Organisation ist nicht alles – aber sie macht alles einfacher!

Rhythmus. Mein Jahresmotto, meine ganz persönliche Suche, mein Antrieb. Wie weit bin ich gekommen auf der Suche nach einem Rhythmus, der meiner Familie und damit den Bedürfnissen aller Familienmitglieder entspricht? Ich glaube nach nun bald einem Jahr voll Achtsamkeit und Bewusstsein in diesem Lebensbereich, sind wir endlich ganz gut angekommen.

Bereits im Frühjahr schaffte ich es, einen ziemlich klaren Tagesablauf zu schaffen. Unter der Woche fiel es mir viel leichter diesem „Plan“ zu folgen, denn durch Kindergartenzeiten und T´s Feierabend hatte ich gute Fixpunkte, die mir Halt und Orientierung verschafften.

An den Wochenenden fiel es mir schwer, den Tagesrhythmus am Laufen zu halten, denn es waren plötzlich zu viele unterschiedliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. In der ersten Zeit fühlte ich mich davon gestresst und mein Perfektionismus stand mir eine ganze Weile arg im Weg.

Über den Sommer hinweg verlor ich dann komplett den Faden. Erstens brachte die Kinderladenpause eine Zeit ohne Mittagsschlaf mit sich, zweitens lockte das warme Sommerwetter uns desöfteren bis zum frühen Abend an die Badestelle oder in den Garten von guten Freunden. Dadurch fing ich Ende August wieder von neuem an, unsere Tage und Wochen zu strukturieren und da G seit Wiedereinstieg in den Kinderladen auch eindeutig wieder einen richtigen Mittagsschlaf benötigt, klappt es mit den Abläufen alles auch wieder viel runder.

So sieht derzeit unser Tagesablauf aus, welcher tatsächlich an den Tagen, die wir in unserem Kiez verbringen auch super funktioniert. Aber auch an den „Aktionstagen“ Dienstag und Donnerstag weichen wir nur minimal davon ab, da ersetzt quasi die Autofahrt nach Hause die übliche Abendroutine nach dem Essen.

tagesrhythmus

Es geht uns wirklich gut mit diesem Tagesrhythmus. Ein großer Teil unserer aller Bedürfnisse, wie z.B. nach Stabilität, Ordnung, Verlässlichkeit, regelmäßigem Essen, ausreichend Schlaf und elterlichen Erholungspausen werden hierdurch erfüllt. Unser Kind erfährt ein hohes Maß an Orientierung, Halt, liebevoller Führung und damit Sicherheit, ebenso wie reichlich Möglichkeiten frei zu spielen, kreativ zu werden, soziales Verhalten zu erproben, sich individuell und in seinem eigenen Tempo zu entwickeln- immer in dem sicheren Rahmen, den wir als Eltern vorgeben und im lebendigen, liebevollen Austausch miteinander.

G weiß also, was als nächstes geschieht, er kann darauf Vertrauen, dass seine „großen“ Bezugspersonen wissen, was als nächstes an der Reihe ist. Dies gibt ihm die Freiheit, sich auf seine kindgerechten Aufgaben zu konzentrieren und unbeschwert in seinem Tun aufzugehen. Er weiß, dass er jederzeit Hilfe und Unterstützung von mir bekommt, wenn er sie braucht und ich habe -von eigenen Krankheitsphasen mal abgesehen- auch nachmittags häufig genug Energie und Muße, die Zeit mit ihm zu genießen. Denn vormittags hatte ich Zeit für alle dringenden Erledigungen und Vorbereitungen für das Abendessen und dank Mittagsschlaf bekomme auch ich dann nach dem Abholen noch ein Stündchen Freizeit geschenkt, welches ich inzwischen mir selbst gewidmet habe. Ob ich schlafe, lese, nähe, Gymnastik mache oder nur faul rumgammel, entscheide ich jeden Tag spontan. Wichtig ist nur, dass ich diese eine Stunde zu 100 % nur das tue, wozu ich wirklich gerade am meisten Lust habe. Mir dies zu erlauben und zuzugestehen war auch ein weiter Weg, aber inzwischen möchte ich diese me-time nicht mehr missen.

