DIY: Neue Polsterbezüge für unser WoMo

Unser neues Zuhause auf vier Rädern steht ja schon ein paar Wochen vor unserer Tür. Mit seinen 30 Jahre alten Polstern wirkte es bislang doch etwas muffig. Ressourcen schonen in allen Ehren, aber wenn ich mich in den nächsten Monaten einigermaßen behaglich dort einrichten will, braucht es einfach neue Bezüge! Mein Upcycling-Projekt der letzten Tage also: Ikea-Gardinen meets WoMo-Polster.

Beim Ausmisten auf dem Dachboden sind mir unsere alten Vorhänge in die Hände gefallen. Ich mag Blau!

Dann ging es sofort auf die Suche nach einer geeigneten Anleitung und ich bin auf diese hier gestoßen.

Damit war das Problem mit den Ecken schon mal gelöst. Ich wollte allerdings nicht so viel Stoff verbrauchen, bzw. eine glatte, ebene Sitzfläche ohne große Überlappungen haben. Auch wollte ich unsere Polster von der Breite her aufziehen, das erschien mir etwas weniger fummelig, als von der Längsseite.

Also entschied ich mich das Muster so abzuändern, dass am Ende eine Hülle entsteht, die das gesamte Polster umschließt und untendran eine Lasche mit Druckknöpfen.

Dieser Prozess brachte mich zwischendurch an den Rand der Verzeiflung (räumliche Vorstellungskraft ist nicht so ganz meine Stärke und ein herum springendes Kind hilft auch nicht direkt bei der Konzentration). Auf halbem Weg (vor mehreren Fehlerkorrekturen meinerseits) dachte ich, ich hätte weniger als die Hälfte des benötigten Stoffes da und war schon kurz davor, bei den Ebay-Kleinanzeigen gebrauchte Gardinen zu ordern. Zum Glück kam mir beim weiteren Denken und Überlegen doch noch der Aha-Effekt im rechten Augenblick.
Der Stoff reichte ganz genau!

Meine hart erarbeitete Formel:

2x Breite + 2x Tiefe + Nahtzugabe 3 cm

mal

Höhe + 1/2 Tiefe + Nahtzugabe 1,5 cm + Saumzugabe 2 cm

Wer keinen Saum dran hat so wie ich bei den meisten Teilen, muss als allererstes die eine lange ungesäumte Kante versäubern. Dafür gesamte Stofflänge 1 cm umbügeln, mit Geradstich festnähen und nochmals 1 weiteren cm umbügeln. Dann mit Gerad- oder Zickzackstich festnähen und fertig ist der Saum.

Dann wird der Stoff in der Mitte der langen Seite rechts auf rechts gefaltet und die kurze Seite zusammengenäht. Naht mit Zickzack versäubern. (Ich nehme immer lieber 1,5 cm Nahtzugabe um ein wenig Spiel zu haben beim Anpassen. Wahrscheinlich würde je auch 1 cm ausreichen.)

Anschließend den entstandenen Schlauch so hinlegen, dass diese Naht in der Mitte landet und nicht am Rand. Somit wird sie später auf der Rückseite des Polsters sein, wo sie niemand sieht.

Als nächstes wird dann der Bezug an der langen Kante geschlossen. Das geht auch im Geradstich mit anschließendem Versäubern. Und dann geht´s an die Ecken. bzw. wird das Polster nun seine dreidimensionalen Aussparungen für die Tiefe bekommen, uniKAT sei dank!

Die Ecken werden aufgefaltet: die Seitennaht so aufklappen, dass sie auf der Mitte der Ecke liegt. Die Tiefe abmessen und mit Schneiderkreide markieren, genau auf der Markierung mit engem Geradstich absteppen, versäubern und die Ecke abschneiden.

So wäre eine einfache Husse schon mal fertig. Ich wollte ja aber noch die untere Seite mit einschlagen, also kommt dann noch eine Lasche mit folgendem Maß daran:

Breite + 4 cm Saumzugabe

mal

Tiefe + 1 cm Saumzugabe + 1 cm Nahtzugabe + Überlappungszugabe nach Wunsch (bei mir 5 cm)

Ich habe die kurzen Seiten gesäumt wie oben beschrieben (zweimal nacheinander je 1 cm umbügeln) und dann die lange Seite nur einmal so umgesäumt (sonst wäre es zu dick an den Ecken geworden).

Dann habe ich die ungesäumte Seite der Lasche rechts auf rechts an die untere Vorderkante des Polsterbezuges angelegt und mit großzügigem Zickzackstich die Kanten zusammen genäht.

Et voilá! Fertig ist der Bezug als solches! Bei meinen kleinen Polstern konnte ich die Lasche so einschlagen, dass es auch von allein gut hält.

Die größeren Sitz- und Lehnenteile brauchten Druckknöpfe, damit die Lasche nicht ständig wieder heraus rutscht. Die habe ich ehrlich gesagt nach Augenmaß angebracht, ohne Lineal oder dergleichen. Es geht sicherlich auch akkurater.

Jaaaaa, und was macht das Kinde bei der ganzen Aktion? Wenn es doch so gerne mithelfen möchte, wie mein Lütte zur Zeit?

Dann kriegt es zum Beispiel einen Stoffrest und kann das einschlagen und abmessen ausprobieren…

… oder es baut sich dann ein hübsches Nest aus den Polstern und will sie gar nicht mehr her geben…

… oder es ist tatsächlich schon alt und verständig genug, sich selbst an der Nähmaschine zu versuchen…

Unsere Maschine hat so einen Hebel, da kann man die Nähgeschwindigkeit regulieren. Ich konnte also auf langsamste Stufe stellen, dann bewegt sich die Nadel immer gleich schnell, egal wie doll G auf das Fußpedal drückt. Um überhaupt vertraut zu werden mit der Technik eine super Hilfe!

G war dann teilweise gar nicht mehr weg zu kriegen von der Nähmaschine und hat den Ablauf Stichwahl (meist ein Bild) – Stoff platzieren – Nähfuß senken – Nähen – Abschneiden schon ganz toll verinnerlicht.

Viel Spaß beim Nachmachen!

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