Für alle, die auch gerade auf der Suche nach der ultimativen Anleitung für solch eine zauberhafte Michelmütze sind, folgt hier mein Tutorial für Euch, welches ich von einer englischsprachigen Website abgekupfert habe. Ich denke mal, nicht jeder hat die Muße sich das Ganze selbst zu übersetzen und viele wollen auch lieber mit deutschem Maß (cm) anstatt mit inch rechnen, deswegen gibt es hier nun die Schirmmütze 2.0 auf bluebottles.net

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Ihr benötigt folgende Stoffteile aus einem festen, nicht zu dünnen Stoff. Ich habe Feincord benutzt, es geht aber sicher auch sehr gut mit allerlei dichten Wollstoffen.

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Zwei Bänder in der Länge des Kopfumfangs (im Falle von G waren das 53 cm / 21 inch) + 2,5 cm (1 inch) für den lockeren Sitz + 2,5 cm (1 inch) Nahtzugaben
Das innere der Bänder sollte etwa 5 cm (2 inch) breit sein und das äußere 6,5 cm (2,5 inch)
Also ein Band á 5 cm x 58 cm (2 x 23 inch) und ein Band 6,5 cm x 58 cm (2,5 x 23 inch)

Dazu passend weitere Zuschnitte in diesen Größen, welche auch für Mützen eine Nummer kleiner oder größer passen müssten:

Zwei Rechtecke in der Größe 21 cm x 12,5 cm (8½ inch x 5 inch)
Ein Quadrat mit Seiten á 30,5 cm (12 inch)

Es fehlt auf dem Bild: eine Einlage (Stickvlies für das Außenband 6,5 cm x 58 cm und/oder Volumenvlies für den Schirm 21,5 cm x 12,5 cm) Letzteres hatte ich noch übrig von meiner ersten Patchworkdecke und mit ersterem hatte ich wieder einmal Glück mit den Ebay Kleinanzeigen.

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Nun schneidet Ihr aus dem Quadrat ein Achteck mit Seiten von je 12,5 cm (5 inch) aus. Dazu messt Ihr jeweils von den Ecken aus 9 cm (3,5 inch) in Richtung Mitte ab und verbindet die Punkte. Es ist nicht schlimm, wenn es kein geometrisch perfektes Achteck wird, nur sollten die Seiten am Ende alle ca 12,5 cm lang sein.

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Als nächstes dürft Ihr per Augenpaß euren Mützenschirm aufzeichnen. Legt hierzu beide Rechteckteile Kante an Kante aufeinander und klappt diese einmal in der Mitte zusammen (Ergebnis: vier Lagen je 10,5 cm x 12,5 cm / 4,25 x5 inch). In der Mitte der offenen Seite beginnt Ihr und malt einen halben Bogen bis zur Oberkante. Diese Linie schneidet Ihr mit einer Stoffschere aus und habt dann 2 Schirmteile, eins für oben und eins für unten. Jetzt könnt Ihr auch direkt die Einlage(n) nach diesem Muster zuschneiden. Bei groben Assymmetrien einfach nochmal nachbessern, aber eigentlich klappt die Technik ziemlich gut auch für Anfänger_*innen.

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So, jetzt geht es gleich los mit dem Nähen! Nachdem Ihr ggf. das Stickvlies auf die linke Stoffseite des Schirmoberteiles gebügelt habt, legt Ihr nun alle Schirmteile wie folgt aufeinander:
1. Unterteil, rechte Stoffseite oben
2. darauf das Oberteil, rechte Stoffseite unten
3. ggf. Volumenvlies
Alle drei Schichten nun zusammenstecken und den Bogen in einem Rutsch zusammennähen. Achtung: Untere Kante offen lassen, hier wird gleich gewendet und nachgebessert.

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Nach dem Zusammennähen könnt Ihr mit der Schere den Bogen etwas zurecht stutzen, gut geht das mit der Zickzacktechnik. Dadurch wird der Rand nach dem Wenden gleich etwas schöner.

