Decke auf den Kopf.
Hoffentlich kommen die Sonne und unser Ersatzgetriebe bald hier an!

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