Jahresmotto: Rhythmus

Ein paar Gedanken bezüglich meiner Jahrespläne für 2016 habe ich ja hier schon mit Euch geteilt, aber mittlerweile ist mir klar geworden, welches große Thema ich in diesem Jahr gerne angehen möchte: es lautet Rhythmus…

Rhythmus, Regelmäßigkeit – sie sind das Leben selbst. Wir atmen ein, dann atmen wir wieder aus. Das Blut fließt aus dem Herzen heraus und wieder hinein. Schlafen folgt auf Wachen und wieder folgt Schlafen. Auch wenn wir in die Natur schauen sehen wir sie: die Rhythmen des Lebens: Sonnenaufgang und Untergang, die Wanderung des Mondes, der Lauf der Jahreszeiten. Alles, alles lebt und existiert in seinem ureigenen Rhythmus, den es braucht, um gesund und heil zu bleiben.

rhythmus01

Als freiberufliche Hebamme hatte ich nichts von alledem, jeder Tag war ein unvorhersehbares Abenteuer, schnell wurde die Nacht zum Tag gemacht und an regelmäßiges Essen und ausreichend Schlaf war überhaupt nicht zu denken. Seit ich Mutter geworden bin, hat sich dieser Zustand schon sehr zum Besseren verändert, und dennoch: es gibt noch sehr viel zu tun, wenn ich wirklich ein Leben in Balance finden und meinem Kind den Halt eines strukturierten Tages-, Wochen- und Jahresablaufes vorleben möchte. Und das möchte ich tatsächlich, denn ich bin überzeugt davon, dass klare Abläufe und liebevolle Führung es dem Kind erleichtern, sich in dieser Welt zurecht zu finden und automatisch zu einer Erfüllung einiger seiner angeborenen, essentiellen Grundbedürfnisse führt.

Der erste wichtige Schritt ist für mich das Aufschreiben, das Planen: welche Strukturen hat unser Tag schon und an welchen Stellen fehlt es noch an Gesetzmäßigkeit und tragendem Gerüst?

Unter der Woche ist die Zeit vom Aufstehen bis nach dem Mittagsschlaf schon recht klar. Der Ablauf ist fast immer vorhersehbar, die Zeiten für die Mahlzeiten sind fest vorgegeben. Auch das Abendritual als Solches vom Fertigmachen im Badezimmer bis zum Schließen der kleinen müden Äuglein läuft insgesamt schon recht rund.

Meine „Problemzone“ im Tageslauf sind eindeutig die Nachmittagsstunden und die Zeiten für Essen zwischen Mittag und Gute-Nacht-Milch. Und die Wochenenden sind bei uns immer ziemlich spontan und ungeplant abgelaufen, ganz besonders was die Mahlzeiten anbetraf, aber auch den Rhythmus von Aktivität und Ruhephasen. Dies möchte ich in Zukunft gerne in etwas geordnetere Bahnen lenken.

Tagesrhythmus

Also dann: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung und hier ist nun mein Grundgerüst eines Tagesablaufes, welchen ich versuchen werde für G und auch für uns selbst einzuhalten. In der Hoffnung, dass sich die Sicherheit der Gesetzmäßigkeiten wie ein sanftes Tuch um uns herum schmiegt und die Basis bildet für alle Abenteuer und Entdeckungsmöglichkeiten, die sowieso jederzeit ohne Vorwarnung auf uns herein stürzen. Darüber hinaus werde ich einen ähnlichen Plan schreiben, welche Tätigkeiten ich gerne in einem täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Rhythmus erledigen möchte und den Kochplan wieder mit Leben füllen.

snack01

snack02

Meine erste wichtige Erkenntnis nach etwa zwei Wochen: seit ich nun die Zeiten fürs Essen und die Auswahl der Nahrung strikter vorgebe anstatt G mehrfach zu fragen, ob er dieses oder jenes essen möchte, isst der Junge tatsächlich mit mehr Appetit und vor allem mehr frische Lebensmittel als zuvor. Auch seine Ausdauer im freien, unabhängigen Spiel nimmt tagtäglich zu, wie ich finde. Sehr inspiriert haben mich die Texte von Brigitte Hannig, ich werde so bald wie möglich mehr davon berichten, wie ich ihre Ansätze interpretiere und wie ich sie in unseren Alltag einbaue, um den kindlichen Bedürfnissen so gut es geht gerecht zu werden.
Aber jetzt muss ich los, den Lütten abholen, sonst kommen wir ja ganz durcheinander mit unseren Zeiten ;o)

Ein Kommentar bei „Jahresmotto: Rhythmus“

  1. I needed to thank you for this wonderful read!! I absolutely loved
    every little bit of it. I have got you saved as a favorite to check out new stuff you post…

Schreibe einen Kommentar

*