Nachhaltigkeitstagebuch im Oktober

Die Wochen ziehen im Eiltempo an mir vorbei, aber so langsam hat sich ein ganz angenehmer Lebensrhythmus eingestellt. Wir stehen gegen 6 Uhr auf und starten gemeinsam in den Morgen. Während T gegen 7 Uhr zur Arbeit losradelt, bringe ich G zum Kinderladen und habe dann gute 3 Stunden netto freie Zeit, um die Dinge zu erledigen, die ich mit Kleinkind nur schlecht bewältigen könnte.

Nachhaltigkeitstagebuch01

Eine wichtige Entwicklung ist mein Versuch, bei Neuanschaffungen jeglicher Art den Plastikanteil weitesgehend zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Während ich mit der Herstellung des Waschmittels sehr zufrieden bin, lassen andere Haushaltsmittel noch auf sich warten oder ließen sich praktisch nicht gut einsetzen. So zum Beispiel das Kartoffelspülmittel: wir spülen zu wenig Geschirr von Hand, da wurde das Spülmittel schnell schlecht und stank so bestialisch, dass ich keine große Lust verspürte, die Herstellung noch einmal auf mich zu nehmen. Statt dessen gehe ich jetzt erst einmal das Badezimmer an.

Nachhaltigkeitstagebuch02

Die ersten Stoffbinden waren schon im Einsatz und ich werde in Kürze das DIY-Projekt der Nachahmung angehen, jetzt wo ich doch wild entschlossen bin, das Nähen von der Pike auf zu lernen.
Außerdem machte ich erste Versuche mit der plastikfreien Variante eines Nassrasierers: dem Rasierhobel. Etwas Respekt habe ich noch immer vor der scharfen, bloßen Klinge, aber ich hoffe, das wird sich noch einspielen.

Nachhaltigkeitstagebuch03

In der Dusche ist nun Seife anstelle der alten Shampoo- und Duschgelpackungen eingezogen. Ich bin gespannt, ob unsere Bambus- / Edelstahluntersetzer uns einen guten Dienst erweisen werden.

Nachhaltigkeitstagebuch05

Auch das Zähneputzen finde ich mit der Holzzahnbürste absolut akzeptabel. Sogar G hat seine eigene kleinere Variante bekommen und putzt eifrig mit. Bei dieser Version sind die Borsten allerdings vom Schwein, also nicht vegan. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sicherlich viel mehr Schweine für die Schlachtung gezüchtet werden, als man Borsten verarbeiten kann. Somit der Tod des Tieres in irgendeinem kosmischen Sinne vielleicht dadurch abgemildert wird, dass auch die Borsten Verwendung finden, anstatt im Müll zu landen. Ob das stimmt, weiss ich natürlich nicht, aber der Gedanke ist trotzdem irgendwie aufmunternd und beim nächsten Mal schaue ich nochmal genauer ins Kleingedruckte. Das sollte ich mir sowieso angewöhnen. Dann hätte ich auch schneller gemerkt, dass es auch vegane Kernseife zu kaufen gibt.

Nachhaltigkeitstagebuch04

Meine Handarbeitsprojekte erfreuen mich allesamt sehr. Viele Dinge sind tatsächlich nützlich und schön zugleich. So zum Beispiel mein allererstes Nähprojekt, eine kleine Patchworkdecke.

Nachhaltigkeitstagebuch06

Auch der Rundschal, den ich gerade aus geschenkter Wolle stricke, wird bestimmt bald fertig sein. Gerade rechtzeitig zum Temperatureinbruch hier in Berlin, oder?

Nachhaltigkeitstagebuch08

Last, but not least muss ich noch meine Begeisterung für diese tollen Einkaufshelfer zum Ausdruck bringen: Ecobags heißen die guten Stücke und ersparen mir seit einiger Zeit eine ganze Menge Wegwerf-Plastik beim Einkaufen von Obst und Gemüse sowie Brot. Kennt ihr den moralischen Konflikt im Supermarkt, wenn das einzige Bio-Gemüse in mehrere Schichten Plastik eingeschweißt ist und das herkömmliche Zeug lose daher kommt? Was ist denn da die richtige Kaufentscheidung, bitteschön? Momentan neige ich zu plastikfrei in Kombination mit einem Abstecher in den Bioladen, wo die gute Ware auch in meine Ecobags gepackt werden kann. Hoffentlich komme ich bald so gut mit der Nähmaschine zurecht, dass ich eine Aufstockung der Tütchen selbst produzieren kann.

Nachhaltigkeitstagebuch07

So, jetzt kuschel ich mich mal mit einem warmen Yogitee auf die Couch und schaue mir ein bißchen Schulfernsehen, äh, ich meine Serien im Originalton, an.

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