Vorweihnachtszeit – Kerzen, Küche und Konsum

War das tatsächlich schon der 2. Advent, oder was? Gerade ist die Zeit mal wieder so richtig im fast forward mode. Entgegen unserer groben Planung ist es mit einem Aufbruch von hier allerdings noch nichts geworden. Aufgrund der beiden spanischen Feiertage um Nikolaus herum, war das ganze Dorf für die gesamte Woche lahm gelegt. Die KfZ-Werkstatt nahm sich da verständlicherweise auch mal eben eine arbeitsfreie „Brückenwoche“.

Es sei ihnen allen gegönnt. Ich bewundere diese Freiheit und den Lebensstil, der von deutlich weniger Stress und Leistungsdruck zeugt. Aber in Bezug auf unser Anliegen – baldmöglichst wieder ein fahrtüchtiges Wohnmobil zurück zu kriegen – muss ich da schon mal tief seufzen und mich der neuen Verzögerung stellen.

Ein Ersatzteil fehlt wohl noch, und wenn dieses auch in Valencia nicht zu beschaffen ist, steht es sehr in den Sternen, wann die Arbeiten überhaupt abgeschlossen werden können.

Naja, so haben wir noch ein bisschen mehr Zeit, am Kompost-Klo weiter zu machen, was nach T´s Unfall ja erstmal etwas ins Stocken geraten war. Und der eine oder andere Ausflug nach Vinaros oder Sant Mateu ist dadurch auch noch drin.

Bei solchen Trips geraten wir natürlich doch ein wenig in den vorweihnachtlichen Konsumwahnsinn, aber zum Glück hält sich der hier in Spanien bislang noch sehr in Grenzen.

An diesem Süßigkeitenladen konnte ich mein Kind dann aber auch nicht guten Gewissens vorbei lotsen. So etwas sieht man ja wirklich nicht alle Tage! Voll schön finde ich ja, dass G, seit er so ungefähr verstanden hat, was Gelatine ist, diese nicht mehr essen will. Also durfte er sich aus den Gläsern 5 Teile ohne Gelatine aussuchen.

Und als Ausgleich zum Einkauf und Konsum in der Stadt gibt es ja auch genügend freies Spiel, Naturerfahrungen und häusliche Tätigkeiten. Wir haben zum Beispiel reichlich lädschiges Gemüse zu verarbeiten gehabt.

Daraus haben wir unter anderem leckeren Aufstrich eingekocht. Die kleinen Fertig-Gläschen zu kaufen, ist auf Dauer auch echt kostspielig. Schmackhafte Aufstriche zaubern ist definitiv noch eine Baustelle, die ich mit der richtigen Ausstattung liebend gerne angehen würde. Ich glaube aber, die Zeit der Aufstriche kommt erst noch.

Brot und Kuchen backen ist hingegen richtig regelmäßig dran. Also vor allem Brot. Unser Vollkornmehlvorrat ist auch schon fast wieder aufgebraucht. Mein Sauerteig-Praxis-Grundwissen werde ich wahrscheinlich immer mit dieser Zeit in der Casa Del Dragon und J & V aus Halle verbinden. Ein bisschen Roggenmehl hebe ich übrigens lieber auf, falls ich am nächsten Standort gleich nochmal einen Sauerteig ansetzen sollte.

Auch die vielen, vielen Mandeln stehen hier überall rum und rufen nach Beachtung. Ich knacke, wann immer ich die Zeit dazu finde, aber es sind immer noch welche im Pelz da, die sich so nicht mehr lange halten. Gebrannte Mandeln und Kuchen sind eine gute Möglichkeit zur Weiterverarbeitung. In die Plätzchen diese Woche kamen auch welche rein. Hier seht ihr, was G mit seinem Teig (außer Wegnaschen) angestellt hat:

Wenn wir unseren Power-Mixer hier hätten, würde ich wahrscheinlich auch Mandelmilch, Mandelmus (wenn trocknen im Ofen ginge) und feinen Mandelkäse machen, aber ohne den Vitamix seh ich da keine Möglichkeit.

Langsam aber sicher nehmen wir jetzt wieder die intensivere Recherche nach Ecovillages in Spanien auf. Auf einige sehr vielversprechend klingende Communities am Südzipfel des Landes sind wir neu gestoßen und sind ganz gespannt auf das Kontaktaufnehmen und Kennenlernen im neuen Jahr. Ich kriege schon beim Schreiben dieser Zeilen ein wenig Reisefieber *hibbelzappelfreu* und Sehnsucht nach all den tollen Leuten, die offenbar schon einige wichtige Schritte weiter sind als wir jetzt gerade.

Aber nun heißt es für uns natürlich vorläufig weiter auf das Auto warten. (Wie so oft schon auf unserer Reise. Nimmt das jemals ein Ende?) Und dann hoffentlich mit Voll-Karacho unserem Traumziel entgegen!

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