Um-Getrieben

Einen klassischen Fall von zu früh gefreut, den erlebten wir gestern: Das heiß ersehnte Paket mit dem Ersatzteil aus Deutschland kam nach langer Wartezeit am 27. Dezember an, so dass der ansässige KfZ -Meister unser Getriebe wirklich noch vor Sylvester wieder in Gang setzen konnte.

Wir waren allesamt ganz aus dem Häuschen und konnten es gar nicht so recht glauben. Dass unser Wagen tatsächlich wieder heile war, fühlte sich so unrealistisch an. Fragil. Wissenschaftlich nicht nachweisbar. Oder so.

Leider dauerte die Freude keine 24 Stunden an. Nachdem wir unser Zimmer leer und das Wohnmobil wieder voll geräumt und von unserem geduldigen Gastgeber Abschied genommen hatten, rollten wir aus dem 600-Seelendorf hinaus auf die Landstraße. Und da war es wieder: KLONKKK machte es, als T den vierten Gang einlegte.

Wieviel Pech kann man eigentlich mit einem einzigen Gebrauchtwagen haben?

Was danach folgte, war ein zerknirschtes Annehmen des Unabänderlichen. Ein Aufstehen und Weitermachen nach dem erneuten Tiefschlag. Wir durften wieder in das eben geräumte Zimmer einziehen (diesmal mit deutlich weniger Gepäck) und verbrachten den Abend in einer Art Schockstarre.

G war natürlich auch durch den Wind nach diesem anstrengenden Tag. Er musste so viel kooperieren und mit ansehen, wie sein sicherer „Hafen auf Zeit“ mal wieder aufgelöst wird. Nur um kurze Zeit später wieder komplett zurück zu rudern. Ein unglaubliches Durcheinander, für ihn bestimmt mindestens so stressig wie für uns. Dafür hat er echt toll durchgehalten und ist um sieben völlig erschöpft eingeschlafen.

Mein Mann und ich wissen gerade gar nichts mehr.

Was wir tun wollen, was wir tun sollen? Macht unsere Art der Suche überhaupt Sinn?  Gibt es einen möglichen Weg raus aus dem kapitalistischen System?  Wonach sollen wir Ausschau halten? Gibt es den Ort, den wir suchen, überhaupt? Welche Informationen fehlen uns?  Wie können wir uns eine Existenz aufbauen? Was ist mit unseren Qualifikationen, unserer Berufung?

Fragen ohne Ende und zur Antwort nur eine undurchdringliche Leere in unseren Köpfen.

Zum Glück habe ich Karlsson vom Dach im Ohr und der sagt: „Ruhig. Nur ruhig.“ und „Das stört keinen großen Geist.“ und auch Petterson spricht zu mir und sagt: „Das wird sich finden.“

2 Kommentare bei „Um-Getrieben“

  1. Alles was du brauchst ist Glauben, Vertrauen und ein bisschen Feenstaub! (Peter Pan)

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