Hitze, Regression und ein Rezept für Hafermilch

Ende Juni fing es an: die Hafermilchphase. G war noch nie der ausgeprägteste Esser, aber nach dem Abstillen im März und einer recht intensiven Flaschenphase in den ersten Wochen danach, hatten wir den Milchkonsum bereits auf ca. 2 Flaschen am Tag reduzieren können. Meist gab es zum Mittagsschlaf -wenn nötig- eine Portion Hafermilch und abends dann Kuhmilch. Beide verdünnten wir 1:1 mit Wasser.

Ich bin kein kompletter Kuhmilch-Befürworter – die Argumente der strikten Gegner in Bezug auf Fremdeiweiße und für eine artgerechte Verwendung von Kuhmilch: nämlich für ihre Kälber, finden bei mir einen gewissen Anklang. Dennoch haben wir (noch) keine vollständig vegane Ernährung für uns etabliert und konsumieren in Maßen auch noch tierische Produkte aus Milch und Ei.

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Gerade für den Kleinen nehme ich aber natürlich gerne pflanzliche Alternativen. Hafer- und Dinkelmilch trinkt er ohne Probleme. Und nun begab es sich, dass -eingeläutet durch einen fieberhaften Infekt und die darauf folgende 36-Grad-Hitzeperiode Ende Juni- der Milchkonsum so extrem in die Höhe schnellte, dass ich mich nach einer umwelt- und geldbeutelschonenderen Versorgungsquelle umschaute. Ja, ich weiß, immer noch in Plastik eingepackt, stimmt´s ? Aber wenigstens ergibt ein Kilo Hafer (oder Dinkel) etwa 10 Liter Hafermilch. Das ist dann schon ein Unterschied zu den vielen Tetrapacks!

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Tatsächlich ist bis heute (Mitte August) unser Kind noch immer sehr viel an flüssiger Kost interessiert und isst nur ganz sporadisch und in kleineren Mengen feste Kost. Ab heute haben wir zwar eine kleine Reglementierung begonnen ( zwischen Mittagsschlaf und Abendritual keine Milch mehr), aber morgens, mittags, abends und besonders im Kinderladen trinkt er sie vorläufig immer noch. Ich denke, das gibt ihm momentan, wo so vieles passiert, Halt und Geborgenheit. Und wo Stillkinder in solchen Phasen eben öfter mal wieder an der Mutterbrust andocken, soll unser Junge dann auch den Trost der Milchflasche nicht sofort entzogen bekommen.

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Rezepte gibt es im Netz recht viele. Ich suchte etwas Einfaches und Schnelles. Am Ende habe ich mich für eine Variante ohne Kochen entschieden. Das Ziel ist, dass G die Milch trinkt. Mir wäre sie so ein bißchen zu fade, aber ich wollte es mit dem Zuckergehalt nicht übertreiben, da dies ja in dieser Darreichungsform auch leicht Karies verursachen kann.

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Man nehme 80g Haferkörner, lasse diese 12 Stunden (oder etwas länger, dann werden sie allerdings auch etwas schleimiger) in 1 Liter Wasser einweichen. Ich gebe direkt noch 2 EL Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl und eine Prise Salz dazu.

Nach der Quelldauer wird das ganze Zeug plus Süße nach Wahl – z.B. 2 EL Agavendicksaft oder 1 EL Stevia oder, oder, oder – durch den Mixer gejagt und danach durch ein Abseihtuch oder Ähnliches gesiebt. Fertig ist die recht dickflüssig-sämige Hafermilch aus eigener Produktion. Zum Verzehr rühre ich sie kurz einmal um (die Phasen trennen sich im Kühlschrank) und mische sie nochmal 1:1 mit aufgekochtem Wasser. G trinkt sie anstandslos und ich freue mich über ein weiteres DIY-Lebensmittel in unserem Repertoire.

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Habt ihr auch schon solche „Milchperioden“ bei euren Zweijährigen erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen. Und welche Rezeptideen gibt es wohl sonst noch für den ganzen Körnerhaufen?!

3 Replies to “Hitze, Regression und ein Rezept für Hafermilch”

  1. Hallo liebe Jitka!

    Ich finde deine Website ganz große Klasse! Jetzt, wo ich deinen Beitrag zur Hafermilch-Herstellung gelesen habe, überlege ich, ob ich das auch mal ausprobiere, da unser Kleiner und ich sie auch viel trinken. Es scheint ja nicht sehr schwierig zu sein 🙂 Ich werde mal berichten, ob´s geklappt hat!

    Fühle dich ganz herzlich gegrüßt von Camilla

    1. Liebe Camilla, wie schön von dir zu hören! Wie alt ist denn euer Kleiner? Ich sende dir viele liebe Herzensgrüße!

  2. Hello again meine Liebe,

    H wird am 01.09. ein Jahr alt. Ich plane gerade seinen Geburtstag 🙂
    Dieses 1. Jahr ist rückblickend so schnell vergangen! Aber es ist auch sehr gut, dass sich alles verändert. Es ist eine wirklich tolle und abenteuerliche Zeit momentan. Meistens bin ich recht entspannt und H gut drauf. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich würde mich wirklich sehr freuen, dich und deinen Kleinen einmal (wieder)zusehen. Vielleicht klappt es ja mal? Ihr seid bei uns auf jeden Fall herzlich willkommen!

    Verregnete Wochenendgrüße auch an T und unbekannter Weise den süßen G!

    LG Camilla

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