Realitäts-Check

So, der erste Monat ohne Job ist für T rum, in dieser Zeit hat er aber schon eine Menge für den IELTS lernen können und Ende Februar steht der Test dann auch tatsächlich an.
Nach einem weiteren Telefonat mit unserem immigration adviser nimmt die Planung auch richtig Form an und es wird Zeit, die Zahlen und Fakten unseres Vorhabens noch mal genau zu begutachten.

Finanzen
Seit Januar machen wir nun jeden Monat Miese, denn das Gehalt von T fällt ja ab sofort weg. So schmilzt also unser Erspartes mehr oder weniger schnell dahin. Je schneller wir den Schritt der Auswanderung nun realisiert bekommen, umso besser. Denn das hieße ja, T hat einen Job gefunden und wieder ein Einkommen, auf das wir uns verlassen können.

Die größten Kostenfaktoren, die auf uns jetzt zukommen, lauten:

  • Beratungsfirma, Übersetzungen und Visakosten
  • Anerkennung und Registrierung als Arzt
  • Flugtickets
  • Umzug samt Container und Einlagerung


Und dann natürlich noch die vielen größeren und kleineren Sonderposten, die sich erst nach und nach läppern, wie die Prüfungsgebühren beim IELTS, Bescheinigungen
verschiedenster Art und vieles andere mehr.

Als unsere familieninterne „Auswanderungsmanagerin“ habe ich die Zahlen alle im Blick und führe eine sehr detaillierte Tabelle über unsere getätigten und noch zu erwartenden Ausgaben.

Alles in allem ist das Umsiedeln nach NZ eine sehr kostspielige Angelegenheit, wahrscheinlich geht der größte Teil unserer Ersparnisse für diesen Schritt drauf. Ich hoffe sehr, es geht alles einigermaßen glatt und wir kommen nicht gleich zu Beginn unseres neuen Lebensabschnittes in Existenznöte.

Anerkennung
Die Anerkennung als Arzt bzw. als Facharzt scheint eine kleine Wissenschaft für sich zu sein. Wir haben schon einen dicken Ordner an Papieren übersetzen lassen und es werden noch einige mehr dazu kommen, wie es aussieht. Mitte Februar ist unser Berater in Deutschland und wird uns die Papiere dann zukommen lassen.
Dann müssen all diese Unterlagen vom Medical Council und von der australischen Internisten-Kammer geprüft und abgesegnet werden. Ebenfalls sehr teuer das ganze, das sag ich Euch.
Einmal vor Ort wird T dann noch zwei Interviews durchstehen müssen, um dann erstmal unter Vorbehalt und mit entsprechenden Auflagen als Arzt praktizieren zu dürfen.

Umzug
Meine Recherche bzgl. des Umzuges hat ergeben, dass wir unbedingt versuchen sollten, alles in einen 20-Fuß Container rein zu kriegen. Der ist 6 m lang und die nächst größere Option ist mit 12 Metern Länge doppelt so groß und – man ahnt es schon – auch gleich mal doppelt so kostspielig in Miete, Transport und Lagerung.

Mein Blick auf unser Hab und Gut hat sich ja schon mit meiner Suche nach einem minimalistischeren Lebensstil sehr stark verändert. Das Näherrücken der Auswanderei gibt mir aber noch mal einen extra Push. So werden hier wieder fleißig kartonweise Bücher und Zeug auf Ebay eingestellt. Mit der klaren Vorgabe: Was sich nicht mehr verscherbeln lässt, wird weg gespendet. Aber nach NZ kommt der Kram sicher nicht mit.

Mein armer, armer T. Mit so einer Ausmist-Wahnsinnigen zusammen zu leben ist wahrlich eine Herausforderung.

Formalitäten

Die anstehenden Formalitäten habe ich, glaube ich, ziemlich gut im Blick. Hier in Deutschland stehen noch ein paar Behördengänge an, damit wir alle mit gültigen Pässen und Führungszeugnissen ausgerüstet sind.
Außerdem natürlich die Abmeldung bei den vielen vertrauten Institutionen wie Rentenanstalt, Krankenversicherung, ADAC, berufliche Institutionen wie Ärztekammer und Gesundheitsamt etc. etc.

Und in NZ geht das ganze Spiel dann umgekehrt wieder von vorne los. Visum, Wohnung, Strom und Wasser, Auto kaufen und anmelden, Führerschein umschreiben lassen, Steuernummer & Bankkonto beantragen, Kinderbetreuung anmelden usw. usf.
Aber dann alles auf Englisch natürlich. Puuuuh….

Container-Unterbringung, Übergangs-Wohnung und einen geeigneten Kindergarten in NZ zu suchen macht aber erst dann Sinn, wenn wir wirklich wissen, wo T seine Arbeitsstelle antreten wird.

Um ein wenig Erste-Hand-Erfahrungen zu sammeln, versuche ich außerdem Kontakt zu kürzlich eingewanderten deutschen Ärzten in NZ aufzunehmen. Und T hat ein paar Namen von anthroposopisch orientierten Leuten zusammen getragen, mit denen wir dann nach dem IELTS versuchen werden, in Kontakt zu treten. Vielleicht wird ja ausgerechnet jetzt ein anthroposopisch ausgebildeter Internist irgendwo gebraucht? :o)

In der Zwischenzeit vermindere ich also eifrig unseren Hausstand, versuche alle Lebensmittelvorräte sinnvoll aufzubrauchen, überlege, was wo in den Container und in unser Gepäck kommen muss und unterstütze T nach Leibeskräften beim Englischlernen und Unterlagen-Vorbereiten.

Entspannt ist anders, oder was meint ihr ? ;o)

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