Auswandern, es geht weiter

Bereits vor genau einem Jahr sinnierte ich darüber, ob wohl gerade das Jahr angebrochen sei, in dem wir Deutschland verlassen und unser neues Leben in Neuseeland beginnen würden. Wie sich heraus stellte, sollte es in 2016 noch nicht so weit sein, aber hier und heute scheint die Vision um einiges greifbarer als vor einem Jahr.

Der Stand der Dinge sieht folgendermaßen aus: T hat seinen Arbeitsvertrag zum 31.12.2016 nicht verlängert gekriegt und somit hat er ab sofort wirklich Zeit sich auch auf den IELTS vorzubereiten. Mein Test liegt jetzt schon fast ein Jahr zurück, aber ich versuche ihm trotzdem so gut es geht Unterstützung zu geben. Allerdings unterscheidet sich sein Lernen so enorm von meinem, dass ich ihm wahrscheinlich eh nicht besonders behilflich sein kann. Ich versuche ihm den Rücken frei zu halten und sein Geschimpfe und Gefluche aus dem Arbeitszimmer nicht allzu ernst zu nehmen.

Hoffentlich klappt es dann im Februar mit dem Test gleich beim ersten Anlauf. Dann haben wir unsere Unterlagen für die Registrierung beim Medical Council bald komplett. Und dann wird es sozusagen ernst. Wenn das MC signalisiert, dass T die Zulassung bewilligt bekommt, geht es direkt auf Jobsuche und parallel dazu natürlich ans Visum etc.

G bekommt nun auch immer mehr mit, was passiert. Dass T nicht mehr jeden Tag zur Arbeit fährt, sondern zuhause bleibt und lernt beschäftigt ihn ebenso sehr wie die Aussicht auf einen Umzug in ein unbekanntes Land, das Neuseeland heißt. Er wollte wissen, ob wir unser Auto mitnehmen würden und als ich das verneinte fragte er noch nach seinem Auto-Kindersitz. Ob der denn mit könnte?

Wenn ich daran denke, was die Auswanderung für meinen Jungen bedeutet, den Verlust aller bekannten, gewohnten Abläufe und den Abschied von Familie und Freunden, sackt mein Herz schon manchmal recht tief. Aber andererseits glaube ich trotz aller Wehmut auch, dass es eine riesengroße Chance für uns alle bieten wird. Für G genauso wie für uns „Große“, die wir uns ja willentlich und wohlüberlegt ins Abenteuer stürzen.

Der Hausstand schrumpft und ich verkaufe immer mehr Zeug, langsam schon die ersten kleineren Möbel, die wir definitiv nicht mehr brauchen und die auch bestimmt nicht in den Umzugscontainer wandern sollen.

Mein Herz ist um einiges leichter, seit T aufgehört hat zu arbeiten und ich meine Gedanken rund ums Auswandern endlich voll und ganz mit ihm teilen kann. Vorher kam ich mir oft wie eine zusätzliche Belastung vor, da die Arbeit ihn so sehr vereinnahmt hat. Da bin ich in Bezug auf die vor uns liegenden Aufgaben immer auf Zehenspitzen herum geschlichen, um ihn ja nicht zu sehr zu stressen. Das war für mich eine anstrengende Zeit, zumal ich sonst kaum jemanden hatte, mit dem ich über dieses Thema in Ruhe und Ausführlichkeit hätte sprechen oder Pläne durchdenken können.

Es heißt nun also volle Kraft voraus, Neuseeland! Im Moment fühlen wir uns sehr im Flow, als wenn wir genau auf dem richtigen Weg wären. Hoffentlich bleibt das so, und dieser Blog wird noch in diesem Jahr zu einem ECHTEN Auswandererblog ;o)

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