Achtsame Pflege

Was Emmi Piklers Lehren anbetrifft, bin ich noch ganz am Anfang meiner Reise. Leider konnte ich aus dem Pikler-Kurs, den ich im letzten halben Jahr besucht habe, nicht wirklich viel Inspiration mitnehmen. Eines habe ich aber auf jeden Fall kennen und schätzen gelernt: Die achtsame Körperpflege.

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Diese geht noch ein wenig über das hinaus, was ich aus Montessoris Lehren für mich umgesetzt habe.
Bei beiden Ansätzen geht es um Respekt. Um die Würde des Kindes. Um das Achten von Grenzen.

Zuvor habe ich in erster LInie versucht, mein Tun verbal zu begleiten, alle Schritte anzukündigen und G die Möglichkeit zu geben, selbst aktiv zu sein und mitzuwirken.
Da G bislang ein sehr duldsames Kind ist und lange braucht, um selbst die Initiative zu ergreifen und aktiv zu werden, fand ich den Umgang beim Waschen, Wickeln und Säubern häufig etwas unbefriedigend.
Dank der Erfahrung im Pikler-Spielraum kann ich mich als Handelnde nun mehr schätzen und dem Prozess der Pflege noch mehr Aufmerksamtkeit widmen. Dies freut mich und es rührt mich immer wieder auf´s Neue, wenn ich G bitte, mir seine Hand zu reichen, dann die andere – und es passiert. Er tut es meist sehr bereitwillg.

Ich wische ihm die Hände nach dem Essen liebevoll sauber und gebe ihm weiterhin die Gelegenheit, selbst mitzuarbeiten. Aber der gefühlte Druck ist raus. Ich mache es gern für ihn. Der Punkt wird kommen, da möchte er es nur noch allein tun, dann werde ich bereit sein. Aber bis dahin ist es ein Moment der Nähe, ein liebevoller Austausch voll Zuwendung und Präsenz.

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