Wir bauen ein Kompost-Trennklo: Teil 5

Am 26. November war es so weit: wir konnten Richtfest feiern. Das sich selbst stützende achteckige Dach wurde mit viel Geduld und Schweiß in Position gebracht!

Am Boden war das Konstrukt so schön einfach aufzubauen gewesen. Die Symmetrie stimmte.

Vor allem das überlappende  Kronenstück weckte die Vorfreude, es dann auch in Position zu bringen.

Allerdings brauchte es gefühlt ewig, bis T endlich das umliegende Gebiet vom Gestrüpp befreit und ein halbwegs stabiles Arbeitsgerüst gebaut hatte. Ich habe in der Zwischenzeit das ebenfalls Zeit fressende Vorbereiten der Bambusstangen für die Wände voran gebracht. Sagen wir mal so: eine begnadete Bambusspalterin werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr unbedingt.


Oben kann einem echt schwindelig zumute werden. Es ist auch nicht gerade hilfreich,  dass die Balken alle wackeln und dass G natürlich ständig dabei sein möchte. Die zwei Tragkreuze waren ja schon dran, wir banden als nächstes die acht Außenstreben fest.

Danach folgten bereits die eigentlichen Dachstangen. Das war echt eine umständliche Tüftelei,  sag ich Euch!  Viiiiiiieeel Try and Error.

Aber trotz fortgeschrittener Stunde (erkennbar an der Bekleidung) blieben wir dran und hatten nach Einbruch der Dämmerung wenigstens eine provisorische Halterung hingekriegt.

Noch nicht ganz so formschön wie in der Probe, aber zumindest stabil genug, um eine Nacht zu überstehen…

Am nächsten Tag konnten wir dann mit frischem Elan den endgültigen Zustand herstellen und freuten uns sehr über unser kleines Richtfest. Unser Klohäuschen wird wohl eher ein echter Tempel der Ausscheidungen, was?

Jetzt braucht das Dach aber noch eine gescheite Verkleidung, nicht wahr? Dafür haben wir acht Panele aus Bambus und Kaninchendraht vorbereitet und wollen diese dann modulartig, ebenfalls überlappend, anbringen.

Wir haben lange gesucht, bis wir endlich das richtige Material zum Bespannen der Dachteile gefunden haben. Als wir schon etwas verzweifelt waren, entdeckten wir ein altes, vor sich hin gammelndes Vorzelt.

Das Material ist perfekt. UV-fest, wasserdicht und super stabil. Wahrscheinlich reicht der Stoff sogar noch für einen Türvorhang. Das Zurechtschneiden und Befestigen an den Dachteilen beschäftigt uns nun das ganze Wochenende. Da es urplötzlich tüchtig kalt und windig geworden ist, sind wir ganz froh, dass dieser Arbeitsschritt drinnen am warmen Ofen stattfinden kann.

Das Projekt Kompostklo ist eine wahre Herausforderung an unsere Kreativität und Durchhaltekraft. Ein Schritt ergibt sich nach dem anderen. Was nicht da ist, muss improvisiert werden. Nach anfänglichem Zögern sprudeln meine Lösungsvorschläge nur so aus mir heraus. Das ist ein tolles Gefühl. Mühe und Eigeninitiative ersetzen Geld und vorgefertigte Produkte. Wir nutzen überwiegend kostenloses Naturmaterial und betreiben Upcycling vom Feinsten.

Manchmal ist es aber doch so mühsam,  dass ich innerlich stöhnen muss. Zum Beispiel, wenn wir den Draht zum Befestigen einzeln entheddern müssen.

Aber wenn wieder was voran geht,  freut es mich dann umso mehr. Eine Lernerfahrung auf verschiedenen Ebenen!

 

Hier geht’s zu den kompletten Bauerfahrungen

Schreibe einen Kommentar

*