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Dann wird durch die offene Unterkante hindurch gewendet und einmal drüber gebügelt. Dem Schirm werden jetzt oben drauf ganz nach Wunsch 3 oder 4 Zierreihen im Geradstich aufgenäht. Ist dies geschafft, schneidet man den Schirm auf seine endgültige Breite zurück, er sollte dann in der Mitte ca 7,5 cm (3 inch) und an den Rändern maximal 10 cm (4 inch) breit sein.

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Legt den Schirm vorerst beiseite, jetzt bereiten wir Innen- und Außenband vor. Das (breitere) Außenband sollte jetzt auf die linke Stoffseite das Stickvlies aufgebügelt bekommen.

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Im Anschluss werden beide Bänder jeweils halbiert zusammen gelegt (rechts auf rechts) und mit einer Nahtzugabe von ca 1 cm (0,5 inch) zusammengenäht. Dann die Saumstellen auseinander bügeln.

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Nun bekommt das (schmalere) Innenband (das ohne Vlies) einmal einen Zickzackstich rundum die eine Kante verpasst. Die beiden Bänder werden dann gleich mit dem Schirm verbunden.

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Und so geht´s: Legt das Außenband rechts auf rechts an die Oberkante des fertigen Schirmes. Die Naht sollte genau gegenüber, also hinten an der Mütze liegen.

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So steckt Ihr die beiden Teile zusammen und heftet sie auch noch einmal grob zusammen, damit gleich nichts verrutscht.

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Dann legt Ihr auch noch das kleinere Innenband auf die Konstruktion von außen auf, soll heißen, die zwei Bänder liegen nun rechts auf rechts, dazwischen liegt vorne der angeheftete Schirm und die Zickzack-Kante des Innenbandes liegt quasi oben, wird also im Folgeschritt nicht vernäht. So fest gesteckt näht Ihr also beide Bänder an deren Unterkante zusammen, der Schirm wird dabei zwischen den beiden mit eingenäht.

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Ihr seht hier das verbundene Stück, die Zickzack-Kante des Innenbanden ist lose, der Rest fest miteinander vernäht.

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Als nächstes bügelt Ihr das Außenband einen guten Zentimeter (0,5 inch) nach innen um. Wenn Ihr das innere Band hoch in Form zieht, sollte es ein paar Milimeter über dieser Kante liegen, dies ist wichtig für das spätere Vernähen mit dem Mützenoberteil.

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Und mit dem machen wir auch direkt weiter: Für die richtige Passform werden nun die entsprechenden Falten angebracht. Hierzu legt Ihr das Achteck mit der linken Stoffseite nach oben und faltet an einer beliebigen ersten Kante den Stoff ca 2,5 cm (1 inch) zur Mitte hin.

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Diese Falte gut festhalten und den Stoff ebensoweit zurückfalten, die Kanten unten sollten hierbei aufeinander passen, also parallel zueinander laufen. Festtecken und von der anderen Seite gleich fortfahren.

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Zur Kontrolle: im Innenteil erscheint das gesteckte Stück wie ein sanftes „V“, während an der guten Außenseite zwei gerade Falten entstanden sind.

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Auf die gleiche Weise arbeitet man nun um die Mütze herum, so dass man am Ende 4×2 gerade Falten an der Außenseite sehen kann.

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Jetzt wird noch einmal geheftet. Nämlich zuerst die Falten selbst, damit hier nichts hin und herrutschen kann und dann das gesamte Oberteil in die Bänder samt Mützenschirm.

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Achtet hier unbedingt darauf, dass das vordere Faltenpaar genau mittig zur Mitte des Schirmes landet, da es am Ende sonst sehr schief aussieht.

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Das Innenband sollte ganz leicht höher als das Außenband stehen, dann sollte der letzte Schritt auch problemlos zu bewerkstelligen sein: Näht die gehefteten Schichten alle in einem zusammen, bleibt dabei so nah wie möglich an der oberen Kante des Außenbandes.

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Zum Schluss entfernt Ihr noch die Heftfäden aus dem Mützchen und tadaaaaa – schon kann Euer kleiner Schatz den neuen Kopfschmuck aufsetzen. In unserem Fall wurde dieser sofort oberstolz den lieben Großeltern per Skype präsentiert. Wenn der Rest des Faschingkostüms fertig ist, gibt es sicher auch nochmal eine kleine Fotostrecke von der stolzen Nähmama!

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