Spinatklau und neue Jungpflanzen

Der erste Salat ist verspeist und auch die Radieschen sind schon auf unseren Tellern gelandet. Vielleicht etwas peinlich, aber wahr: das Stadtkind in mir hatte ein absolutes Aha-Erlebnis. Radieschen wachsen gar nicht im Bund, sondern alle einzeln!


Die Pflege unserer Parzelle geht mir bisher leicht von der Hand und lässt mich vorsichtig optimistisch in unsere Zukunft als Selbstversorger blicken.

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In diesem Jahr wussten wir schon besser, was wir auf unserem Feld stehen haben möchten und was nicht. Auf Fenchel und Gewürzkräuter wie Dill und Koriander haben wir aus Geschmacksgründen verzichtet. Dafür haben wir uns von den übrig gebliebenen Jungpflanzen noch eine Zucchini und einen Kürbis mehr in unser Beet gesetzt.

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Der Kürbis und die Zucchini benötigen am meisten Platz von unseren Fruchtgemüsen. Eine Kürbispflanze kann durchaus mehrere Quadratmeter ausfüllen.
Die Zucchini sollte mindestens 70 cm x 70 cm Standfläche bekommen. Uaaargh. Ich befürchte, meine Gier könnte sich rächen und am Ende haben meine Pflanzen alle zu wenig Platz abbekommen. Naja, abwarten und Tee trinken heißt jetzt meine Devise.

Mit dem Mulchen habe ich auch angefangen. Ob es was bringt? Das werden wir hoffentlich an einem guten Gedeihen und einer besseren Ernte sehen als im vergangen Jahr?

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Ein kleiner Wermutstropfen der letzten Woche: Fast die Hälfte unserer Spinatpflanzen wurde uns geklaut. Im ersten Moment hatte ich die Wühlmäuse im Verdacht, aber dann sah ich, dass alle Pflanzen sauber und vollständig am Ansatz mit einem Messer abgeschnitten wurden, während die restlichen Pflanzen unversehrt waren. Da war definitiv ein Mensch am Werke.

Ich hoffe, den Dieben schmeckt unser Spinat. Wenn sie es wirklich so nötig hatten, hier einzusteigen und unsere minimalistische Ernte mitzunehmen, sei ihnen verziehen und in Zukunft mehr Wohlstand und Zufriedenheit gewünscht. Mundraub ist in meinen Augen ein Kavaliersdelikt. Wie froh bin ich darum, dass ich nicht in fremder Leute Gärten wildern gehen muss, um meine Familie satt zu kriegen.

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Dennoch – so ganz kann ich nicht glauben, dass es sich um derart Bedürftige handelte, denn dann hätten sie doch auch gleich noch mehr und noch was vom Salat / Spinat im Nebenbeet mitgenommen? Wer auch immer es war und aus welchen Beweggründen diese „Tat“ geschah, wirklich wütend kann ich nicht darüber sein.
Ich sehe es als Erinnerung daran, wie dankbar ich sein sollte für das Glück, was ich in diesem Leben bisher hatte. Und für das neue Reisgericht hat die Ernte dann doch noch gereicht. Es war sehr lecker!

Auch G´s Holzlaufrad wurde letzte Woche aus unserem Hinterhof entwendet. Es hatte ausnahmsweise zwei Tage unangeschlossen draußen gestanden. Für den Kleinen natürlich ein herber Verlust. Für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass es um mich herum viele Menschen gibt, die es materiell gesehen so viel schlechter getroffen haben. Jedem kann ich sicher nicht helfen, aber ich habe nochmal neuen Elan bekommen, mit meiner Entrümpelung und Spendenaktion fortzufahren. Was sich in meinem Keller oder auf meinem Dachboden angesammelt hat und verstaubt, kann für jemand anderen einen wahren Nutzen bedeuten.

Gut, dass es gerade so regnerisch draußen ist, das ist genau das richtige Wetter für Aufräumen und Aussortieren, finde ich!

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