Mittlerweile haben wir also bereits Anfang August und meinen ursprünglichen Überlegungen zufolge hätten wir inzwischen mindestens 2 Gemeinschaften kennenlernen können. Aber wie das Leben so spielt, kam uns dies und jenes dazwischen und nun sind wir seit Anfang der Woche sogar nochmal komplett ausgebremst worden.

Ein Auto von Privat zu kaufen ist und bleibt leider ein ziemlicher Unsicherheitsfaktor. Und auch wenn der Mann auf den ersten Blick vertrauenserweckend erschien und das WoMo anstandslos durch den TÜV kam, sollten wir im Nachhinein leider einige Überraschungen damit erleben.

Alles fing damit an, das T bereits bei der Überführung des Fahrzeugs von Baden-Württemberg nach Berlin nicht sicher war, ob die Fahrgeräusche so alle wirklich in Ordnung wären. Die Inspektion in Berlin kostete rund 900 Euro, da einige Verschleißteile ausgewechselt werden mussten. Und der Mechaniker sagte uns damals auch schon, dass er vom Getriebe was höre, aber erstmal nichts daran machen würde, bis das Geräusch nicht deutlich lauter würde.

Danach starteten wir also mit so einem mittelguten Gefühl in Bezug auf die Fahrtauglichkeit in unser Reiseabenteuer. Die ersten kürzeren Strecken durch Brandenburg fuhr das WoMo auch zunächst einwandfrei, aber das Getriebegeräusch blieb ein ständiger Begleiter auf den Nerven meines armen Mannes. (Ich habe irgendwie kein Stress-Gen, was technische Angelegenheiten betrifft, ich fühle mich da so außen vor, dass ich sowieso nichts an der Lage ändern kann – warum also Stress machen?)

Dennoch, ein ungutes Gefühl schwebte weiterhin in der Luft und so recherchierten wir geeignete Autowerkstätten auf unserer voraussichtlichen Route und entschieden uns dann letzte Woche, als sich das Schalten beim Fahren am Berg tatsächlich merkwürdig verhielt, eine Werkstatt in Wuppertal aufzusuchen und erstmal das Getriebe richten zu lassen.

Wir hatten sogar schon einen netten Couchsurfing-Kontakt gefunden und machten uns am Sonntag morgen auf den Weg nach Wuppertal. Doch so weit sollten wir gar nicht erst kommen.
Etwa 50km vorher blieben wir liegen, da das Kühlwasser stark überhitzte und auch nach zwei Versuchen des Runterkühlens, änderte sich daran von alleine nichts.
Also hieß es, den ADAC einzuschalten (Hallelujah!) doch der Überbrückungsversuch für den Thermoschalter (heißt das so?) klappte nicht und wir warteten auf den Abschlepper, der uns zur nächstgelegenen Werkstatt fuhr.

Das lief auch alles erstmal ziemlich glatt, aber natürlich wussten wir am Sonntag Nachmittag dann noch nicht, ob man uns in dieser Werkstatt überhaupt helfen könnte. Während ich das Essen kochte und meine Männer ein wenig die Gegend erkundeten (auf der Suche nach Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten, für den Fall, dass wir ab dem nächsten Tag wirklich ohne WoMo dastehen würden) sprach mich ein Paar an, die seltsamerweise ihren Wohnsitz mitten im Gewerbegebiet hatten! Das habe ich so noch nie gesehen und dass dieses Paar dann auch ausgerechnet direkt gegenüber der Werkstatt wohnte, vor der wir mit dem kaputten Wagen standen und ihres Zeichens selber Campingliebhaber waren, kam dann noch hinzu.

Die beiden waren total nett zu uns, luden uns erstmal zu sich ein und boten uns dann an, dass sie uns ihren Wohnwagen samt Strom und Wasser zur Verfügung stellen würden, sollten wir wirklich hier festsitzen und auf die Reparatur des WoMos warten müssen.
Ich war total baff und dankte dem Universum für eine derartige Freundlichkeit.

Daraus sollte dann zwar am Ende nichts werden, aber der Reihe nach: Das Angebot bei dem Paar zu duschen, nahmen wir gerne am nächsten Morgen an und danach ging es in die Verhandlung mit dem Kfz-Meister. Der war laut seines Portfolios eigentlich auf große Wagen, LKWs und sogar Oldtimer spezialisiert. Aber leider war ihm unser Wagen wohl ne Nummer zu heikel bzw. wollte er seine Grube nicht mit dem Wagen besetzen und vor Regressanforderungen scheute er sich auch. Alles irgendwie doof. Da steht man also mit seinem fahrenden Heim, welches nun leider nicht mehr fährt, auf dem Hof einer Werkstatt, in der es eigentlich repariert werden KÖNNTE und muss unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil der Verantwortliche die Arbeit nicht machen WILL.
Ein ziemlicher Dämpfer war das, aber was willste machen, ne?

Es half ja nix zu jammern, also setzten wir uns mit der nächsten Werkstatt in der Gegend in Verbindung und bekamen am Telefon das „Go“, dass wir kommen könnten, dass es aber eine Weile dauern würde, bis er sich dem Auto widmen und auch alle nötigen Ersatzteile bekommen könnte. Das war ok für uns, wir hatten ja eh keine große Wahl. Und nach Rücksprache mit der ADAC-Hotline bekamen wir auch noch mal einen Schlepper geschickt (allerdings wissen wir noch nicht, ob wir diese Fahrt privat zahlen müssen, das wird sich noch zeigen).

Am Ende des Tages hatten wir also das WoMo am richtigen Ort, der KfZ-Meister wirkte sehr herzlich und erfahren und das Abholkommando war unterwegs: T´s Vater fuhr die 150 km zu uns runter und sammelte seine gestrandeten Kinder samt Kindeskind ein, so dass wir nun die Reparatur in aller Ruhe von der Homebase in NRW aus abwarten können.

Unser Junge wurde sofort ganz aufgekratzt, dass wir jetzt doch wieder zu Oma und Opa fahren, und T und ich versuchen aus dieser Schicksalsfügung nun das beste zu machen: uns entspannen, die nächsten Ziele in Ruhe recherchieren und ein wenig „Urlaub“ ohne besondere Anforderungen machen. (Nicht wie beim letzten Mal hier, als T fast nonstop am WoMo arbeiten musste und ich vor Ungeduld langsam aber sicher dem Platzen entgegen steuerte.)

Und unser Kleiner genießt jetzt einfach nochmal die volle Aufmerksamkeit und das Rundum-Verwöhnprogramm *tiefes-seufzen-unterdrückend* und ich versuche angestrengt, es mir zu erlauben, nichts zu tun und nichts besonderes zu wollen.

Was bleibt mir auch anderes übrig, oder?

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