Mein vorletzter Tag im „Lebensgarten“

Aus Zeitmangelgründen gibt es noch keinen kompletten Erfahrungsbericht über unsere erste Station hier im Lebensgarten Steyerberg. Aber der gestrige Tag war so ein wahnsinniges Geschenk, nach einer Reihe von wundervollen Tagen und Begegnungen, dass ich ihn einfach teilen muss.

Ich wache auf und merke, dass ich in G’s Bett hängen geblieben bin, als er nachts wie immer kurz einmal unruhig war. Der Kleine ist ebenfalls am Aufwachen also verabschiede ich den Gedanken, nochmal weiter zu dösen.

Nach dem morgendlichen Frischmachen im WoMo-Bad gibt es Frühstück drinnen, da meinen Männern es draußen noch zu kühl erscheint.

Danach bin ich mit Anna* verabredet. Heute darf ich ihre Küche nutzen um den veganen Käsekuchen für das morgige Abschiedstreffen vorzubereiten.
An der Tür schlägt Anna vor, dass T mit unserem Jungen rüber aufs Feld gehen könnte. Da sitzt nämlich gerade die Gruppe vom Waldkindergarten beisammen. Gesagt, getan. Meine Männer ziehen samt Obstteller ab und ich kann mich in Ruhe ans Werk begeben.
Anna und ich haben ein anregendes Gespräch über Halt gebende Erziehung und elterliche Führung, dann braucht sie etwas Ruhe und legt sich im Garten in die Sonne. Ich störe sie nur kurz, um sie von der Cashew-Masse probieren zu lassen. Später knüpfen wir nochmal an, der Kuchen ist fertig, Mann und Sohn kommen zurück und wir ziehen bald davon, erstmal zurück ans Wohnmobil.

Überraschung: auf unserer Treppe steht ein unerwartetes Geschenk, nämlich eine kleine Gemüsekiste vom Biobauern, dem wir beide während unseres Aufenthalts hier in seinem Permakultur-Anbau ein wenig zur Hand gegangen waren.

Vor Freude setze ich sofort eine Gemüsesuppe an und halte mit G eine kleine Mittagsruhe.

Danach ziehen wir zu dritt los, um unsere Wasserkanister aufzufüllen und eine Waschmaschine zu finden, die wir benutzen können.

Beim Wasserhahn treffen wir Ludwig, den Hausmeister; er überreicht uns einen kleinen Rucksack und sagt, den können wir vielleicht für unser Abschiedspicknick gebrauchen. Es handelt sich um ein kleines Picknick-Service, denn er weiß, dass wir mit Geschirr und Besteck etwas knapp sind.

Während G auf dem großen Trampolin Spaß hat und T ihm dabei Gesellschaft leistet, kläre ich mit den netten Mädels vom Peace-Lab-Projekt die Sache mit der Wäsche.
Wir schlendern zurück zum Womo, schnappen uns noch ein paar Brezeln aus dem foodsharing Fairteiler und treffen auf der Wiese vorm WoMo auf Anton. Der fragt, ob T ihm heute nochmal eine Stunde zur Hand gehen würde: ein Rasenmäher muss repariert werden.
T sagt sofort zu und Anton bringt ihm kurz darauf ein Buch als kleines Geschenk vorbei, dass uns sehr interessiert und total freut.

Ich mache eine kleine Runde allein über das Gelände, eigentlich um ein paar Fotos zu schießen, aber verquatsche mich gleich dreimal, bis ich endlich wieder beim Peace-Lab ankomme und die Wäsche abholen kann.

Kurz sehe ich Anna wieder und ziehe nach einem lieben Kompliment von ihr weiter zu den Wäscheleinen. Beim Wäsche-Aufhängen läuft Emil, zur Zeit Praktikant im Lebensgarten, an mir vorbei. Wir kennen uns noch nicht persönlich, aber ich habe mitbekommen, dass er auch zum Los geht’s Treff fahren will. Also frage ich, einem Impuls folgend, ob er schon weiß, wie er da hinkommt. Die Antwort ist ein sehr gut gelauntes „Nee.“ und ich mach ihm direkt den Vorschlag bei uns mitzufahren. Um die Details zu klären, will er gleich zum Abendessen dazu stoßen. Dann sind es schon zwei Gäste, die wir erwarten.

Gast Nummero eins ist Elena und wir freuen uns darauf, dass sie mit uns isst und uns vielleicht noch etwas mehr über die Kommune Niederkaufungen erzählen wird. Außerdem wollen wir ihr gerne eine von unseren selbst gemachten Seifen schenken, nicht zuletzt weil sie uns in den Tagen hier sehr freundlich mit ihrer Zeit und einmal überraschend mit frischem Brot versorgt hat.

Ein gemütliches Suppe-Essen in der Abendsonne schließt sich an. Bald entschuldige ich mich aber und verschwinde mit G im nahe gelegenen Duschhaus. Wenig später ist der Lütte im Bett und ich sehe, dass Emil bereits gegangen ist, dafür ein neues Gesicht mit am Tisch sitzt.
Während T den Abwasch in einer Schüssel auf der Wiese erledigt, unterhalten wir uns alle noch sehr nett, das Thema schwenkt um auf unser aller Erfahrungen mit Human Design und als die Gäste dann gegangen sind, T auch geduscht hat und alles aufgeräumt ist, fallen auch wir beide glücklich und zufrieden in unser Alkoven Bett.

Und wie war dein Tag so?

*alle Namen aus Diskretionsgründen geändert

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