Neuseeland verschärft Einwanderungspolitik

Vor ein paar Wochen wurde von der neuseeländischen Regierung eine Verschärfung der Einwanderergesetze verabschiedet. Zu viele Kiwis kommen scheinbar enttäuscht von den Arbeitsbedingungen in Australien wieder zurück auf ihre beschauliche Insel und nun soll die Rate an externen Einwanderern wohl drastisch gesenkt werden. Aber was bedeutet das konkret für unsere Pläne?

Die gute Nachricht ist, dass wir unseren Traum noch nicht komplett in die Tonne zu kloppen brauchen. Auch mit den etwas größeren Anforderungen im Punktesystem (160 Punkte für eine Auswahl aus dem Pool) könnte T bei vorliegendem Jobangebot ins System reinrutschen. Und ich dann natürlich mit, huiii.

Trotzdem machen wir uns natürlich unsere Gedanken. Was wäre, wenn es am Ende doch nicht klappt mit NZ, dem Land unserer Träume? Waren all die Vorbereitungen, die vielen Recherchen womöglich umsonst? Was hat das Schicksal mit uns vor und warum werden ausgerechnet jetzt die Bedingungen härter als jemals zuvor?

Vorerst schmieden wir zwar keinen wilden Plan B, haben aber im Hinterkopf, dass Australien möglicherweise eine alternative Option darstellen könnte. Aber soweit will ich jetzt noch gar nicht denken.

stuff

Während ich hier noch auf diversen Bergen zu verkaufender, einzulagernder, zu verschenkender oder zu spendender Sachen hocke, versucht T irgendwie Zeit für das Englischlernen zu finden. Das gelingt ihm leider überhaupt nicht gut neben der Arbeit und ich versuche mich selbst zu beherrschen, um ihm nicht auch noch zusätzlich Druck zu machen. (Das geht nämlich garantiert nach hinten los, da mach ich mir keine Illusionen).

documents

Aktueller Planungsstand sieht jedenfalls so aus: Wir haben den Großteil der benötigten Unterlagen sortiert und griffbereit (erster Schritt wird T´s Zulassung bei der neuseeländischen Behörde für Ärzte sein). Die beauftragte Übersetzerin ist fleißg bei der Arbeit und unsere Beratungsfirma, die uns die Übersetzerin vermittelt hat, kümmert sich um die Abwicklung.

Inzwischen recherchiere ich sporadisch nach Containertransporten und Lagerung und mache mir so langsam meine Gedanken, wie es emotional dann wirklich werden wird, wenn wir echt, tatsächlich und real ans andere Ende der Welt verfrachtet sind. Sowohl für uns, als auch für G wird es natürlich eine riesige Umstellung, alles Vertraute wird zurück gelassen und eine ungewisse Zukunft liegt vor uns. Und dass unsere Auswanderungspläne auch bei unseren Familien für heftige Emotionen sorgen, haben wir in den vergangenen Wochen auch schon zu spüren bekommen.

Das Auswandern, ganz besonders wohl an so ein entferntes Ziel wie bei uns, ist ein anstrengender Prozess. Auch wenn man sagt, „denjenigen, die gehen, fällt es leichter als denen, die bleiben“ , kann ich über mich sagen, das Wehmut und ein beklommenes Gefühl auf jeden Fall dazu gehören.

family

Aber auch wenn viel Trauer, Verlustangst und Sorgen mitschwingen, bringen uns gerade diese Gefühle unseren Verwandten auch wieder näher. Vielleicht sogar näher, als es ohne eine solche „Krise“ geschehen würde. Lange fühlte sich das Thema Auswandern beinahe wie ein Tabu an, über das ich besser kein Wort verlieren sollte. Allmählich werde ich aber nicht mehr nur von Bekannten, sondern auch von unseren nahen Verwandten nach der momentanen Situation gefragt. Das tut gut, denn schließlich beschäftigt mich das Thema in großem Maße und es ständig auszuklammern, um keine negativen Reaktionen zu provozieren, kann auf Dauer auch ganz schön anstrengend sein.

Wir halten also bis auf weiteres an unseren Plänen fest, aber für 2016 ist der Zug definitiv abgefahren (bzw. das Flugzeug abgeflogen?). Ich schicke jetzt mal ganz viel gute Energie ins Universum, damit unsere Umpflanzung hoffentlich Anfang 2017 wirklich Gestalt annimmt.

One Reply to “Neuseeland verschärft Einwanderungspolitik”

  1. Toller Artikel, gefällt mir gut. Ich habe diesen auf Facebook geteilt und einige Likes dazu bekommen. Weiter so!

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