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Wie oben schon kurz erwähnt, habe ich mittlerweile endlich auch einen gewissen Wochenrhythmus etabliert. Mir war es wichtig, den einzelnen Wochentagen wiederum bestimmte Aktivitäten zuzuordnen und somit Struktur in die Woche zu kriegen. Und so sieht das in etwa bei uns jetzt aus:

MONTAG
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Wochenanfang. Möglichst keine Verabredung! Dieser Tag ist dem Ankommen in der neuen „Arbeitswoche“ gewidmet. Der Nachmittag wird entspannt zu Hause verbracht. Wenn irgendwie mögich, versuche ich ein bestimmtes Kreativprojekt mit G zu starten. Zum Beispiel einen Lampion basteln oder eine Rakete oder einfach nur reichlich Fingerfarben auf seinem Körper verteilen… Sowas in der Art.

DIENSTAG

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Erster Aktionstag der Woche. Nach dem Mittagsschlaf müssen wir direkt los, denn um 15:30 holen wir die drei Töchter einer Freundin vom Kindergarten ab und verbringen den Nachmittag mit ihnen, bis die Eltern von der Arbeit / aus der Uni heim kommen. G liebt die Mädchen schon jetzt, das Spiel der viere zu beobachten ist absolut herzerwärmend. Das ist den „Stress“ des pünktlichen Loskommens allemal wert. Bisher hat es aber eigentlich ziemlich gut geklappt.

MITTWOCH

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Mitte der Woche, Pause von der Aktion gestern, Erholungstag. Je nach Wetterlage entspannt ein bißchen raus zum Spielplatz oder Kiezfreunde treffen ist angesagt. Manchmal erledigen wir an diesem Tag auch zusammen einen kleinen Einkauf. Nach dem Abendessen darf G 30 Minuten fernsehen. Bislang schauen wir immer noch Sendung-mit-der-Maus-Clips. Das reicht ihm völlig als Unterhaltungsprogramm.

DONNERSTAG

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Großelterntag. Normalerweise fahre ich mit G dann nach Neukölln, aber hin und wieder empfangen wir den Besuch auch gerne hier bei uns.

FREITAG

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Wochenausklang. Wochenende einläuten. Gemütlichkeit steht auf dem Programm. Wenn möglich, koche oder backe ich gemeinsam mit G. Solange er genug Teig naschen darf, ist es ein durch und durch entspanntes Unterfangen. Haha.

WOCHENENDE

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Hier verliert sich unsere Planung meist und wird durch Langsamkeit und viiiiel Gemütlichkeit ersetzt. Außer dem großen Essenseinkauf am Samstagnachmittag haben wir häufig (bewusst) keine großen Verabredungen, sondern entscheiden spontan, ob wir Kapazitäten frei haben, soziale Kontakte zu pflegen. Oder ob wir uns einigeln und den ganzen Tag Lego bauen und Heißluftballons ausschneiden. Mein Mann inspiriert mich jede Woche aufs Neue zur Langsamkeit. Ein super Ausgleichspol, seit ich gelernt habe runter zu schalten und etwas mehr loszulassen.

Da ich nun bereits die dritte Woche in Folge sehr erkältet bin, habe ich die Vormittage größtenteils mit Tee trinken und Nase putzen verbracht. Aber eigentlich habe ich auch für mich einen tollen, neuen Plan, der im Oktober schon ganz gut angelaufen war. Ziel ist es, regelmäßiger Yoga zu machen und ingesamt mehr Ruhe und weniger Stress in meinen Vormittagen zu erleben. Ich hoffe wirlich sehr, dass ich bald wieder richtig fit bin und dann mit Kraft und Achtsamkeit die Aufgaben anpacken kann, die brav auf meiner To-Do-Liste warten, bis sie an der Reihe sind.

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